Gebäude völlig verraucht

Truderinger Gymnasium bleibt länger unbenutzbar

Der Brand in der Tiefgarage forderte den Feuerwehrleuten alles ab – und die Sommerhitze draußen auch. foto: gaulke

München - Vor einer Woche brannte es in der Tiefgarage des Truderinger Gymnasiums – und es ist immer noch nicht klar, wann die Kinder wieder ins Schulhaus zurück können. Inoffiziell heißt es: mindestens zwei Wochen. Die Sanierung wird dadurch erschwert, dass es sich um ein Passivhaus handelt.

Es ist so modern – und schon so kaputt: Im Gymnasium Trudering herrscht geisterhafte Stille. Keine Schüler, keine Lehrer bevölkern es zurzeit. Das durch einen Brand in der Tiefgaragebeschädigte Gebäude kann weder für den Unterricht noch für den Sportbetrieb genutzt werden. Lediglich Gutachter laufen durch die Gänge, um alle Schäden aufzunehmen.

Vergangenen Freitag hatte es in der Tiefgarage des Gymnasiums an der Friedenspromenade gebrannt. Ausgelöst wurde das Feuer durch einen technischen Defekt an einem Pkw, den eine Lehrerin in der Garage abgestellt hatte. Die Flammen griffen auf weitere Fahrzeuge über. Die Schäden am Bauwerk können erst bewertet werden, wenn die zerstörten Autos aus dem Gebäude gebracht wurden. Zunächst müssen aber die Brandermittler alles beurteilen. Und die Sanierungsarbeiten können erst beginnen, wenn die Gutachter fertig sind.

Mitentscheidend könnte werden, dass das Gymnasium ein Passivhaus ist: Es hat sehr hohe Dämmstärken und Dreifach-Verglasungen, also eine luftdichte Abdichtung, sowie eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Bei einem Brand bleibt fatalerweise aber auch diese Wärme länger im Gebäude als üblich. Zudem hängt der Rauchgeruch im Lüftungssystem. Obwohl die Feuerwehr die Brandschutzklappen im Dach nach dem Löschen geöffnet hat, war zur Sicherheit auch das Referat für Gesundheit und Umwelt für Messungen vor Ort. Fest steht, dass die Haupttrasse aller elektrischen Versorgungseinrichtungen wie Strom, EDV und Telekommunikation stark beschädigt wurde. Tragisch für eine Schule, die nur mit interaktiven Whiteboards und anderen modernen Medien arbeitet.

Wie lange es dauern wird, alles wieder herzustellen, ist unklar. Gut informierte Kreise sprechen von mindestens 14 Tagen. Die 760 Schüler konnten an drei anderen Standorten Unterschlupf finden: die 5. und 6. Jahrgangsstufe an der Ludwig-Thoma-Realschule in Berg am Laim, die 7. und 8. Klassen in der Berufsschul-Filiale an der Balanstraße in Ramersdorf (und nächste Woche wohl in den Containern der Europäischen Schule) und die Jahrgangsstufen 9 und 10 im Michaeli-Gymnasium in Berg am Laim. Über eine Oberstufe verfügt das 2013 neu eröffnete Gymnasium noch nicht.

Die Schule hat nun ein Programm aufgelegt, bei dem auch an Orten außerhalb der Schule gelernt werden kann. Die geplanten Theaterproben können im Kulturhaus Trudering stattfinden. Die Dreifach-Sporthalle ist nicht nutzbar.

Bei den Gutachtern geht es auch um die Haftungsfrage. Die Stadtkämmerei kümmert sich um die Schadensregulierung. Da offenbar der Privat-Pkw einer Lehrerin Auslöser des Brandes war, wird die Stadt wohl all ihre Kosten bei deren Kfz-Haftpflichtversicherung geltend machen.

Gymnasium Trudering: Brand in der Tiefgarage - Drei Schüler verletzt

Carmen Ick-Dietl

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