Es brodelt!

Riem: Park-Zoff in der Blauen Zone

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Feriz Kryeziu kann jetzt nicht mehr sein Auto länger als zwei Stunden parken. Den ersten Strafzettel hat er schon gekriegt.

München Weil die Stadt vor ihrer Haustür eine Blaue Zone eingerichtet hat, finden viele Riemer plötzlich keinen Parkplatz mehr. Es brodelt!

Feriz Kryeziu (41, Garagenwart und Busfahrer) wohnt seit 2008 mit seiner Familie in der Messestadt. „Bisher hatte ich keine Probleme, einen Parkplatz in meiner Straße zu finden und musste daher auch keinen Tiefgaragenstellplatz mieten.“ Seit Februar ist das Wohngebiet in der Heinrich-Böll-Straße in der Messestadt Riem eine „Blaue Zone“. Kryeziu: „Das bedeutet, dass wir als Anwohner nicht mehr kostenfrei dort parken können oder außerhalb der Blauen Zone einen Parkplatz suchen müssen.“ Für die Familie ein Problem: „So wie viele Anwohner bin ich auf mein Auto angewiesen und benötige täglich Parkraum in fußläufiger Umgebung zu meiner Wohnung.“

Jetzt kann Kryeziu nicht mehr parken, den ersten Strafzettel hat er bereits kassiert. „Selbstverständlich habe ich bereits versucht, einen Anwohnerausweis zu beantragen. Doch dieser wurde mir noch nicht gewährt.“ Auch das Anmieten eines Tiefgaragenstellplatzes sei derzeit nicht möglich, da diese wegen des neuen Parksystems sofort belegt waren. Im Parkhaus des Bauzentrums würden acht Euro am Tag fällig.

Kryeziu fragt: „Wäre es vielleicht möglich, eine Sonderregelung für die betroffenen Anwohner zu finden, die uns ein kostenfreies Parken in der Blauen Zone erlaubt?“ In einer Spontan-Aktion sammelte Kryeziu 160 Unterschriften von Anwohnern, denen es ähnlich ergeht wie ihm und die seine Bitte unterstützen.

Die Sprecherin des KVR, Daniela Schlegel, erklärt, wie es zu der Blauen Zone kam: „Es gab in Riem drei Bauabschnitte, in denen seit 2005 abschnittsweise die Blaue Zone eingeführt wurde.“ Damit habe die Stadt dem Parksuchverkehr entgegenwirken wollen von Messebesuchern oder Kunden der Riem Arcaden. Schlegel: „Grundsätzlich sollte für Bewohner ein qualitatives Wohnumfeld geschaffen werden.“ Ziel der Planungen sei es gewesen, dass Anwohner und Gewerbetreibende in den Tiefgaragen parken. Es gibt einen Hoffnungsschimmer: „KVR und Planungsreferat werden die Auswirkungen beobachten und analysieren um gegebenenfalls notwendige bedarfsgerechte Lösungen zu finden.“ Ob das für die Kryezius noch reicht? „Wir erwarten im April ein Baby, da wäre uns ein Parkplatz in der Nähe des Hauses schon sehr wichtig.“

J. Welte

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