Die häufigsten Umzugsgründe

TU-Studie: So mobil sind die Bürger in der Region München

Die Forscher unterteilen die Region in fünf Raumtypen. Urban und zentral ist neben München etwa auch Freising. Um München zu entlasten, könnten urbane, aber dezentrale Regionen ausgebaut werden. Beispiele: Augsburg, Kaufbeuren oder Rosenheim.

München - Pendeln, Arbeiten, Wohnen in der Metropolregion München: Das haben Wissenschaftler der TU in einer neuen Studie untersucht. Und Vorschläge zur Vermeidung eines Kollapses der Stadt gemacht.

Hier geht’s ja zu wie am Stachus… Immer mehr Menschen wollen nach München ziehen - doch Wohnraum ist knapp und die Verkehrsinfrastruktur total überlastet. Was tun? 

Die Professoren Alain Thierstein und Gebhard Wulfhorst der TU München haben gestern ihre Studie zu „Wohnen, Arbeiten und Mobilität in der Metropolregion München“ vorgestellt. 

Die Wissenschaftler befragten mehr als 7300 Menschen, die in den letzten drei Jahren ihren Wohnort oder Arbeitsplatz gewechselt haben. Die tz fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen:

- Die Wissenschaftler unterteilen die Metropolregion in verschiedene Typen. Zum urbanen, zentralen Typ zählen sie neben München auch Freising Holzkirchen oder Starnberg. Dies seien eigene Zentren, die gut erschlossen seien.

- Entwicklungsmöglichkeiten gibt es dagegen bei einem weiteren urbanen Typ, der aber dezentral ist. Städte wie Rosenheim, Kaufbeuren oder Landshut könnten laut der Studie zu echten Zentren ausgebaut werden -  und München entlasten. „Es muss sich nicht alles auf den Marienplatz konzentrieren“, so Professor Wulfhorst. Dafür müsse aber der Öffentliche Nahverkehr vor Ort ausgebaut und die Städte auch untereinander besser vernetzt werden.

- Im städtischen Einzugsgebiet rund um München sehen die Wissenschaftler vor allem Bedarf, an der Verkehrsinfrastruktur weiter zu schrauben. Wichtig sei es außerdem, kurze Wege in den Ortschaften zu schaffen. „Wir sehen es kritisch, wenn riesige Gewerbegebiete an den Ortsrändern ausgewiesen werden“, so Wulfhorst. Arbeitsplatz, Einkaufen und Wohnen sollten nah zusammen liegen. 

- Was ist für Menschen entscheidend, wenn sie ihren Wohnort wählen? Hier konnten die Forscher verschiedene Verhaltenstypen ermitteln. Für eine Gruppe etwa steht das Argument im Vordergrund, kürzer und günstiger zu pendeln. Befragte der Gruppe reduzierten ihre Pendelzeit durch einen Umzug im Durchschnitt um 33 Prozent. Und konnten ihre Fahrtkosten um 25 Prozent senken. Wer weiterhin aufs Auto setzte, sparte sich im Monat durchschnittlich 45 Euro. Wer aufs Fahrrad umstieg, hatte sogar 99 Euro mehr im Geldbeutel.

- Eine andere Gruppe der Befragten war durchaus bereit, die Größe des Wohnraums zu reduzieren, wenn sie dafür mehr Angebote in der Stadt nutzen konnte. Wulfhorst: „Diese Befragten waren nach dem Umzug deutlich umweltfreundlicher unterwegs und setzten weniger aufs Auto.“ 

- Wer komfortabler wohnen will oder ein Eigenheim anstrebt, zieht vor allem ins Umland. Doch die Professoren raten zur Vorsicht: Die Bevölkerung sei jetzt etwa in den Kommunen um Ingolstadt oder im Tegernseer Tal schon hoch - und die Erreichbarkeit des Arbeitsorts schlecht. „Diese Kommunen sollten erstmal kein Bauland mehr ausweisen.“

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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