Interview mim Kronenbitter Benedikt

Dialekt-Pfleger: "A Sprach ko ma se ned kaffa"

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Da Kronenbitter Benedikt setzt se dafia ei, dass da Dialekt ned ausstirbd

Minga - Er is da Münchna Vorsitznde vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte. In da tz sogd da Kronenbitter Benedikt (47), der sei Gäid ois Architekt va­deand, warum er si so vui Arwad nembei oduad.

Herr Kronenbitter, Sie san do seid 15 ­Joah beim Varein ­dabei. Warum?

Da Kronenbitter Benedikt: Wei Sprache brutal wichddig is. Mia vahunzn ja scho as Hochdeitsche, und mim Dialekt iss no schlimma. Dabei is Münchnarisch so a scheena Dialekt … Und oans muaß ma aa sehng: A jeda wui heizdog individuell sei, awa grod bei da Sprach gibds an Einheitsbrei!

Und wos ko ma dageng doa?

Kronenbitter: Wichddig is, dass ma scho in da Kindheid ofangd. Wers in da Kindheid ned lernd, schaffds späda nimma. Desweng iss wichddig, dass ma Angebote in Kinda­gärddn und Schuin machdd. Dass ma de Junga zoagd, dass da Dialekt wos Bsondas is, dass des ned a jeda ko. Oiwei wenn mia in Schuin oda Kinda­gärddn genga, wenn ma zum Beispui mid de Kloana musizian, na san de Feia und Flamme.

Und sonsdd? Merggas, dass Ihre Bemühunga wos häi­ffa?

Kronenbitter: Ja, i daad scho song. Bairisch stähd zwar bei da Unesco auf da Rodn Lisddn fia bedrohde Sprachn, awa i hob koa Angsd. So vui Zuaspruch wia mia griang … Do glaab i ned, dass da Dialekt stirbd.

Is München a Sondafoi? Is da Dialekt do bsondas bedrohd, weis gor so vui Zuagroasde gibd?

Kronenbitter: Do ko ma ned einfach ja oda naa song. Es stimmd, dass da Münchna Dialekt a bissl weichgspüld is – awa des muaß ja aa andas sei wia am Land. Scho alloa deshoib, wei so vui internationale Firmen mid ihre Ogstäidn do san. Auf da andan Seiddn: Wenn ma siehgd, dass ma mia im Varein alloa in München 1200 Mitglieda ham, na merkd ma scho, dass aa bei uns vui Leid gibd, dene da Dialekt wichddig is. Des machd doch Muad.

Warum soidd a jeda vo uns wieda mehra Bairisch ren?

Kronenbitter: An Trachtenjanka ko ma se kaffa, na schaugd ma aus wiara Bayer. Awa a Sprach ko ma se ned kaffa – und de machd doch an Bayern ganz wesndlich aus. Deshoib muass ma guad drauf aufbassn.

hei

Unsere Aktion "tz auf Bairisch"

Hochdeutsch: Dieser Artikel ist Teil der Aktion „tz auf Bairisch“. Anlässlich des „Internationalen Tags der Muttersprache“ am 21. Februar erscheint die tz-Wochendausgabe am 20. Februar komplett auf Bairisch. Auf tz.de finden Sie vorab und auch am Wochenende eine Auswahl der Texte sowie ein Zusatzangebot mit Grantler-ABC oder dem „Bairisch-Quiz: Wetten, dass Ihr Dialekt verrät, woher Sie kommen“. Zur Überblicks-Seite „tz auf Bairisch“.

Bairisch: Dea Artikel g'head zu unsara Aktion "tz auf Bairisch" dazua. Zum "Intanationalen Dog da Muttersprach" am 21. Februar druck ma de Wochendausgab vo da tz am 20. Feburar vo voan bis hintn auf boarisch. Auf tz.de kenna's davoa und a am Wochenend an Schwung Text und a no mehra dazua finden, wia as Grantler-ABC oda as Boarisch-Quiz. Garantiert, dass eana Dialekt verrodd, wo's herkemman, glamm 'ses uns! Do geht's zua Übersichtseitn "tz auf Bairisch".

Uli Heichele

Uli Heichele

E-Mail:Uli.Heichele@tz.de

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