Deshoib macha mia des!

tz.de auf Bairisch: Mia san wieda do!

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Da tz-Chefredakteur, da Bögel Rudi.

Minga - Am Wochenend findt's Ihr auf tz.de wieda an Haufa Artikel auf Bairisch. Da tz-Chefredakteur, da Bögel Rudi, erklärt: Deshoib macha mia des!

Wia de Zeit vageht! Man möchts ned glaabn, awa seit unsera letzten tz auf Bairisch san jetzt fast aufn Tag genau zwoa Jahr verganga. De Reaktionen damois warn so überwältigend und die Nachfrogn der Leser, wanns wieda a tz ganz im Dialekt gibt, so zahlreich, dass ma uns entschlossen hamm: Mia deans wieda! Und jetzt san ma wieda do. A bayerische Zeitung ganz auf Bairisch. Natürli ärgert se so mancha Lesa, darunter aa a paar Bayern, weil Dialekt redn für de, des kenna, ganz leicht is, aber Dialekt lesn dann doch a bisserl schwieriga. I kann Eahna nur ratn, probiern Sies, man kummt leichter nei, als mas glaabt.

Warum mir als tz und tz.de des wieda dean, des kann i Eahna scho sogn. Weil des Bairische a Herzensangelegenheit von uns is, weil der Dialekt a Stückerl Heimat ist, und weil de Heimat in einer immer größer werdenden Welt imma wichtiga werd. Schauts Eich doch bloß um, wia vui junge Leit wieda Bairisch redn, Bairisch singa und musiziern. Awa ned auf so a depperte Pseudo-Folklore-Art, sondern ganz locker und modern, einfach mit am klaren Blick auf die eigenen Wurzeln.

Moign ist der Tag des Dialekts und der Tag der Muttersprach. Derf i dran erinnern, dass unter uns mittlerweile a Haufa Leid lebn, die mitsamt ihrer Muttersprach haben fliehn müssen vor den Bombenschmeißern aus dem eigenen Volk. Ja, i red von de Syrer, de arma Hund. I war im letzten Herbst untn im Libanon und hob mi für unser Unicef-Aktion amoi bei de Flichtling umgschaut, wias do so ausschaugt. Geh weida, des ist ja da Wahnsinn! Die Leit hausn in Zelter, mittn im Dreck aufm Acker, ohne Wasser und Klo. Und miassn dafür aa no 60 Dollar im Monat an den Bauern zahln.

Wenigstns gibts da a paar Organisationa, de vor allem de Kinda helfa. Und da kummt jetzt wieda de Muttersproch ins Spui. Die kloana Madl und Buam ham in so am Camp a Theaterstückl aufgführt und natürli gsunga: Mia san Syrer, und mia woin Syrer bleibm! Des hoast aa nix anders wia „Mia san mia“, hoid auf Syrisch.

Awa, warum i des erzähl? Ganz einfach, weil mi immer wieder d’ Leit frogn, ob des ned komisch wirkt, wenn ma auf Bairisch über ernste oder tragische Gschichten schreibt. Na, sog I, des is überhaupt ned peinlich, weil des dad ja im Umkehrschluss bedeitn, dass des Bairische bloß a a folkloristischer Sprachmodus fürs Lustige und Komische is.

Des wissma doch aber spätestens seit dem Brandner Kaspar: Sogar da Tod hoaßt in Bayern anders und redt als Boandlkramer natürlich Bairisch.

Da Bögel Rudi (tz-Chefredakteur)

Unsere Aktion "tz auf Bairisch"

Hochdeutsch: Dieser Artikel ist Teil der Aktion „tz auf Bairisch“. Anlässlich des „Internationalen Tags der Muttersprache“ am 21. Februar erscheint die tz-Wochendausgabe am 20. Februar komplett auf Bairisch. Auf tz.de finden Sie vorab und auch am Wochenende eine Auswahl der Texte sowie ein Zusatzangebot mit Grantler-ABC oder dem „Bairisch-Quiz: Wetten, dass Ihr Dialekt verrät, woher Sie kommen“. Zur Überblicks-Seite „tz auf Bairisch“.

Bairisch: Dea Artikel g'head zu unsara Aktion "tz auf Bairisch" dazua. Zum "Intanationalen Dog da Muttersprach" am 21. Februar druck ma de Wochendausgab vo da tz am 20. Feburar vo voan bis hintn auf boarisch. Auf tz.de kenna's davoa und a am Wochenend an Schwung Text und a no mehra dazua finden, wia as Grantler-ABC oda as Boarisch-Quiz. Garantiert, dass eana Dialekt verrodd, wo's herkemman, glamm 'ses uns! Do geht's zua Übersichtseitn "tz auf Bairisch".

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