Die Helden im Helikopter

tz besucht Hubschrauberstaffel der Bereitschaftspolizei

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Zwei der Heli-Piloten vor ihrem Arbeitsgerät. Für Einsätze in der Dunkelheit haben sie Nachtsichtgeräte.

München - Egal wo sie gerade gebraucht wird – die Hubschrauberstaffel der Bayerischen Bereitschaftspolizei erreicht jeden Ort im Freistaat innerhalb einer halben Stunde.

Wenn ihre Kollegen am Boden nicht mehr weiterwissen, kommen die Helden im Helikopter zum Einsatz. Egal wo sie gerade gebraucht wird – die Hubschrauberstaffel der Bayerischen Bereitschaftspolizei erreicht jeden Ort im Freistaat innerhalb einer halben Stunde. Die Piloten, die wir gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Münchner Flughafen trafen, sind die Alleskönner der Lüfte. Zuständig für Vermisste, für flüchtige Täter, Waldbrände und Umweltsünden. Dank ihrer Hightech-Ausrüstung trotzen sie jeder Herausforderung.

Erst am Wochenende war die Staffel wieder gefordert. An der Suche nach dem fünfjährigen Alexander aus Vohburg waren auch Helikopter der Bereitschaftspolizei beteiligt. Über 2100 solcher und anderer Einsätze fliegen die Piloten jährlich.

Markus Langer (51) steuert die technischen Einheiten im Polizeihelikopter.

Acht Maschinen stehen zur Verfügung. Mit einer Außenstelle in Roth bei Nürnberg, die den Norden Bayerns abdeckt, hat die Heli-Staffel den bayerischen Luftraum gut im Griff. Die Herausforderungen sind vielfältig, der Personalbedarf entsprechend hoch. 27 Besatzungen gewährleisten einen 24-Stunden-Betrieb an 365 Tagen im Jahr. Einen der wichtigsten Aufgabenbereiche übernehmen die insgesamt zwölf EOS-Operatoren. Einer davon ist Markus Langer. Der 51-Jährige sitzt bei Einsätzen im hinteren Teil des Hubschraubers, steuert dort die technische Ausstattung. Die drei wesentlichen Elemente: eine Wärmebildkamera zur Personensuche mit einer Reichweite von rund fünf Kilometern, ein Suchscheinwerfer sowie eine Rettungswinde mit 230 Kilogramm Traglast.

Vor allem die unterschiedlichen Landschaften in Bayern fordern die Piloten heraus. Langer: „Wir fliegen im Hochgebirge, über große Seen und bewohntes Gebiet. Von der Zugspitze bis zum Bodensee sind wir überall unterwegs.“

Mittlerweile finden rund ein Drittel der Einsätze bei Nacht statt. Deshalb sind die Wärmebildkamera und die Helme mit Nachtsichtgeräten die wichtigsten Werkzeuge der Besatzung. Rechts finden Sie spektakuläre Einsätze:

Die spannendsten Einsätze

  • Verbrecherjagd: Sie dachten, auf dem Dach wären sie in Sicherheit. Weit gefehlt! Als die beiden Einbrecher den Polizeihubschrauber bemerkten, legten sie sich flach auf den Boden. Doch da hatte sie die Besatzung mit ihrer Wärmebildkamera bereits im Visier. Per Funk mit den Kollegen am Boden verbunden, können die Polizisten in der Luft die Festnahme punktgenau steuern.
  • Rettung: Diese Gruppe wollte gefunden werden. Gleich 14 Indonesier hatten sich bei einer Bergtour in den bayerischen Alpen verirrt. Die Zeit drängte. Die Wanderer waren in steilem Gebiet unterwegs, ein Absturz drohte. Außerdem war es dunkel und das Wetter schlecht. Der empfindliche Sensor der Kamera macht die kleinste Wärmequelle ausfindig – ein wichtiger Assistent, der Leben retten kann!

Die Fakten

  • Maschinen: Acht Hubschrauber
  • Startzeit: zwei Minuten
  • Verbrauch: drei Kilogramm Sprit pro Minute Flugzeit
  • Geschwindigkeit: 220 km/h
  • Gewicht: drei Tonnen
  • Leistung: zwei Triebwerke mit je 750 PS
  • Personal: 30 Piloten, 26 Techniker
  • Einsätze pro Jahr: rund 2100
  • Reichweite der Wärmebildkamera: fünf Kilometer

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