"Ich fühle mich betrogen"

Miese Abzocke mit Branchenbuch-Eintrag

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Ehepaar Steinlehner aus Taufkirchen.

München - Walter Steinlehner, Inhaber eines Betriebs für Sanitärinstallationen in Taufkirchen, wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Er fühlt sich bei einem Branchenbuch-Eintrag betrogen.

Ich bin von einer Firma angerufen und gefragt worden, ob ein angeblich bestehender Eintrag in einem Branchenbuch verlängert werden soll. Die Daten entnahm die Firma bei einem örtlichen Anbieter, und ich bejahte. Die Rechnung dafür beträgt 355,81 Euro. In den Geschäftsbedingungen billigt man mir kein Rücktrittsrecht zu, der Vertrag läuft über 24 plus zwölf Monate. Die Firma beruft sich auf den Mitschnitt des Gesprächs – bei diesem ist aber das Vorgespräch nicht aufgezeichnet, in dem auf einen angeblich bestehenden Eintrag verwiesen wurde, den es aber gar nicht gibt. Ich fühle mich betrogen.

Walter Steinlehner, Inhaber eines Betriebs für Sanitärinstallationen in Taufkirchen

„Das ist eine üble Masche, ähnlich wie die Betrügereien, die per Fax oder Brief kommen“, sagt Holger Scheiding, stellvertretender Abteilungsleiter der Rechtsberatung bei der Handwerkskammer in München. Ärgerlich findet er, dass Gewerbetreibende kein zweiwöchiges Widerrufsrecht haben, wie es normale Verbraucher haben.

Scheiding warnt davor, Anrufern zu vertrauen, die Bezug nehmen auf einen angeblichen Vertrag oder vorgeben, im Namen einer offiziellen Stelle oder Firma anzurufen. „Die senden Briefe, wenn es um Wichtiges wie Vertragsverlängerungen oder Änderungen geht.“

Spätestens wenn der Anrufer mitschneiden will, sollte man auflegen oder zumindest dem Mitschnitt nicht zustimmen und schon gar nichts bejahen. Bei einem Brief oder Fax sollte man immer die Vertragsbedingungen durchlesen, bevor man unterschreibt.

Scheiding rät Menschen, die auf einen Branchenbuchbetrug hereingefallen sind, nicht zu zahlen. Die Betroffenen sollten per Einschreiben der Firma mitteilen, dass kein Vertrag besteht und hilfsweise diesen wegen arglistiger Täuschung, Sittenwidrigkeit und intransparenten und überraschenden Geschäftsbedingungen anfechten.

svs

Susanne Sasse

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