Das Luxus-Anwesen des Folter-Prinzen

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Das Luxus-Anwesen des Folter-Prinzen

Das Video schockiert: Ein Mann wird beschimpft, aufs Grausamste gefoltert und schließlich von einem Geländewagen überfahren. Der mutmaßliche Täter: Scheich Issa bin Zayed Sultan al Nahyan.

Im Münchner Umland ist das kein Unbekannter. In Dietramszell (Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) hat das Mitglied der Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate ein ehemaliges Hofgut gekauft und zur Residenz umgebaut. Die Bürger nennen ihn „Prinz von Schlickenried“. Hallo Nachbar!

Das ABC-Video sehen Sie hier 

Das Video hat ein US-Fernsehsender ausgestrahlt. Ein ehemaliger Geschäftspartner von Prinz Issa hat es außer Landes geschmuggelt. Es soll 2004 aufgenommen worden sein auf der königlichen Ranch des Scheichs am Stadtrand von Abu Dhabi. Ein afghanischer Getreidehändler soll den Scheich um 5000 Dollar betrogen haben.

Zu sehen sind Bilder der Brutalität: Der Scheich peitscht den Mann aus. Er prügelt mit einer Latte, auf der ein Nagel steckt, auf ihn ein. Er streut Salz auf die Wunden und quält ihn auf unfassbare Weise im Genitalbereich. Zum Schluss überfährt er ihn mehrmals mit seinem Mercedes. Auf dem Video hört man Knochen brechen. Das Opfer überlebt knapp und liegt viele Wochen im Krankenhaus.

Das Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate bestätigte dem Fernsehsender zunächst, dass es sich bei dem Folterer um Scheich Issa handelt – Sohn des Staatsgründers, Bruder des Präsidenten und des Kronprinzen. Später wollte das Ministerium von der Aussage nichts mehr wissen.

Allerdings erkannten ihn auch seine Dietramszeller Nachbarn. Zwei Jahre nach Aufzeichnung des Videos legte sich der Folterprinz Anfang 2006 den ehemaligen Reiterhof Gut Schlickenried zu. Es wurde das Freizeit- und Erholungsdomizil seiner großen Familie – mit Schwimmbad, Tennis- und Reithalle. Der Prinz liebt Pferde über alles. Die Nachbarn beschreiben ihn als freundlichen Mann.

Der Umbau beschäftigt den Gemeinderat immer wieder: Mal will der Prinz eine Umgehungsstraße, dann einen Zaun, dann einen Neubau des Wellness-Bereichs. Durfte er. „Ein paar hunderttausend Euro hin oder her spielen da keine Rolle“, sagte sein Architekt Gerhard Zach vor dem Gemeinderat. Jetzt wollte er sich gegenüber der tz nicht äußern.

Carl-Christian Eick

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