Münchner Höhenrausch

tz verrät drei einzigartige Wandertouren mitten in München 

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tz-Reporterin Sabrina Höbel hat es ausprobiert: Wandern im Olympiapark.

München - Hier kommen Sie mit der tz auf Berg-Touren – mitten in der Stadt: Wir zeigen Ihnen drei Spitzen-Streifzüge durch die Isar-Metropole. 

Wandern bedeutet im Stau Richtung Alpen stehen oder in einem überfüllten Zug durchs Oberland gondeln? So ein Schmarrn – auch in München gibt es wunderbare Wanderwege! Auf die Kühe auf der Weide muss man natürlich in der Stadt verzichten, auf die Alm aber nicht. Glauben Sie nicht? Dann überzeugen Sie sich doch selbst – auf geht’s zum Münchner Höhenrausch!

Die tz hat sich in schwindelerregenden Höhen bewegt, auf der Suche nach Münchens schönsten Stadttouren. Hier präsentieren wir Ihnen drei Spitzen-Streifzüge – ganz ohne Stau und überfüllte Züge. Viel Spaß beim Nachwandern! 

Wandern am Mühlbach - Auf den Nockherberg

Länge: 6 Kilometer

Dauer: 2 Stunden

Schwierigkeit: Einfach

Einkehrmöglichkeit: Biergarten Muffatwerk, Nockherberg, Wirtshaus in der Au

Route: 

1. Los geht´s am Kabelsteg auf der Praterinsel. Während sich unten an der Isar die Münchner auf dem Kies brutzeln, gehen wir weiter über die Zellstraße am Muffatwerk vorbei in Richtung Gasteig. Wer will, kann hier schon im Biergarten einkehren.

2. Am Gasteig überqueren wir die Kreuzung und maschieren in die Straße „Am Lilienberg“. Unten hört man den Auer Mühlbach plätschern. Wir nehmen den ersten Weg nach unten. Über ein paar Treppenstufen geht es auf den schattigen Pfad.

3. Linker Hand des Weges wartet eine kleine Quelle – prima zur Abkühlung! Ansonsten gibt’s entlang der Strecke Bänke für eine Pause im Schatten. Wir gehen dann den Wilhelm-Herbert-Weg hoch.

4. Wir überqueren die Gebsattelstraße und werfen einen Blick auf die wunderschöne Gebsattelbrücke, auf der das Münchner Kindl thront. Durch einen kleinen Park geht’s bergauf auf die Hochstraße. Folgt man dieser, wird man mit einer wundervollen Aussicht belohnt.

5. Jetzt haben wir uns aber eine Stärkung verdient! Im Paulaner am Nockherberg gönnen wir uns eine Brotzeit und ein Weißbier. Hier lässt es sich wunderbar Kraft schöpfen für den Rest unseres Wanderweges. Durch den historischen Ausgang verlassen wir den Biergarten. Bergab geht’s an der Polizeistation München-Au weiter zum Mariahilfplatz und in den Herrgottsweg. Hier wirkt München noch wie ein Dorf aus längst vergangener Zeit.

6. Über die Franz-Prüller-Straße gelangen wir an einen hübschen Brunnen – den 1848 erbauten Auia-Brunnen, der für das Viertel Au steht. Links geht es in die Schwarzstraße und dann gleich wieder rechts in die Zeppelinstraße. Der folgen wir einfach bis zum Kabelsteg zurück, dem Anfang und Ende der Tour.

Einmal um den Tierpark - Am Isarhochufer

Länge: 5 Kilometer

Dauer: 1,5 Stunden

Schwierigkeit: Mittel (ein steiler Aufstieg!)

Einkehrmöglichkeit: Gasthaus Siebenbrunn, Harlachinger Einkehr, Eisdiele Gelatobi

Route: 

Die Tour startet an der U-Bahnhaltestelle Thalkirchen. Wir gehen über die Tierparkbrücke über die Isar und geradeaus am Tierpark vorbei. Der Weg führt leider an der Straße vorbei ist aber wunderbar schattig. Wir folgen einfach dem Zaun vom Tierpark. Der Duft und die Geräusche der Tiere wehen einem entgegen. Nachdem wir am Flamingoeingang vorbeigegangen sind halten wir uns weiter rechts. Wir folgen weiter dem Zaun. 

Jetzt kommt der einzige anstrengende Teil der Route. Mit 13 Prozent Steigung geht es den Berg hoch. Das ist schon etwas happig. Die Radler neben uns müssen auch ganz schön strampel! Wenn wir oben angelangt sind folgen wir einem kleinen Weg nach rechts. Hier, bei der St.Anna Kirche machen wir Rast. Auf den Bänken im Schatten lässt es sich wunderbar entspannen. kein Wunder, dass in diesem wunderschönen Kircherl so viele Paare heiraten! 

Neben der Kirche geht rechts ein kleiner Trampelpfad entlang. Von hier aus kann man immer wieder einen Blick von oben herab in der Tierpark werfen! Wir folgen dem Pfad, der bald auf die Hochleite trifft, vorbei an wunderschönen und wahrscheinlich auch sehr teuren Villen bis wir rechts dem Weg runter zur Marienklause gehen. Diese kleine Kapelle aus dem Jahr 1866 ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Über die Marienklausebrücke geht es weiter. 

Von hier hat man einen wunderbaren Blick über die Isar. Auf der anderen Seite angekommen nehmen wir den ersten Weg nach rechts. Man kann auch den zweiten Weg nach rechts gehen, aber wir wollen lieber an der Isar laufen. Einfach den Weg gerade aus folgen. Am Ende des Weges sind wir wieder an der Tierparkbrücke. Zur Belohnung gönnen wir uns noch an der Eisdiele Gelatobi ein Eis – das haben wir uns auch verdient.

Hochgefühle unterm Olympiaturm - Auf den Olympiaberg

Länge: ca. 4 km

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Einkehrmöglichkeit: Olympia- Alm, Olympiapark-Biergarten, Restaurant Olympiasee

Route: Für Olympia-Feeling muss man nicht gleich nach Rio. Auch diese Wanderung auf den Olympiaberg hat eine Goldmedaille verdient.

Wir starten von der U-Bahn-Station Olympiapark aus. Vorbei an der BMW-Welt laufen wir über die Brücke Richtung Olympiapark. Erst kurz sind wir unterwegs, da zeigt sich schon unser 219 Meter hoher Wegbegleiter für den Tag: der Olympiaturm. Perfekt zum Start unserer Tour spitzt die Sonne aus den Wolken heraus.

Vorbei an den Olypiahallen geht es runter zur Seebühne. Wo sonst Konzerte steigen, ist es tagsüber ganz idyllisch. Ein leichter Wind ist aufgekommen, die Sonnenstrahlen glitzern förmlich auf dem aufgepeitschten Olympiasee. Und da sehen wir auch bereits das Ziel unserer Tour, den Olympiaberg. Oben tummeln sich schon die Leute. Höchste Zeit, dass wir da auch hinkommen!

Wir gehen weiter entlang des Olympiastadions und überqueren den See über eine Brücke. Jetzt geht’s bergauf. Wer es gemütlich mag, findet einen gepflasterten Weg hoch zum Gipfel. Für die Abenteuerlustigen gibt es einen Trampelpfad. Doch Achtung: Der ist steil! Nach links, rechts, links, rechts schlängelt sich der Weg – und dann wird’s skuril: Das Gipfelkreuz steht nicht auf dem Gipfel, sondern kurz davor...

Als wir schließlich auf der Aussichtsplattform ankommen, sind wir geplättet von dem wunderbaren Panorama. Von dem 50 Meter hohen Schuttbergl überlickt man das ganze Olympiagelände – wirklich herrlich!

Ein paar Erinnerungsfotos später treten wir den Abstieg an. Den Bäumen auf dem Weg hat jemand Schals und Häkeldecken angezogen. Lange ziehen uns diese aber nicht in ihren Bann, denn wir freuen uns schon auf unsere Einkehr. Auf der Olympia-Alm, die seit 1969 hungrige Wanderer versorgt, stärken wir uns mit Fleischpflanzerln, Obatzdn, Brezn und Radler.

Gesättigt und glücklich treten wir den Heimweg an. Also wieder zurück über den Olympiasee und quer durchs Gelände. Am Ende unserer Olympia-Wanderung steigen wir zwar nicht aufs Treppchen, sondern die Treppen hinunter zur U-Bahn – wie Gewinner fühlen wir uns trotzdem.

Sabrina Höbel, Florian Fussek

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