Herr OB Ude ...

Warum dürfen Rentner nicht umsonst mit Bus und Bahn fahren?

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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Steuer einer alten Trambahn.

Die tz-Leser fragen, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude antwortet. Heute: Warum Rentner nicht kostenlos öffentlich fahren dürfen.

Ob Ihre Aussage über Italien und England so richtig ist, kann ich nicht beurteilen, ich halte eine solche Regelung aber für nicht vertretbar. Wer sagt denn, dass alle Menschen mit Vollendung des 60. Lebensjahrs plötzlich sozial hilfsbedürftig werden? Viele sind in diesem Alter berufstätig und erzielen das höchste Einkommen ihrer Berufslaufbahn. Andere haben in diesem Altersabschnitt wesentlich weniger Ausgaben als in jüngeren Jahren, weil sie damals Kinder aufziehen oder zur Universität schicken mussten. In Ihrer Frage nehmen Sie aber nicht auf das Lebensalter, sondern auf das Rentnerdasein Bezug. Auch bei Rentnerinnen und Rentnern gibt es aber beachtliche Einkommensunterschiede! Wenn alle Personen, die nicht im Berufsleben stehen, zum Nulltarif fahren dürfen sollen, dann müsste dies auch für alle Kinder, Jugendlichen und Studenten gelten sowie für alle Frauen, die eine Berufspause zu Gunsten der Familie einlegen, oder auch für Arbeitslose. Entsprechend müssten dann die Fahrpreise für Berufstätige angehoben werden, was gerade für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, um jeden Tag ihren Arbeitsplatz zu erreichen, vollkommen unerträglich wäre.

Sänk ju: Das Englisch der Deutschen Bahn

đänk ju weri matsch, Deutsche Bahn!

Rentnerinnen und Rentner benützen den MVV nicht so oft, außerdem kommt ihnen die Seniorenkarte IsarCard60 sehr entgegen. Mit diesem Angebot liegt der MVV bundesweit an der günstigsten Position. So kostet die IsarCard60 für den Innenraum monatlich nur 37 Euro. Die vergleichbare Fahrkarte kostet in Hamburg zum Beispiel 48 Euro und in Frankfurt gar 58,30 Euro.

Unsere Tarifgestaltung kommt der Altersgruppe 60 plus also wirklich sehr weit entgegen. Weitergehende Vergünstigungen müssten letztlich die Berufstätigen zusätzlich bezahlen.

Herr OB Ude, warum führt im Südbad keine Treppe mehr ins Wasser?

 

Frage: Mit großem Interesse ­lese ich in der tz die Fragen der Leser an Sie. Auch ich habe eine: Das umgebaute Südbad gefällt mir gut, das Außenbecken ist toll. Aber warum gibt es kein Seil mehr, das den Nichtschwimmerbereich abtrennt? Außerdem kommt man nur noch an Leitern ins Wasser, früher gab es eine Treppe. Da ich in den Knien starke Arthrose habe, fällt mir der Ausstieg jetzt schwer. Kann man da nichts ­machen?

Rosa Schweigart, Hadern

Antwort: Vielen Dank für das Lob des Wellnessbeckens im Außenbereich. Es bietet mit Strömungskanal, Sprudelliegen, Massage- und Nackenduschen tatsächlich Badespaß bei jedem Wetter. Das Trennungsseil gibt es nicht mehr, weil das Gefälle zwischen Nichtschwimmer- und Schwimmerteil nicht mehr steil ausgeführt wurde wie früher, sondern jetzt ganz gleichmäßig verläuft. Es gibt keine „Knicklinie“ mehr, auf die warnend hingewiesen werden müsste. Auf eine breite Einstiegstreppe haben die SWM-Bäder bewusst verzichtet, um keine Schwimmbahn zu verlieren. In all den Zeiten, in denen öffentlicher Badebetrieb herrscht und gleichzeitig Becken für Vereine oder Schulen gesperrt werden müssen, kommt es wirklich auf jede Schwimmbahn an. Aber für Besucher, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, gibt es eigens einen „Lift“. Sprechen Sie doch das nächste Mal einfach die Mitarbeiter des Südbades an, sie sind Ihnen jederzeit gerne behilflich.

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