Mehr als doppelt so viel wie bisher

Nach Überfall am Sendlinger Tor: Opfer fordert 200.000 Euro

+
Der Tatort: Hier sollen Mike B. und weitere Jugendliche Wolfgang O. zusammengeschlagen haben.

München - Wolfgang O. wird bei einer brutalen Attacke von Schweizer Jugendlichen schwer verletzt. Mit dem ersten Urteil ist er nicht einverstanden. Nun zieht er wieder vor Gericht.

Fast sieben Jahre sind seit der Tat vergangen, gut fünfeinhalb Jahre seit dem strafrechtlichen Urteil - jetzt beschäftigt sich erneut ein Gericht mit der brutalen und grundlosen Attacke am Sendlinger-Tor-Platz vom 30. Juni 2009.

Der Versicherungskaufmann Wolfgang O. (damals 46) war von mehreren 16-jährigen Schülern so heftig geschlagen und getreten worden, dass er lebensgefährlich verletzt wurde. Der Bericht der Ärzte ist schockierend: Gesichtsfrakturen, Schädel-Hirn-Trauma, Abbruch des Gesichtsschädels. Für diese Verletzungen will O. Schmerzensgeld - und zwar mehr, als das Landgericht München I festsetzte. Haupttäter Mike B. war zu sieben Jahren Haft und 80.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden.

Vermeintlicher Haupttäter wieder auf freiem Fuß

Das Opfer ging in Berufung, fordert mindestens 200.000 Euro, außerdem soll B. auch für sogenannte immaterielle Folgeschäden aufkommen. Das Landgericht hatte diese Zahlungen nur für materielle Schäden zugestanden - also jene Schäden, die man direkt in Geld messen kann. Am Dienstag befasst sich das Oberlandesgericht mit der Sache. Auch B., der nach Auskunft des Gerichts wieder auf freiem Fuß ist, war in Berufung gegangen: Er bestreitet eine Tatbeteiligung, will das Urteil aufheben lassen.

O. war von einer Gruppe Jugendlicher attackiert worden - wie sich herausstellte, handelte es sich um Schüler einer Schweizer Schule, die in München auf Klassenfahrt waren. Zuvor hatten die Halbstarken andere Passanten wahllos niedergeschlagen und teils schwer verletzt.

Wolfgang O. wird am Dienstag selbst bei der Verhandlung anwesend sein, das bestätigte sein Anwalt Alexander Fischer von der Kanzlei DABB. Mike B.s Anwalt Christian Bärnreuther war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

auch interessant

Meistgelesen

Kleiner Geldbeutel? Hier können Sie in München sparen
Kleiner Geldbeutel? Hier können Sie in München sparen
Fälle brutaler Wilderei rund um die Stadt häufen sich
Fälle brutaler Wilderei rund um die Stadt häufen sich
Stau bei der Stadt: Das Wohnungsamt sperrt montags zu!
Stau bei der Stadt: Das Wohnungsamt sperrt montags zu!
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke

Kommentare