Ticker: Verhandlung für heute beendet

Uli-Hoeneß-Prozess: Jetzt sind es 27,2 Millionen

Uli Hoeneß Prozess
+
Uli Hoeneß hat bis zu 26,3 Millionen Euro hinterzogen.

München - Uli Hoeneß steht wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Die Aussage einer Steuerfahnderin belastet Hoeneß schwer, und jetzt ist die Summe noch einmal gestiegen. Tag 2 im Steuer-Prozess zum Nachlesen im Ticker.

+++17.04 Uhr +++ Das war's für heute. Am Mittwoch geht's hier ab 7.30 Uhr im Live-Ticker mit dem dritten Prozesstag weiter. Bis dann!

+++ 16.45 Uhr +++ Zahlreiche Politiker fordern den Rücktritt von Uli Hoeneß aus dem Aufsichtsrat des FC Bayern. Hier geht's zur Meldung.

Uli-Hoeneß-Prozess: Live-Ticker am Tag nach dem Urteil

+++ 16.21 Uhr +++ Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft, hält einen Urteilsspruch am Donnerstag nun doch wieder für möglich, weil die heutige Zeugin nicht weiter befragt werden muss. Über das mögliche Strafmaß sagte Heidenreich gegenüber merkur-online, er wolle nicht spekulieren. Allerdings werde die Höhe der hinterzogenen Steuern sehr wohl Einfluss auf das Strafmaß haben. "Naivität schützt vor Strafe nicht", sagte Heidenreich.

+++ 16.11 Uhr +++ SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat sich entsetzt über die neuen Größenordnungen der Steuervergehen von Uli Hoeneß gezeigt. „Ich bin fassungslos über das Ausmaß der Steuerhinterziehung“, sagte Oppermann am Dienstag in Berlin über den Präsidenten des FC Bayern München. Hoeneß habe offenbar den Überblick verloren. Oppermann betonte, der Fall zeige, wie wichtig der Kampf gegen Steuerbetrug und Steueroasen sei. Nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft liegt die Steuerschuld von Hoeneß bei 27,2 Millionen Euro.

+++ 16.01 Uhr +++ Nach einem Wust von Zahlen und Anträgen fragte übrigens Richter Heindl kurz vor Ende des zweiten Prozesstages noch in Richtung Hoeneß: "Verstehen Sie das?" Daraufhin antwortete Hoeneß: "Nein", und lächelte seinem Anwalt etwas gequält zu.

+++ 15.59 Uhr +++ Richter Heindl fragt, ob es noch Anträge gibt. Dem ist offenbar nicht so, daher ist die Verhandlung unterbrochen. Morgen geht's um 9.30 Uhr weiter.

+++ 15.57 Uhr +++ Die Entscheidung über eine mögliche Verlängerung des Prozesses wird erst an diesem Mittwoch fallen. Das gab Gerichtssprecherin Andrea Titz soeben bekannt.

+++ 15.53 Uhr +++ Die Zeugin ist entlassen.

+++ 15.50 Uhr +++ Staatsanwalt und Verteidigung stellen Gabriele H. Fragen. Angesichts der Zahlen, die im Raum stehen, stelle sich laut Richter Heindl die Frage, "ob man über Verlustvorträge schreiben muss, die wahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr zur Auswirkung kommen".

+++ 15.41 Uhr +++  Die Steuerstrafrechts-Expertin Christine Varga hält entgegen anderer Meinungen von Juristen eine Bewährungsstrafe für Uli Hoeneß weiter für möglich. Obwohl er offenbar verspätet eingereicht und Fristen verstreichen lassen hat, könne die Selbstanzeige „trotz der formalen Unregelmäßigkeiten erheblich zu seinen Gunsten gewichtet werden“, sagte Varga am Dienstag der dpa.

Laut der Juristin müssten die Gesamtumstände im Fall Hoeneß berücksichtigt werden. „Wer Selbstanzeige erstattet und den Steuerbehörden freiwillig Unterlagen vorgelegt, erleichtert deren Arbeit spürbar.“

+++ 15.36 Uhr +++ Nach knapp 20-minütiger Verzögerung geht es jetzt weiter - und man hat sich geeinigt: 27,2 Millionen Euro. Ein Sprecher des Gerichts hat unserer Redakteurin Stefanie Wegele diese Zahl nun bestätigt.

+++ 15.28 Uhr +++ Verzögerung im Prozess. Eigentlich sollte es bereits seit zehn Minuten weitergehen, doch die Beteiligten sind noch nicht wieder im Saal.

+++ 15.19 Uhr +++ Die Steuerschuld wächst minütlich: Jetzt ist die Rede von 27,2 Millionen Euro. Die bereits errechneten 23,7 Millionen, die die Steuerfahnderin vorlegt, plus 3,5 Millionen Euro aus der Anklage.

+++ 15.08 Uhr +++ Noch immer herrscht Verwirrung um die tatsächliche Steuerschuld von Uli Hoeneß. Wie viel hat er nun hinterzogen? Er selbst hatte am Montag von 18,5 Millionen Euro gesprochen - 15 Millionen Euro mehr als in der Anklage. Die Steuerfahnderin beziffert die Steuerschuld auf 23,7 Millionen, dazu kämen Kapitaleinkünfte in Höhe von 2,6 Millionen Euro.

+++ 15.03 Uhr +++ Auf unserer Facebook-Fanseite des FC Bayern lösen die neuen Zahlen um Uli Hoeneß' Steuerschuld Betroffenheit aus. Ein User kommentiert die neue Faktenlage allerdings mit Sarkasmus: "Wir sind halt immer für neue Rekorde gut", schreibt er.

+++ 14.40 Uhr +++ Die Staatsanwaltschaft korrigiert die Zahl sogar noch nach oben: 26,2 Millionen Euro stehen im Raum.

+++ 14.30 Uhr +++ Möglicherweise hat Uli Hoeneß noch mehr hinterzogen, als gestern angegeben. Mindestens 23,7 Millionen Euro stehen laut Steuerfahnderin aus den Jahren 2003 bis 2007 zu Buche, dazu kommen noch etwa 2,5 Millionen Euro aus den Jahren 2007 bis 2009. Macht über 25 Millionen Euro. Ken Heydenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft, hat dies unserer Reporterin Stefanie Wegele bestätigt.  

+++ 14.24 Uhr +++ Gabriele H. hat weiter ausgesagt. Während am Richtertisch Akten hin- und hergereicht wurden, reagierte der Angeklagte unruhig - und Beobachtern zufolge "mit einem hochroten Kopf". Er kniff die Lippen zusammen und saß unentspannt an seinem Platz, während die anderen vorne Zahlen begutachteten.

+++ 14.20 Uhr +++ Pause im Hoeneß-Prozess.

Aufsichtsrat des FC Bayern hält weiter an Uli Hoeneß fest

+++ 14.10 Uhr +++ Der prominent besetzte Aufsichtsrat des FC Bayern München will trotz der neuen Enthüllungen im Steuerprozess vor einem Urteil keine Entscheidungen in der Causa treffen. Das bekräftigten sowohl Adidas-Sprecher Jan Runau als auch VW-Chef Rupert Stadler. Bereits im November hatte es eine Stellungnahme gegeben. „Dem haben wir nichts hinzuzufügen“, sagt Stadler.

+++ 13.51 Uhr +++ Die ersten Zuschauer verlassen den Gerichtssaal. Ob der Zahlenwust zu anstrengend ist?

+++ 13.35 Uhr +++ Kleine Randnotiz: Die Steuerfahnderin hat alle Daten in Aktenordnern mitgebracht - in einem roten Wäschekorb.

+++ 13.19 Uhr +++ Gleich zu Beginn stellt Hanns Feigen, der Verteidiger von Uli Hoeneß, klar, dass die belastenden Unterlagen zwar vorgelegen haben, aber "in keinster Weise" verwertbar gewesen seien.

+++ 13 Uhr +++ Mittagspause vorbei, der Prozess geht weiter.

+++ 12.55 Uhr +++ Es gilt übrigens weiterhin striktes Handyverbot während der Verhandlung. Fotografieren ist auch nicht erlaubt, wie einer der Zuschauer feststellen musste. Der hat Ärger mit der Polizei bekommen...

+++ 12.50 Uhr +++ Nach der Pause geht die Steuerfahnderin weiter die Zahlen durch - wahre Zahlenkolonnen warten auf die Beteiligten. Jahr für Jahr wird die Steuerschuld von Uli Hoeneß aufgedröselt. Jetzt kommen wohl die relevanten Zahlen. Der Richter hat die Anwesenden bereits vorgewarnt: "Es wir noch komplizierter und anstrengender."

+++ 12.30 Uhr +++ Immer mehr Details aus der Aussage der Steuerfahnderin werden bekannt. So habe Uli Hoeneß bei der Einreichung von Unterlagen in seinem Steuerverfahren mehrmals Fristen verstreichen lassen. Die Schilderungen von Gabriele H. ergaben, dass „über einen sehr langen Zeitraum gar keine Unterlagen nach Erstattung der Selbstanzeige eingereicht wurden“, berichtete Gerichtssprecherin Andrea Titz.

Zudem habe die Zeugin dargestellt, dass „immer wieder neue Fristen“ gesetzt wurden und dass diese „jeweils wieder verstrichen sind, ohne dass Unterlagen eingereicht wurden“, erklärte Titz.

+++ 12.20 Uhr +++ Offenbar soll am Mittwoch doch noch ein weiterer Zeuge geladen werden. Es handelt sich um einen Betriebsprüfer, der Hoeneß häufiger überprüft hatte, weil dieser - wie Richter Rupert Heindl es formulierte - "Einkommensmillionär" sei. Er wird Zeuge Nummer fünf im Fall Hoeneß.

+++ 12.12 Uhr +++ Um 13 Uhr wird der Prozess fortgesetzt.

Gerichtssprecherin: Vermutlich kein Urteil am Donnerstag

+++ 12.07 Uhr +++ Es wird wohl nicht zu einer Urteilsverkündung an diesem Donnerstag kommen. „Es ist nicht mehr sehr wahrscheinlich, dass es so sein wird“, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz und betonte: „Es ist durchaus davon auszugehen, dass weitere Termine erforderlich sein werden.“ Der Grund: Die Beweisaufnahme wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem habe die Befragung der Steuerprüferin, die möglicherweise am Dienstag nicht abgeschlossen werden kann, etliche Fragen aufgeworfen.

+++ 12 .01 Uhr +++ Richter Heindl zeigt sich verärgert über die Art der Selbstanzeige. Sowohl der genannte "Schuhkarton voller Daten" als auch die Tatsache, dass die Daten während der Faschingsferien eingegangen seien - eine Zeit, in der Gabriele H. und ihre Kollegen eigentlich Urlaub gehabt hätten.

+++ 11.56 Uhr +++ Gleich ist Mittagspause beim Prozess.

+++ 11.55 Uhr +++ Alle Daten werden aufgeschlüsselt: Als es um das Jahr 2005 und "Moneymarket" geht fragt der Richter: "Was ist das?" Allgemeines Schulterzucken im Gerichtssaal. Auch bei Uli Hoeneß. Doch der lächelt - zum ersten Mal an diesem Prozesstag.

+++ 11.54 Uhr +++ Audi-Chef Rupert Stadler will sich weiterhin nicht zur Zukunft von Uli Hoeneß äußern. Das Gerichtsverfahren gegen den Präsidenten des FC Bayern laufe noch, sagte der Konzernchef am Dienstag in Ingolstadt auf der Bilanzpressekonferenz der VW-Tochter. Der Prozess gegen Hoeneß, der auch Aufsichtsratschef der FC Bayern München AG ist, beleuchte einen „komplexen Sachverhalt“ und bedürfe einer „letztinstanzlichen Entscheidung“, erklärte Stadler. Der Manager ist im Aufsichtsrat der Bayern Hoeneß` Stellvertreter. Audi ist am FC Bayern beteiligt, neben Stadler sitzt auch VW-Chef Martin Winterkorn im Aufsichtsrat.

+++ 11.45 Uhr +++ Das sagen die Fans zum Uli-Hoeneß-Prozess: Hier finden Sie eine Bildergalerie

+++ 11.41 Uhr +++  Vor Gericht geht es auch weiter: Die Steuerfahnderin rechnet seit etwa 30 Minuten Daten vor, die auch die 18,5 Millionen Euro ergeben, die Uli Hoeneß beim Prozessauftakt in seinem Geständnis genannt hatte.

+++ 11.20 Uhr +++ Ungeachtet der neuen Vorwürfe will Uli Hoeneß heute Abend beim Champions-League-Spiel in der Allianz Arena dabei sein. Am Samstag hatte er noch auf die Reise zum Bundesliga-Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg verzichtet.

+++ 11.12 Uhr +++ Abgesehen von diesen neuen Entwicklungen mehren sich wieder die Stimmen, die den Rücktritt von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München fordern. Neben dem Chef der Steuergewerkschaft, Thomas Egenthaler, haben sich nun auch der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, und Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann zu Wort gemeldet.

Uli Hoeneß hielt Daten ein Jahr lang zurück

+++ 11.05 Uhr +++ Gabriele H. erklärt in ihrer Aussage, das Amt hätte die Daten am 27. Februar 2014 erhalten. Es handelte sich um Kontoauszüge, gespeichtert im PDF-Format. Diese habe die EDV überprüft und dabei festgestellt, dass die Daten ursprünglich bereits im Januar 2013 erstellt worden waren. Die Datei sei im Februar 2014 angepasst worden - und wurde so an die Ermittler übergeben. Allerdings sagt H. vor Gericht nicht, was an der Datei geändert wurde.

+++ 11.03 Uhr +++ Es scheint so, als haben Uli Hoeneß und seine Berater die Steuerfahnder absichtlich hingehalten. Man habe sich immer wieder mit Verweis auf die fehlenden Informationen der Bank entschuldigt, die die Daten nicht habe liefern können.

+++ 10.54 Uhr +++  Diese massiven Vorwürfe gehen aus der Aussage der Steuerfahnderin hervor. Wie Gabriele H. schilderte, gab es nach der Selbstanzeige mehrere Gespräche und Treffen, bei denen Hoeneß über seine Steuerberater und Anwälte Angaben zur ursprünglichen Anzeige ergänzte oder das Nachreichen von Daten ankündigte - bis hin zu der Übergabe eines USB-Sticks mit den vollständigen Bankunterlagen erst zwei Wochen vor dem jetzigen Prozessbeginn.

+++ 10.50 Uhr +++ Abgesehen von den Daten, die die Berater bereits vor einem Jahr vorgelegt haben (Zitat Richter Heindl: "Man könnte sagen, Sie haben einen Schuhkarton voll Daten abgegeben"), existiert ein PDF mit Grunddateien, das bereits am 18. Januar 2013 von der Bank erstellt wurde - und erst am 27. Februar dieses Jahres zusammen mit den anderen Daten übergeben wurde. Der schwere Verdacht: Man habe das Datum dieses PDFs manipulieren wollen.

+++ 10.44 Uhr +++ Offenbar lagen die Daten der Bank bereits seit einem Jahr vor - zumindest den Beratern von Uli Hoeneß. Nun steht auch im Raum, dass das Datum der Dokumente geändert worden sein soll.

+++ 10.43 Uhr +++ Zehn Minuten Pause.

+++ 10.41 Uhr +++ Uli Hoeneß hat sich - abgesehen von seinem morgendlichen Gruß - heute noch nicht geäußert.

+++ 10.30 Uhr +++ Bei "Hart aber fair" war der Prozess um Uli Hoeneß am Montagabend natürlich auch Thema. Ein Gast ging besonders hart mit dem Bayern-Präsidenten ins Gericht.

+++ 10.27 Uhr +++ Gibt es am Donnerstag ein Urteil? Oder wird der Prozess sogar unterbrochen? Während sich Experten einig sind, dass Uli Hoeneß nicht mit einer Bewährungsstrafe davonkommen wird, muss sich das Gericht zunächst mit der Frage befassen, ob die vorliegenden Informationen überhaupt eine Fortsetzung der Verhandlung zulassen. Knackpunkt könnte die Befragung der Steuerfahnderin Gabriele H. sein. Die spricht bereits seit einer Stunde.

Uli Hoeneß vor Gericht: Bilder vom zweiten Prozesstag

Uli Hoeneß vor Gericht: Bilder vom zweiten Prozesstag

+++ 10.19 Uhr +++ Was bei dem Trubel um den FC Bayern-Präsidenten beinahe untergeht: Heute Abend (20.45 Uhr) ist das Champions League-Rückspiel der Bayern gegen Arsenal. Wo Sie das Spiel ansehen können, erfahren Sie hier.

+++ 9.57 Uhr +++ Nicht nur der Zuschauerandrang ist geringer, auch die Sicherheitsmaßnahmen wurden am Dienstag heruntergefahren. Waren es gestern noch 150 Polizisten, sind heute noch 100 Beamte im und am Justizpalast im Einsatz.

Uli Hoeneß: Beim zweiten Prozesstag ernst und angespannt

+++ 9.54 Uhr +++ Hoeneß wirkt Beobachtern zufolge ernster als am Vortag. Er lächelte kurz in die Kameras, die den Saal inzwischen verlassen haben, macht aber einen angespannteren Eindruck. Als beim Prozessauftakt.

+++ 9.53 Uhr +++ Uli Hoeneß' Ehefrau Susi steht ihrem Mann auch am zweiten Prozesstag bei, sie ist wieder im Gerichtssaal.

+++ 9.51 Uhr +++ Die entscheidende Frage wird wohl sein, ob die Sichtung der 70.000 Seiten mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ursprünglich hatte Richter Rupert Heindl geplant, am Donnerstag das Urteil zu verkünden. Ob das nun noch möglich ist?

+++ 9.46 Uhr +++ Nach dem überraschenden Millionengeständnis stellt sich die Frage, wie der Prozess nun weitergeht. Die leitende Rosenheimer Steuerfahnderin, die heute aussagt, hat sich mit dem umfangreichen Material beschäftigt, das Uli Hoeneß und seine Anwälte erst eine Woche vor Prozessbeginn zur Verfügung stellten.

Das sagen die Bayern-Stars zum Hoeneß-Prozess 

+++ 9.35 Uhr +++ Es geht los. Ein kurzes "Morgen" von Uli Hoeneß.

+++ 9.30 Uhr +++ Auf die Minute: Uli Hoeneß kommt in den Gerichtssaal. Heute: blaue Krawatte. Der Prozess geht weiter.

+++ 9.24 Uhr +++ Jetzt kommt der Hinweis an die Presse und Zuschauer: Es dürfen KEINE Fotos aus dem Zuschauerbereich geschossen werden. Die Geräte werden eingezogen, wenn es doch jemand tut.

+++ 9.20 Uhr +++ Uli Hoeneß' Leibwächter ist schon da, Hoeneß selbst allerdings nicht. Noch dürfen die Kamerateams und Fotografen filmen und fotografieren - wenn der Prozess losgeht, müssen sie raus.

+++ 9.08 Uhr +++ Im Gerichtssaal wird gefilmt. Die Reporter haben sich so positioniert, dass sie Hoeneß und den Richter filmen und fotografieren können, wenn es um 9.30 Uhr losgeht. Im Saal herrscht übrigens Handyverbot - und Richter Rupert Heindl nimmt es damit sehr genau.

Experten glauben nicht an Bewährung für Uli Hoeneß

+++ 9.07 Uhr +++  Die Steuer-Experten scheinen sich einigermaßen einig zu sein: Auch der Chef der Steuergewerkschaft, Thomas Eigentaler, glaubt nicht an eine Bewährungsstrafe. Er sagt: "Eine Freiheitsstrafe ist für mich absolut zwingend." Er habe "ganz, ganz starke Zweifel", dass sie jetzt noch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte... 

+++ 9 Uhr +++  Noch 30 Minuten. Fotografen und Kamerateams positionieren sich im Gerichtssaal.

+++ 8.52 Uhr +++ Der zweite Prozesstag scheint weniger Interessierte anzulocken: Weniger Presse, weniger Zuschauer, ein paar Polizeibeamte, sagt unsere Kollegin vor Ort. 40 Minuten vor Beginn des zweiten Verhandlungstags gegen Uli Hoeneß sind noch einige Plätze im Saal 134 frei.

+++ 8.47 Uhr +++ Kommt Uli Hoeneß' Geständnis zu spät? Jurist und FDP-Politiker Wolfgang Kubicki glaubt jedenfalls nicht an eine Bewährungsstrafe für den Präsidenten des FC Bayern München. „Die Zahl alleine, 18 Millionen Euro, ist so schwerwiegend, das mir der Glaube momentan fehlt, dass er eine Bewährungsstrafe erhalten kann. Das Gericht werde Strafmilderungsgründe berücksichtigen. Dazu zähle auch die Tatsache, dass Hoeneß die volle hinterzogene Summe gestanden habe. „Er hat damit dokumentiert, dass er reinen Tisch machen will, wenn auch spät“, sagte Kubicki.

+++ 8.30 Uhr +++ Warten auf Hoeneß - zumindest warten die Kollegen im strahlenden Sonnenschein.

+++ 8.14 Uhr +++  Bei der Zeugin, die heute aussagen soll, handelt es sich um die Finanzbeamtin, die die Selbstanzeige geprüft hat. Von ihrer Aussage wird übrigens auch abhängen, ob am Donnerstag überhaupt ein Urteil gefällt werden kann.

+++ 8 Uhr +++ Auch an diesem zweiten Prozesstag sind die Kollegen @SteffiWeg und @PhVetter vor Ort und berichten aus dem Justizpalast. In der Redaktion verfolgt @KathiBrack das Geschehen. Die Schlange vor dem Gerichtsgebäude ist heute Morgen bedeutend kürzer als am Vortag. Ein paar Hartgesottene haben sich aber trotzdem schon vor dem Justizpalast eingefunden.

+++ 7.45 Uhr +++ Heute soll die letzte Zeugin vor der Wirtschaftskammer aussagen. Drei der insgesamt vier geladenen Zeugen sind bereits gestern vor Gericht erschienen und haben ihre Aussagen gemacht.

+++ 7.30 Uhr +++ Aus Politik und Kirche kommt deutliche Kritik an Uli Hoeneß. Der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, forderte in der "Rheinischen Post" vom Dienstag den sofortigen Rückzug von Hoeneß vom Präsidenten-Amt beim FC Bayern. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) zeigte sich in den „Ruhr Nachrichten“ vom Dienstag "fassungslos", nachdem Uli Hoeneß vor Gericht eingeräumt hatte, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, warnte in den "Kieler Nachrichten" vom Dienstag vor einer Sondermoral für Prominente.

Uli Hoeneß: Das schreibt die Presse zum ersten Prozess-Tag

Uli Hoeneß: Das schreibt die Presse zum ersten Prozess-Tag

+++ 7.01 Uhr +++ Der Uli-Hoeneß-Prozess wird am Dienstag ab 9.30 Uhr fortgesetzt. Dann soll eine weitere Zeugin, eine Steuerbeamtin, die die Akten derzeit unter die Lupe nimmt, vernommen werden. Gespannt wird verfolgt, ob eine Tendenz zu erkennen ist, inwieweit die von Hoeneß gestandenen neuen Millionenbeträge die Verhandlung beeinflussen. Offizieller Bestandteil der Anklageschrift waren sie nicht.

Zahlen und Fakten zum ersten Prozesstag

  • 18,5 Millionen: Diese Summe hat Uli Hoeneß eigenen Angaben zufolge tatsächlich hinterzogen - statt der angegebenen...
  • 3,5 Millionen Euro
  • 50.000: So viele Bewegungen soll es auf Uli Hoeneß' Zocker-Konto gegeben haben.
  • Fünf Stunden: So lange dauerte der erste Verhandlungstag.
  • Zehn Jahre: Das ist die mögliche Höchststrafe, die Uli Hoeneß drohen könnte, wie Steuer-Experte Bernd Schiffer im Gespräch erklärt.

Uli-Hoeneß-Prozess: Das passierte am ersten Tag vor Gericht

Richter Rupert Heindl hat Uli Hoeneß am ersten Prozess-Tag ordentlich in die Mangel genommen. Der FC-Bayern-Präsident zeigte zunächst Reue und beteuerte, dass ihm sehr daran gelegen sei, dass er vollständig zur Steuer-Ehrlichkeit zurückkehrt. Dabei waren Hoeneß' Aussagen aber nicht immer glaubwürdig. Selbst sein Anwalt, Hanns Feigen, musste den 62-Jährigen scharf ermahnen, dem Richter keinen Bären aufzubinden. Schon sehr früh im Prozess stellte sich heraus, dass Uli Hoeneß deutlich mehr Steuern hinterzogen haben soll, als bisher angenommen: Uli Hoeneß räumte gleich zum Auftakt des spektakulären Strafprozesses eine Steuerhinterziehung von ganzen 18,5 Millionen Euro ein. Uli Hoeneß versuchte Richter Heindl glauben zu machen, dass er gar nicht bis ins Detail von den millionenschweren Devisengeschäften gewusst habe und stellte sich als blauäugigen und gutgläubigen Börsen-Zocker dar. Doch Heindl ließ sich nicht an der Nase herumführen und entgegnete Hoeneß: "Sie können mit Ihrem Geld machen, was Sie wollen. Aber ich kann es nicht nachvollziehen, dass hier um Millionen gezockt wird - und da gibt es kein Gespräch darüber."

Seine Frau Susi hatte den ersten Verhandlungstag aus der ersten Reihe im Gerichtssaal verfolgt. Nach fünfeinhalb Stunden verließ das Paar gemeinsam den Justizpalast.

weg/kb/pie/wi mit Material von dpa/afp/sid

Kathrin Brack

Kathrin Brack

E-Mail:kathrin.brack@merkur.de

Google+

auch interessant

Meistgelesen

Nach Überfall am Sendlinger Tor: Opfer fordert 200.000 Euro
Nach Überfall am Sendlinger Tor: Opfer fordert 200.000 Euro
Drei Gründe, warum Wohnen in München teuer bleiben wird
Drei Gründe, warum Wohnen in München teuer bleiben wird

Kommentare