Verkehrsbericht 2015

Polizei: Unfallflucht in München nimmt drastisch zu 

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Wie gefährlich Unachtsamkeit im Straßenverkehr sein kann, zeigen die jüngsten Ereignisse, bei denen ein 15-Jähriges Mädchen von der Tram erfasst und getötet wurde.

München - Nach dem aktuellen Bericht der Münchner Polizei zu Verkehrsunfällen in München häuften sich im letzten Jahr die Unfälle mit Fahrerflucht. Auch die Senioren bereiten der Polizei große Sorgen.

  • Jedes Jahr veröffentlicht die Polizei München eine Verkehrsstatistik zum vergangenen Jahr.
  • 2015 ist die Gesamtzahl der Unfälle im Großraum München minimal angestiegen. Insgesamt zählte die Polizei 54.786 Unfälle.
  • Drei Aspekte fallen im Bericht von 2015 besonders auf: die drastische Zunahme von Unfällen mit Fahrerflucht, die besondere Gefährdung von Senioren im Straßenverkehr und die zunehmende Unachtsamkeit von Fußgängern.

Alle neun Minuten erreignet sich in München ein Verkehrsunfall. Alle 80 Minuten wird ein Mensch bei einem Unfall verletzt und alle 12 Stunden sogar schwer.  Im Schnitt gibt es alle zweieinhalb Wochen ein Todesopfer auf unseren Straßen zu beklagen. Das geht aus dem aktuellen Verkehrsbericht der Münchner Polizei für das Jahr 2015 hervor.

Im letzten Jahr hatten insgesamt 21 Menschen - zehn davon Fußgänger - im Münchner Straßenverkehr ihr Leben verloren. Die Polizei stellt dazu fest, dass die meisten Fußgänger-Unfälle durch unvorsichtiges Verhalten, wie zum Beispiel die Straße zu überqueren ohne auf den Verkehr zu achten, mitverschuldet wurden. 

Unachtsamkeit kann tödlich sein - wie diese Beispiele zeigen

Kopfhörer und Smartphones spielen bei der Unachtsamkeit eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Erst Anfang März ist an der Landsberger Straße ein 15-jähriges Mädchen von der Tram erfasst und getötet worden. Die Jugendliche trug Kopfhörer. Mitte März erneut ein schwerer Unfall: Ein 17-Jähriger Schüler lief an der Regina-Ullmann-Straße vor einen Trambahn und wurde schwer verletzt. Auch er trug Kopfhörer.

An der Hohenzollerstraße wurde ein 23-jähriger Barkeeper schwer verletzt, als er von einem Auto beim Überqueren der Straße erfasst wurde. Er trug ebenfalls Kopfhörer. 

Unfallflucht nimmt drastisch zu

Ebenfalls besorgniserregend ist die gestiegene Zahl der Unfallfluchten. Bei einem Viertel alle Unfälle flüchteten die Verursache vom Unfallort. Zwar handelte es sich in den meisten Fällen um Bagatelldelikte wie Blechschäden, aber auch bei schweren Unfällen hielten die Fahrer nicht an. Wie zum Beispiel bei dem Unfall in der Lerchenau. Ein Rentner überquerte die Lerchenauer Straße auf Höhe der Schittgablerstraße und wurde dabei von einem Auto erfasst. Der Fahrer fuhr weiter und ließ den schwer verletzten Rentner auf der Straße liegen. Oder wie bei dem Fall in Solln, bei dem ein 83-jährigen Rentner von einem Auto von seinem Mofa geholt wurde. Der Autofahrer schaltete sein Licht aus und fuhr weiter. Die Polizei warnt die Flüchtenden: "Bei einer Aufklärungsquote von knapp 49 Prozent ist das Entdeckungsrisiko sehr hoch."

Senioren sind besonders gefährdet im Straßenverkehr

Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren gehören laut Polizei München zu den gefährdetsten. Zwar verursachen Senioren im Vergleich nicht mehr Unfälle als alle anderen Altersgruppen, sie sind aber als Fußgänger und Radfahrer am schwersten betroffen: Drei Viertel der Senioren, die zu Fuß oder auf dem Rad in einen Unfall verwickelt waren, verletzte sich dabei schwer - neun wurden getötet. 

Die Münchner Polizei mahnt alle Verkehrsteilnehmer am Ende des Berichts: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Verkehrsunfälle seien keine schicksalhaften Ereignisse, so die Polizei. Wenn sich alle an diesen Grundsatz halten würden, könnte man viele Unfälle vermeiden.

Quelle: Verkehrsbericht der Münchner Polizei 2015

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