Knatsch rund ums Sechzger-Stadion

Grünwalder Stadion: Anwohner genervt von Fußball-Fans

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Jede Menge Trubel: Fans des TSV 1860 am Giesinger Candidberg.

München - Das Stadion an der Grünwalder Straße ist Kultstätte - aber auch Problemzone. Anwohner haben sich nun über die Situation während der Fußballspiele beschwert.

Die Anwohner finden an Spieltagen keinen Parkplatz mehr in der Nähe ihrer Wohnung. Außerdem stinkt ihnen das Verhalten mancher Fans, die Vorgärten und Hauswände oft als Toiletten missbrauchten. Seit Jahren gibt es immer wieder solche Beschwerden.

Aktuell sind bis zu 12.500 Zuschauer im Grünwalder Stadion erlaubt. Doch meist jubeln nur „1000 bis 1500“ Fans, sagt Markus Drees, Vorsitzender des Vereins „Freunde des Sechz’ger Stadions“. Nur bei Derbys und wichtigen Topspielen der FCB-Damen seien es deutlich mehr. Also rund drei Mal im Jahr.

Für Unruhe unter Anwohnern dürfte sorgen, dass die Stadt gerade prüft, ob die Kapazität des Stadions vergrößert werden kann. Angestoßen wurden die Voruntersuchungen 2015 durch einen Antrag der Stadtrats-SPD. Der Bezirksausschuss (BA) befasste sich zuletzt mit Bauvoranfragen für Erweiterungen auf 15.000 und 18.500 Zuschauer.

Die BA-Mitglieder wollten sich in dieser Frage nicht klar positionieren, da alles noch sehr vage sei. Bei einem Ortstermin im Stadion machte BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) aber deutlich, dass an seinem Gremium bei weiteren Planungen kein Weg vorbeiführen wird: „Wir fordern, bei allen Schritten einbezogen zu werden.“

Entscheidend ist für Baumgärtner, „dass nicht jedes Referat sein eigenes Süppchen kocht, sondern am Ende ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt wird“. Ansonsten werde der BA das Vorhaben nicht mittragen. Auch die Bürger müssten ins Boot geholt werden: „Wir beabsichtigen eine Einwohnerversammlung.“ Das hält auch Lothar Langer vom Fanprojekt München für eine sinnvolle Idee: „Man muss die Beschwerden und Sorgen der Bürger ernst nehmen.“

Für die Anwohner spielt auch das Parklizenzgebiet im benachbarten Obergiesing eine Rolle. Weil Autofahrer nach Untergiesing ausweichen, fordert der BA einstimmig, „im Bereich Wettersteinplatz und St. Quirins-Platz, zwischen Stadion und Hangkante, Kurzstraße, Klausener Straße, Gufidauner Straße, Soyerhofstraße und Tegernseer Landstraße ein Parkraummanagement einzurichten“. Für den SPD-Fraktionssprecher Michael Sporrer ein erster Schritt, um die Anwohner künftig zu entlasten. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um das meistbespielte Stadion Münchens handelt.“ Die Stadt soll außerdem „von den Vereinen, welche das Stadion mieten, kombinierte Stadion-MVV-Tickets verlangen“.

Brigitta Wenninger

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