Decke herunter gekracht

Wie sich ein Rentner aus Trümmern rettete

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Gerhard B.s Wohnung in Untergiesing ist ein Trümmerfeld. Als er im Bett lag, krachten die massiven Rigipsplatten von der Decke. B. blieb unverletzt.

München - Jedem fällt sprichwörtlich irgendwann mal die Decke auf den Kopf – doch dem Münchner Gerhard B. (68) ist das am Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes passiert.

Als der Rentner in seiner Dachgeschosswohnung in Untergiesing gegen Mittag von seinem Bett aus fernschaute, krachte plötzlich die gesamte Deckenkonstruktion runter. Gerhard B. konnte sich im letzten Augenblick retten, blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

„Mir geht’s gut. Nur ein paar Kratzer“, wiegelt Gerhard B. auf tz-Nachfrage ab. Dabei ­hätte es den 68-Jährigen viel schlimmer erwischen können. Sein Ein-Zimmer-Appartement in der Söltlstraße gleicht einer Ruine. Die Deckenplatten, die an der Dachstuhlkonstruktion befestigt waren, haben seine Wohnung ruiniert. „Erst hörte ich ein Knistern“, erinnert sich B., „dann knarzte es etwas lauter.“ Gerade noch rechtzeitig schwang sich der Rentner aus dem Bett. Er sagt: „Die kleine Nische zwischen Bett und Tischplatte hat mich gerettet.“ Dann krachten die Rigipsplatten herab.

Gerhard B. konnte die Feuerwehr selbst verständigen. „Gott sei Dank lag das Telefon in der Nähe. Ich war etwa eine Viertelstunde gefangen.“ Erst die Feuerwehrmänner befreiten ihn aus seiner misslichen Lage.

Völlig unerwartet kam das Malheur für B. nicht. Das Gebäude sei in die Jahre gekommen: „An den Ecken platzte die Wandfarbe ab. Ich dachte mir schon, dass die Konstruktion nicht in Ordnung war. Vor ein paar Jahren stürzte ein dicker Ast auf das Haus. Vielleicht war die Decke da schon kaputt.“ Laut Gerhard B. wollte eine Firma die Statik begutachten. „Sie wollten am Montag kommen“, erzählt B. „Aber das war leider einen Tag zu spät.“

Wie hoch der Schaden in seiner Wohnung ist, kann Gerhard B. nur schätzen. „Das Bett ist auf jeden Fall durchgebrochen“, meint er. Der Nachbar habe ihm deshalb ein Feldbett geliehen. Das steht im Flur. Dort ist wenigstens die Decke stabil.

Johannes Heininger

Johannes Heininger

E-Mail:Johannes.Heininger@tz.de

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