OB sieht Stadt bei 1860-Abstieg gerüstet, aber …

Reiter: Im Grünwalder sind 15.000 Zuschauer das Maximum

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Das Grünwalder Stadion könnte im Falle eines Abstiegs des TSV 1860 wieder zu dessen Heimat werden.

München - Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht die Stadt und das Grünwalder Stadion für eine Rückkehr des TSV 1860 im Falle eines Abstieges gerüstet. Doch einigen Hoffnungen versetzt er einen Dämpfer.

Die Löwen taumeln, es droht wie schon 2015 der Abstieg in die 3. Liga. Sollte es zu diesem Szenario kommen, ist eine Rückkehr ins Grünwalder Stadion die vom Verein favorisierte Option. Oberbürgermeister Dieter Reiter verrät im Interview mit dem Münchner Merkur (Donnerstagsausgabe), dass er sich erst letzte Woche mit  Löwen-Präsident Peter Cassalette getroffen und über die Stadion-Frage gesprochen habe. Die Stadt habe sich konkret genug auf einen möglichen Abstieg von 1860 vorbereitet.

"Fakt ist: Wir haben mit dem Grünwalder Stadion ein Drittliga-taugliches Stadion", sagt Reiter. "Insoweit sind wir so vorbereitet, wie wir es sein müssen: Wir bieten ein Stadion für die dritte Liga." Reiter versetzt Hoffnungen für eine deutlich erhöhte Kapazität im Sechzgerstadion allerdings einen herben Dämpfer. Derzeit sind 12.500 zugelassen. Reiter nannte 15.000 die "maximal denkbare Zuschauerzahl".

Verkehrstechnisch sei eine deutlich höhere Zahl an Zuschauern nicht zu bewältigen, sagt er. "Leider kommen ja nicht alle Fans mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es geht also um die Zufahrtsstraßen, um Parkplätze, die fehlen." Es könne ohnehin nur um eine "maßvolle Aufstockung" gehen, um die bestehende Genehmigung für das Stadion nicht zu gefährden. Denn: Bei zu großen Veränderungen könnte der Bestandsschutz des Stadions aufgehoben werden, sodass eine Nutzung nicht mehr möglich ist.

Risikospiele im Olympiastadion? Reiter glaubt nicht daran

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Reiter verweist darauf, dass die Kapazität auch nach einem möglichen Wiederaufstieg die Auflagen der DFL für die zweite Liga mit 15.000 Zuschauern Kapazität erfüllen würde. Konkret auf den Fall einer Rückkehr in Liga zwei vorbereiten werde die Stadt sich vorerst aber noch nicht. "Jetzt geht es erst einmal konkret darum, was wir im Fall eines Abstiegs in die dritte Liga machen werden", sagte er. "Alles weitere werden wir rechtzeitig mit dem Verein abstimmen." Dass einzelne Hochsicherheitsspiele im Olympiastadion ausgetragen werden würden, glaubt Reiter nicht.

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Der Oberbürgermeister übrigens vermutet, dass sich in der Stadt immer noch mehr Menschen für all diese Fragen um den darbenden Zweitligisten interessieren als für ein Dauerbrenner-Thema der Politik: "Meine Einschätzung ist, dass es wahrscheinlich noch mehr Leute gibt, die sich über die Zukunft der Sechzger Gedanken machen als über den Standort des neuen Konzertsaals", sagt er in dem Gespräch mit dem Münchner Merkur.

Ob Reiter glaubt, dass Arena-Besitzer FC Bayern den Sechzgern den Auszugs-Plan vermiesen würden, wie er die Stimmung unter den Anwohnern in Giesing einschätzt und worin er die Bedeutung der Löwen für die Stadt sieht, lesen Sie im großen Interview mit dem Oberbürgermeister.

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