Neues gebiet am wettersteinplatz

Mieterschutz: Zwei neue Erhaltungssatzungsgebiete

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Ein neues Erhaltungssatzungsgebiet ist jetzt die Gegend rund um den Wettersteinplatz.

München - Der Planungsausschuss des Stadtrats hat am Mittwoch zwei Schutzzonen für Münchner Mieter erlassen. Zwei neue Erhaltungssatzungsgebiete wurden festgelegt.

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat heute die Erhaltungssatzungen „Untere Au/Untergiesing“ und „Wettersteinplatz“ beschlossen. Die werden voraussichtlich Ende Mai 2016 in Kraft treten.

Neu hinzu kommt der südlich an das bisherige Satzungsgebiet angrenzende Bereich zwischen Gerhardstraße, Agilolfingerstraße, Candidstraße und Waldeckstraße. Das neue Erhaltungssatzungsgebiet „Wettersteinplatz“ befindet sich im Stadtbezirk 18 Untergiesing – Harlaching zwischen den Straßenzügen Tegernseer Landstraße, Grünwalder Straße/Säbener Straße, Schellenbergstraße/ Hochkalterstraße und Gufidaunerstraße.

Es soll 6000 Menschen vor Luxussanierungen sowie der Umwandlung ihrer Miet- in Eigentumswohnungen schützen. Das Gebiet wurde ausgewählt, weil das Planungsreferat dem Quartier ein überdurchschnittliches Aufwertungs- und Verdrängungspotenzial attestiert. So liegt zum Beispiel die Zahl der Alleinerziehenden, die dort leben, deutlich höher als im stadtweiten Schnitt.

Die weitere Erhaltungssatzung, die heute beschlossen worden ist, betrifft ein Gebiet an den Isarauen, und zwar zwischen der Schweigerstraße und dem Candidplatz. Die Erhaltungssatzung „Untere Au/Untergiesing“ gibt es bereits seit 1991, jetzt wird sie für weitere fünf Jahre erlassen. Der Geltungsbereich ist in Richtung Süden ausgedehnt worden. 18.400 Menschen profitieren von der heutigen Entscheidung.

Damit gibt es in München 20 Erhaltungssatzungsgebiete mit insgesamt rund 141.000 Wohnungen, in denen fast eine Viertelmillion Einwohner leben. Die Landeshauptstadt erlässt  seit 1987 sogenannte Milieuschutzsatzungen. In diesen Gebieten stehen bestimmte bauliche Vorhaben sowie die Umwandlung von Haus- in Wohnungseigentum unter einem zusätzlichen Genehmigungsvorbehalt. Damit soll die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in dem jeweiligen Gebiet erhalten werden. Erhaltungssatzungen sind zeitlich befristet und werden regelmäßig vor Ablauf auf einen möglichen Neuerlass überprüft.

„Die Erhaltungsatzungen sind in einer teuren Stadt wie München eines der wenigen Instrumente, die wir haben, um gegen Luxussanierungen vorzugehen. Geplante Modernisierungen und Umwandlungen in Eigentumswohnungen müssen dort erst von der Stadt genehmigt werden", sagt SPD-Stadtrat und Planungssprecher Christian Amlong dazu. "Wir werden auch in Zukunft alles in unserer Macht stehende tun, um die Bevölkerungszusammensetzung in Münchens Quartieren beizubehalten. Wir wollen keine Viertel, in denen sich nur noch Wohlhabende eine Wohnung leisten können. Die angestammte Quartiersbevölkerung darf nirgends verdrängt werden. Auch in Vierteln, die in attraktiver Isarnähe liegen, die verkehrlich gut erschlossen sind oder nette Kneipen und Cafés haben, muss es Wohnungen geben, die sich auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel leisten können.“

mm/tz/pm

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