Anwohner besorgt und verärgert

Die Risiko-Baustelle am Kolumbusplatz

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Die Baustelle am Kolumbusplatz.

München - Derzeit bedeutet der Weg zur U-Bahn für viele Giesinger eine Mutprobe. An der U-Bahnhaltestelle Kolumbusplatz (U1, U2, U7) saniert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zurzeit die Fuge in der Decke.

Die Baustelle am Kolumbusplatz.

Diese Fuge, die beide Ausgänge in der Plattnerstraße quert, ist undicht geworden und hat Wasser durchgelassen. Problem: Deshalb sind diese beiden Aufgänge seit dem 4. April gesperrt – und es sind die einzigen südlich der Humboldtstraße. Alle anderen liegen auf der anderen Straßenseite – und die nächste Ampel ist rund 100 Meter entfernt. So manchem Pendler ist das zu weit. Um den Umweg zu sparen, gehen die meisten direkt über die Humboldtstraße.

Einer der gesperrten Abgänge und das Schild, das auf die andere Straßenseite weist

Eine gefährliche Angelegenheit! Die Stelle ist unübersichtlich, die Straße macht eine Kurve, die Autos kommen mit Tempo vom Giesinger Berg. Und Radler sind auch viele unterwegs … Laut Polizei ist bisher an dieser Stelle Gott sei Dank noch nichts passiert – aber die Anwohner sind in Sorge (siehe Umfrage unten). Die Frage: Warum werden beide Aufgänge gleichzeitig saniert? Hätte man nicht zumindestens einen offen lassen können? 

Die Grafik der MVG zeigt rot die gesperrten Abgänge. Grün sind alle funktionierenden Rolltreppen

Laut MVG heißt die Antwort ganz klar Nein! Man saniere die Fuge in einem Rutsch, da das weniger Zeit, Aufwand und Kosten verursache. Die Zeitersparnis betrage etwa vier Wochen, die Baukosten betrügen nur 160 000 statt 200 000 Euro. MVG-Sprecher Matthias Korte sagt: "Wir wollen sparsam sein. Der Umweg ist zu schaffen …" So oder so: Die Situation wird noch eine Zeitlang so bleiben. Noch bis Mitte Juli werden die Aufgänge voraussichtlich gesperrt bleiben. Bis dahin haben die Anwohner also noch die Qual der Wahl: Umweg oder Nervenkitzel!

Anwohner in Sorge

"Die Situation ist wirklich blöd. Es kann zu Unfällen kommen – das ist lebensgefährlich! Als Anwohnerin bin ich nicht wirklich begeistert. Wir wurden auch nicht davor informiert. Der Weg zur Ampel ist schon ein Riesenumweg."

Asra Khiroali (18), Azubi aus München



"Das ist eine Unverschämtheit! Es gibt keine Hinweise auf die Gefahr. Vor allem auf alte Leute wird keine Rücksicht genommen. Vier Mal am Tag muss ich hier rüber. In der Nacht ist es noch schlimmer. Man hat Angst, über die Straße zu gehen."

Lothar H. (59), Industriemeister aus München

"Die Ampel ist zwar nur hundert Meter weiter, aber oft hat man keine Zeit, weil man die U-Bahn erwischen muss. Besser wäre es, nur einen Aufgang zuzumachen. Warum baut man nicht eine provisorische Ampel auf? Zwar ist bisher noch nichts passiert, aber es war oft sehr knapp."

Sindy Kunstmann (26), Verkäuferin aus Ebersberg

Florian Fussek

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