Nach Gewalt-Eklat am Grünwalder

FCS-Fan: So richtete die Polizei meinen Schwager zu

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Die Polizei rückte (wie hier zum kleinen Derby im vergangenen Jahr) mit einem Großaufgebot am Grünwalder Stadion an - sieben Beamte wurden inzwischen angezeigt. Das kleine Foto zeigt die Kopfverletzung von Bastian P.s Schwager.

München - Die Meinungen über die Ausschreitungen am Rande des Regionalligaspiels FC Bayern II gegen Schweinfurt gehen weit auseinander. Jetzt spricht ein Anhänger des FCS.

Nach dem Spiel zwischen dem FC Bayern München II und dem 1. FC Schweinfurt 05 kam es zu heftigen Ausschreitungen. Die Polizei spricht von Übergriffen gewaltbereiter Schweinfurter Fans. Jetzt spricht ein Anhänger, der dabei war: Bastian P. (23).

Er war am Sonntag im Stadion an der Grünwalder Straße. Er hat miterlebt, wie es an diesem Tag zwischen Polizisten und den Anhängern der "Schnüdel" zu Auseinandersetzungen kam.

Gemeinsam mit seiner Schwester und seinem Schwager wollte Bastian P. nach Abpfiff den Gäste-Block des Grünwalder Stadions verlassen. Als eine der ersten von rund 50 Schweinfurt-Anhängern gelangten sie zum Ausgang. Dort trafen sie auf eine Absperrung der Polizei. Die von den Beamten verhängte Blocksperre sollte ein Aufeinandertreffen der beiden Fan-Gruppen verhindern. Nach wenigen Minuten bekamen die Fans von einem szenekundigen Beamten ein Zeichen, den Block verlassen zu dürfen.

Doch plötzlich, so erinnert sich Bastian P., nach zirka 15 bis 20 Metern auf dem Weg zum Bus wurden die ersten Anhänger von Polizisten des Unterstützungs-Kommandos attackiert. "Total unerwartet sind nach wenigen Schritten Beamte mit Schlagstöcken auf uns losgegangen", sagt er. "Man hat uns zurück in den Gäste-Block getrieben. Der Grund dafür ist mir schleierhaft."

Laut seiner Aussage machten die Beamten auch vor Frauen und Kindern nicht Halt. Gemeinsam mit seinem Schwager suchte er danach das Gespräch mit den Beamten. Auf die Frage, warum man so aggressiv gegen die Schweinfurt-Fans vorginge, erhielten sie keine Antwort. "Stattdessen wurden wir weiter attackiert. Beim Versuch, die Schlagstöcke abzuwehren, bekam mein Schwager einen Schlag auf den Kopf. Die Wunde blutete heftig und ich habe versucht, ihn aus der Gefahrenzone zu ziehen", sagt Bastian P. weiter.

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Gemeinsam mit seiner Schwester leistete er Erste Hilfe: "Die Verletzung sah ziemlich übel aus, es hat heftig geblutet und man sah sogar den Schädelknochen." Auf medizinische Hilfe mussten die Drei einige Minuten warten, weil die Polizei niemanden durch die Absperrung ließ. Sowohl vor als auch nach der Behandlung wurden die Sanitäter von den Beamten aufgehalten. Erst nach mehrfachen Bitten der Rettungskräfte konnte der Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden.

Doch wie reagiert eigentlich der Bayerische Fußball-Verband darauf, dass es zum wiederholten Male bei Spielen im Stadion an der Grünwalder Straße zu Randalen gekommen ist? Auf Nachfrage verweist man auf die Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt, Pyrotechnik und Rassismus. In 278 Spielen gab es nach BFV-Angaben sechs Pyrotechnik-Vorfälle, aber keine gewalttätigen Auseinandersetzungen innerhalb der Stadien.

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