Sanierung geht nicht voran

Neue Ungewissheit in der Heimag-Siedlung

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Die Heimag-Siedlung: Wie ein Damoklesschwert schwebte ein möglicher Abriss der Häuser lange über den Bewohnern.

München - 16 Monate lang ging nichts voran: Mieter in Harlaching zweifeln am Sanierungswillen der Gewofag.

Es waren Jahre der Ungewissheit für die Mieter der Heimag-Siedlung in Harlaching. Wie ein Damoklesschwert schwebte ein möglicher Abriss der Häuser lange über den Köpfen der Menschen. Bis Oberbürgermeister Dieter Reiter 2014 ein Machtwort sprach und verkündete, die Siedlung werde dauerhaft und in ihrer jetzigen Form erhalten. Doch es gibt erneut Irritationen. In der Bürgerversammlung für Untergiesing-Harlaching forderten Mieter, die Gebäude endlich instandzusetzen.

Im Juli 2012 hatten Vertreter der Gewofag im Bezirksausschuss ihre Pläne für die Siedlung der Tochtergesellschaft Heimag vorgestellt: Die in der Nachkriegszeit errichteten Häuserzeilen an der Ehlers- und der Säbener Straße sollten abgerissen und neu aufgebaut, die Mieter für zwei Jahre umgesiedelt werden. Die Bewohner, darunter viele ältere Menschen, hatten Angst – bis OB Reiter zwei Jahre später versprach: „Mit mir wird es keinen Abriss geben. Die Verunsicherung der Bewohner muss ein Ende haben.“

Nun ist die Verunsicherung neu aufgeflammt: Hermann Gilbhard, Vorsitzender der Mietergemeinschaft Heimag Harlaching erinnerte an einen Bericht, den die Gewofag im Juli 2015 vorgestellt hatte. Er attestierte der Siedlung einen altersgemäß guten Zustand, wies aber auch Mängel aus: Die Dächer seien marode, es gebe Schadstellen an ungenutzten Schornsteinen. Zudem genüge die Wärmedämmung nicht überall den Anforderungen. „16 Monate sind seitdem vergangen. Konsequenzen wurden bisher nicht gezogen“, heißt es in dem Antrag der Mietergemeinschaft. Diese hat bereits Anfang November den Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler gebeten, einen Zeitplan für die Behebung der Mängel zu veranlassen. Dengler sei darauf nicht eingegangen, kritisiert Gilbhard. „Er hat uns stattdessen vorgeschlagen, einen Ortstermin mit dem Leiter des zuständigen Mieterzentrums wahrzunehmen, um mögliche Instandsetzungsmaßnahmen zu besprechen.“

Nach Ansicht der Mieter ist das überflüssig. Im Bericht von 2015 sei alles dokumentiert, mit Vorschlägen für die Instandsetzung. Gilbhard und andere Mieter zweifeln nun daran, dass die Gewofag den Bericht, der auch Geld kostete, „noch als Grundlage für die Instandsetzung sieht.“ Jetzt soll der Stadtrat dafür sorgen, „dass die Gewofag die Ergebnisse der Untersuchung in die Tat umsetzt.“ Der Antrag wurde einstimmig angenommen; ebenso die Forderung, die Gewofag solle mitteilen, wie viele Wohnungen von Schimmel befallen sind. 

Brigitta Wenninger

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