Urabstimmung über MVV-Angebot

Studierende sollen über Semesterticket entscheiden

Nach zähen Verhandlungen steht nun ein Preis fürs Semesterticket fest. Ab Mittwoch sind die Studierenden zur Urabstimmung aufgerufen.

Laut dem Studentenwerk liegt das endgültige Angebot des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) vor: Ab dem Sommersemester 2017 soll der Solidarbeitrag von 62,50 auf 66,50 Euro steigen. Diesen Sockelbetrag muss jeder Student zahlen; er kann damit abends, nachts und am Wochenende fahren. Die „IsarCard Semester“, die rund um die Uhr fürs ganze Netz gilt, soll 193 Euro statt der bisherigen 157,50 Euro kosten.

Seit Jahren haben der MVV und die Studierendenvertreter von Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Technischer Universität (TUM) und Hochschule München (HM) verhandelt. Die Studierenden boten ein Preis-Plus von 5,3 Prozent an, der MVV verlangte 26 Prozent. Da sprang die Stadt als Mittlerin ein und half dem Kompromiss auf den Weg. Die jetzige Steigerung liegt bei 22,5 Prozent für die IsarCard Semester und bei 6,4 Prozent für den Solidarbeitrag.

Die Preise sollen ab 2018 nur noch einmal jährlich angepasst werden – im Rahmen der regulären Tariferhöhungen des MVV. Die Laufzeit des Vertrags soll fünf Jahre betragen. Das Semesterticket existiert seit 2012.

Urabstimmung erfolgt Online zwischen 2. und 9. November

Wie versprochen, will das Studentenwerk nun vor seiner Entscheidung die Studierenden befragen. Dazu wird von Mittwoch, 2., bis Mittwoch, 9. November, eine Online-Urabstimmung durchgeführt. Alle Studierenden von LMU, TUM und HM werden per E-Mail zur Teilnahme aufgefordert. „Wir werden uns nach dem Votum der Studierenden richten“, sagte Ursula Wurzer-Faßnacht, Geschäftsführerin des Studentenwerks. „Die Studierenden sollten also ihre Chance nutzen, die Vertragsverhandlungen in ihrem Sinne zu beeinflussen.“

Von der Abstimmung hängt die ganze Zukunft des Tickets ab: Nur wenn jeweils eine einfache Mehrheit an allen drei Hochschulen erreicht wird und wenn sich mindestens 25 Prozent der Studierenden beteiligen, wird das Modell fortgeführt. Die Studierenden hätten es in der Hand, das Ticket dauerhaft zu verankern, so Wurzer-Faßnacht.

Nach jahrelangen Verhandlungen böte das Angebot nun für mindestens fünf Jahre Sicherheit, sagte Nora Pohle, Studentenvertreterin bei der TUM. Stimmberechtigt sind alle 110 000 Studierenden, die an LMU, TUM und HM in diesem Wintersemester immatrikuliert sind.

In einem Kommentar hat unsere Autorin Julia Anton ihren Standpunkt zum Semesterticket festgehalten.

Rubriklistenbild: © Bodmer Oliver

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