Kläger zog sich schwere Verletzungen zu

Verhängnisvoller Skiunfall: Wer war Schuld?

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Dennis V. (37) zeigt seine Narbe am Arm.

München - Einmal kurz nicht aufgepasst – und schon hat’s gekracht! Auf der Skipiste sind Unfälle keine Seltenheit. Nur leider sind auch die Verletzungen von seltener Schwere. So erging es Dennis V. (37) am 23. Februar 2015.

Der Physiotherapeut war am Hexensechser in Tirol unterwegs, als er mit einem anderen Skifahrer auf der Piste zusammenstieß. Mit schlimmen Folgen: Beim Sturz zog er sich einen Trümmerbruch im rechten Arm zu und konnte neun Monate lang nicht arbeiten. Die Schuld gibt er Jürgen K., den er nun am Oberlandesgericht verklagt. Von ihm fordert Dennis V. insgesamt 10.000 Euro Schmerzensgeld. Mittwoch wurde der Fall verhandelt.

Vor dem Gerichtssaal zeigte der Physiotherapeut seinen rechten Arm: Eine wulstige Narbe zieht sich quer über die Schulter. „Mein Oberarmkopf war in sieben Teile zersplittert“, sagt Dennis V. In seinem linken Unterarm war zudem die Speiche gebrochen. Nur: Wer war Schuld an dem Unfall? Das versucht Richter Wilhelm Schneider nun zu klären. Er hörte zunächst den Beklagten an: Jürgen K. sagte aus, er wollte von oben kommend unterhalb von Dennis V. vorbeifahren. „Ich fuhr in großen, gleichmäßigen Schwingen. Zum ersten Mal sah ich ihn, als er vor mir war.“

Aber plötzlich prallten beide mit voller Wucht ineinander. „Ich konnte nicht mehr ausweichen“, behauptet Jürgen K. Der später Verletzte sei schräg gefahren. „Das war allenfalls ein unglückliches Zusammentreffen.“ Dennis V. sieht es anders: „Ich wurde einfach umgefahren“, sagt er. Laut Regel 3 des Skiverbandes hätte der von hinten Kommende ihn im Vorbeifahren nicht gefährden dürfen. Aber reicht das für ein „vorwerfbares Verschulden“? Das Urteil am OLG steht noch aus.

A. Thieme

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