"Andrea" fordert erstes Todesopfer

München - Orkantief "Andrea" sorgt in Bayern für Chaos. Es gab in Bayern jetzt das erste Todesopfer. Das Dach eines sechstöckigen Wohnblocks in München wurde abgedeckt. Und ein Kirchturm im Allgäu stürzte nach einem Feuer teilweise ein.

In Milbertshofen in München hat der Sturm das Dach eines sechsgeschossigen Wohnblocks abgedeckt.

Orkantief "Andrea" lässt auch Bayern nicht unverschont. Für den Freistaat wurden starke Schneeverwehungen angekündigt. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung für Bayern herausgegeben. In München war die Feuerwehr damit beschäftigt, ein Dach wieder zu decken. Der Sturm hatte ein Dach Am Hart abgedeckt.
Bis zum Abend musste die Berufsfeuerwehr München rund 150 Mal ausrücken. Während die Einsatzkräfte vor allem mit umgeknickten Bäumen und abgedeckten Dächern zu tun hatte, rückte die Polizei zu umgefallenen Bauzäunen und stummen Zeitungsverkäufern sowie zu verwehten mobilen Verkehrszeichen aus.

Die Bayerische Schlösserverwaltung bat am Donnerstag, den Englischen Garten und die Maximiliansanlagen in München wegen des starken Windes möglichst nicht zu betreten. Orkanartige Böen hatten am Vormittag bereits einige Bäume im Park umgeworfen und zahlreiche Äste abgerissen. Die Parkverwaltung riet daher aus Sicherheitsgründen dringend von einem Besuch der Anlagen ab.

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Auch in Augsburg sind einige öffentliche Anlagen geschlossen. Die Stadtverwaltung hat die Friedhöfe und den Botanischen Garten geschlossen. In den Grünanlagen, Parks und Waldflächen sind einige Bäume entwurzelt sowie Äste und Kronenteile abgebrochen. Mit weiteren Schäden ist zu rechnen. Die Beseitigung der bereits jetzt vorhandenen Schäden wird mehrere Tage in Anspruch nehmen und in den kommenden Tagen lokale Absperrungen erfordern.

Die Stadt warnt daher vor dem Aufenthalt in Augsburgs Parks und Waldgebieten. Eine besondere Gefahr gegenüber den Parks und Wäldern im Westen und Norden des Stadtgebiets sieht die Stadtforstverwaltung für das Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg. Zudem besteht gerade in den Abend-, Nacht- und Morgenstunden und damit während und unmittelbar nach dem vorhergesagten Sturmhoch das Problem für evtl. Passanten herabhängende Äste, Kronenteile oder abgeknickte Bäume zu erkennen. Die Warnung gilt insbesondere für folgende Parks: Siebentischpark, Rote-Tor-Wallanlagen, Schillanlagen - Griesle - Lechwegeanlagen, Wittelsbacher Park, Hermann-Frieb-Park,  Gögginger Park, Kuhsee, Ilsesee, Autobahnsee, Bergheimer Baggersee, Wertach und Wertach-Kanal-Bereich, Osterfeldpark und  Hettenbachgrünanlage.

In Wald (Schwaben) steht am Donnerstag (05.01.2012) der Kirchturm in Flammen.

Eine Kirche im Ortszentrum von Wald im Ostallgäu ist am Donnerstagabend vermutlich durch einen Blitzeinschlag infolge des Unwetters in Brand geraten. Das Feuer hat Teile des rund 60 Meter hohen Glockenturms, aus dem bis in die Abendstunden Flammen loderten, einstürzen lassen. Die Trümmer fielen nach Angaben der Polizei auf das Kirchengelände und die Straße. Auch Gebäude in der Umgebung der Kirche waren in Gefahr.


Das Orkantief hat bereits in der Nacht zum Donnerstag erste Schäden in Bayern angerichtet. Vor allem in Schwaben blockierten viele umgestürzte Bäume die Straßen, wie die Polizei in Kempten berichtete. Mehrere Autos wurden durch Äste und umherfliegende Gegenstände beschädigt. In Augsburg wurden nach Angaben der Feuerwehr zwei ältere Frauen von einer Windböe erfasst und verletzt.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird der Sturm im Lauf des Tages noch deutlich stärker. “In Bayern gehen wir am Nachmittag dem Höhepunkt entgegen“, sagte Volker Wünsche, Leiter der Münchner DWD-Niederlassung.

Der Lawinenwarndienst sieht eine erhebliche Lawinengefahr im bayerischen Alpenraum vom Allgäu bis zum Werdenfelser Land sowie im Berchtesgadener Land. In der zweiten Tageshälfte steigt die Lawinengefahr auch im Chiemgau und in den Bayerischen Voralpen über der Waldgrenze auf erheblich.

In München blieb die Lage in der Nacht relativ ruhig, "Andrea" verursachte allerdings zwei Einsätze der Polizei.

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Tagsüber bekamen die Pendler die Auswirkungen des Orkantiefs zu spüren.

Wegen eines Baums im Gleis war am frühen Abend der Bahnhof Gauting (S6) gesperrt. Zwischen Gauting und Starnberg fuhr keine S-Bahn mehr. Ein Busnotverkehr wurde eingerichtet. Bis nach 20 Uhr kam es zu Verspätungen.

Zudem kam es bis in die frühen Abendstunden aufgrund einer bereits beendeten Bergung einer Metallplatte bei Germering-Unterpfaffenhofen auf der Strecke der S8 zu Verspätungen bis zu 20 Minuten.

Ein Blitzeinschlag und ein umgefallener Baum sorgten für Sperrungen und Verspätungen bei der Münchner S-Bahn.

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Aufgrund eines Baumes im Gleis war am Morgen die Strecke zwischen Deisenhofen und Solln gesperrt. Die Linien S 20 und S 27 entfielen dabei bis auf Weiteres. Die Sperrung wurde inzwischen aufgehoben. Es gab auch Behinderungen auf der Strecke der S 7 zwischen Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Aying. Dort lag ein Baum im Gleisbett. Ein Bus verkehrte zwischen den Ortschaften brachte Fahrgäste zu ihren Haltestellen.

Wegen eines Blitzeinschlages kam es in der Früh zu Beeinträchtigungen auf dem Streckenabschnitt Herrsching - Germering-Unterpfaffenhofen. Die S-Bahnen verkehrten, allerdings war mit Verzögerungen von circa 20 bis 30 Minuten zu rechnen und es kam zu Angebotseinschränkungen auf der Linie S 8.

Inzwischen sind die Beeinträchtigungen jedoch weitestgehend behoben und es kommt nur noch zu geringen Verzögerungen.

Orkantief "Andrea" erwischte auch den Regionalverkehr: Wegen mehrerer Bäume in den Oberleitungen und am Gleis wurde die Sperre von Westerham auf Holzkirchen ausgeweitet, wie die DB Regio Bayern mitteilt. Die Einrichtung eines Busnotverkehrs ist zwischen Kreuzstraße und Holzkirchen jedoch nicht möglich, da auch die Straßen von den Auswirkungen des Unwetters betroffen sind. Zwischen Westerham und Kreuzstraße besteht ein Busnotverkehr. Die Bahn informiert, dass es in den Bussen zu Kapazitätsengpässen kommen kann. Außerdem kann es durch die längeren Fahrzeiten der Busse zu Anschlussverlusten kommen. Eine Mitnahme von Fahrrädern ist nicht möglich, eine Mitnahme von Kinderwagen und Rollstühlen kann nicht garantiert werden.

Ein umgestürzter Baum beschädigte auch einen Zug auf der Strecke Geltendorf-Augsburg. Die Bahnstrecke wurde gesperrt.

Seit den Morgenstunden des Donnerstag bescherte das Orkantief Andrea den Einsatzkräften der Münchner Feuerwehr bislang 62 sturmbedingte Einsätze. Hierbei galt es für die Feuerwehrmänner, umgestürzte Bäume bzw. Bauzäune von den Straßen zu beseitigen. Verletzte Personen durch den Sturm sind bislang glücklicherweise nicht zu verzeichnen.

Rubriklistenbild: © Haag

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