Die verzweifelte Suche: Wo sind unsere Freunde?

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Die behinderte Micki G. (20, links) aus Forstenried sucht verzweifelt ihren Siamkater Felix. Tim (11, mit seiner Oma) vermisst seinen Hund Hugo (siehe unten) – leicht zu erkennen an den Zähnchen, die er wegen einer Fehlstellung immer zeigt

München - Der kleine Tim (11) ist auf der Suche nach seinem heißgeliebten Hund Hugo. Und in in Forstenried weint die körperlich und geistig schwerbehinderte Maria-Luisa „Micki“ G. (20) um ihren blauäugigen Kater Felix (19).

Tiere sind für Kinder Vertraute, denen sie ihr Innerstes offenbaren. Umso wichtiger ist diese Freundschaft, wenn ein behindertes oder trauriges Kind ein geliebtes Tier an seiner Seite weiß. So ein Kind trifft es darum noch viel härter, wenn der Freund auf vier Pfoten völlig überraschend verschwindet. Dem kleinen Tim (11) ist das mit seinem heißgeliebten Hund Hugo passiert.

Auch in Forstenried weint die körperlich und geistig schwerbehinderte Maria-Luisa „Micki“ G. (20) um ihren blauäugigen Kater Felix (19), der seit Juni wie vom Erdboden verschluckt ist. Das Tierheim München (Telefon 089/92 10 00 22) und das Haustierregister Tasso (0 61 90/93 73 00) bitten nun die tz-Leser um Hilfe bei der Suche nach den beiden absolut unersetzlichen Tieren.

Siam-Kater Felix ist mit seinen stolzen 19 Jahren nur ein Jahr jünger als sein Frauchen Micki, die aufgrund einer Hirnschädigung von Geburt an auf die Hilfe ihrer Mutter angewiesen ist. Von Babytagen an waren Kind und Katze unzertrennlich – und selbst bei Mickis Bewegungstherapie turnte der wunderschöne Kater immer mit. Er schenkte dem Mädchen seine bedingungslose Freundschaft, war ihr wichtigster Therapeut in allen Lebenslagen und wich nie von Mickis Seite – bis zum Morgen des 8. Juni. Ein Nachbar sah Felix morgens um fünf noch nahe des Forstenrieder Forstamtes. Auch an der südlichen Forstenrieder Allee wurde er noch gesehen. Dort verliert sich seine Spur.

„Wir vermuten, dass ihn jemand mitgenommen hat, weil er so schön ist. Wegen eines leichten Blasenleidens benötigt er täglich Medikamente. Ansonsten ist er topfit. Vielleicht wissen die Leute nicht, wie wichtig er für Micki ist. Bitte, bitte geben Sie ihn uns zurück“, sagt Mickis Mama Vera G., die per Handy (0174/99 16 611) erreichbar ist. Felix fehlt der Familie so sehr: „Ich kann gar nicht sagen, wer von uns am meisten um Felix weint. Meine Tochter – oder ich.“

Auch in Milbertshofen wartete ein kleiner Bub wochenlang auf gute Nachrichten – bislang umsonst. Tim (11) hat unter der Scheidung seiner Eltern sehr gelitten. Mit dem schwarzen Pekinesen-Mischling Hugo (4) zog auch für ihn die Lebensfreude wieder ein. Hugo humpelt, weil er ein verkürztes Hinterbein hat und braucht täglich eine Schmerztablette. Für Tim war er der perfekte Freund, den der Bub so dringend braucht.

Am Morgen des 3. April, einem Sonntag, packte Hugo beim Gassigehen nahe der Schenkendorfstraße angesichts eines Kaninchens das wilde Jagdfieber. Er sauste los – und kam nie wieder. Auch Familie H. hofft, dass Hugo Fremden zugelaufen ist, die nicht wissen können, wie sehr Tim leidet: „Hugo liebt alle Menschen, vor allem Kinder. Bitte gebt ihn uns zurück“, fleht Tims Mutter. Sie macht sich Sorgen um ihren Sohn, der wieder still und in sich gekehrt ist.

Tim würde wirklich alles geben: „Ich spende mein ganzes Erspartes als Belohnung, wenn mir nur jemand den Hugo wiederbringt.“

Dorita Plange

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