Gastronomie

„Via Appia“ statt „Roxy“: Pizza unter Kupferleuchten

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Willkommen im Herzen Schwabings: Kellnerin Rüya serviert Pizza und Pasta im Restaurant „Via Appia“. 

München - So still und heimlich wie die Bar „Roxy“ Anfang Juni geschlossen hat, hat im September das Restaurant „Via Appia“ eröffnet.

Seit 1989, also fast 30 Jahre lang, war die Bar mit dem rot-leuchtenden Schriftzug eine bekannte Anlaufstelle an der Leopoldstraße – für Schickimickis, Schnösel und schöne Mädels. Doch: „Die Glanzzeiten des Roxy lagen schon eine Dekade zurück“, sagt der neue Betreiber Charlie Kuyumcuoglu.

Zusammen mit seinem Bruder Volkan hat der 31-Jährige nach eigener Aussage lange an den alten Pächter herangeredet – und ihn letztlich überzeugt, früher in den Ruhestand zu gehen. Kuyumcuoglu findet: „Bevor so ein schöner Standort völlig abgerockt ist, muss man etwas verändern.“ Und das haben er und sein Bruder getan. Nach drei Monaten Umbau begrüßen sie die Schwabinger im italienischen Restaurant „Via Appia“.

Nichts erinnert mehr an das „Roxy“, das am Ende recht düster daherkam, mit viel Rot und Orange. Eröffnet hatte es einst der Geschäftsmann Gabriel Lewy, Ex-Lebensgefährte der Schauspielerin Iris Berben. Lewy war einer der Ersten, der Heizstrahler aufstellte, um die Gäste zu wärmen.

„Die alten Strukturen mussten wir brechen, wir haben alles entkernt, alles rausgerissen“, erzählt Kuyumcuoglu. Zusammen mit einem Architekten und einer Interieur-Designerin arbeiteten die Brüder an einem Einrichtungs-Konzept. Das Ergebnis: leichte Holzmöbel, Kupferlampen, Parkettboden und in der Mitte Natursteinfliesen, die wie ein Teppich ausgelegt sind. Farbakzente in Türkis setzen die Metro-Fliesen hinter der Bar. „Wir wollten es modern-mediterran haben, so, dass man sich gleich wohlfühlt.“ Für das hochwertige Konzept habe man viel Geld in die Hand genommen, erklärt Kuyumcuoglu. Aber durch gezieltes Einkaufen, eine moderne LED-Technik und Wärmerückgewinnung wolle man die laufenden Kosten auf Dauer gering halten.

Die Preise der Gerichte orientieren sich an ähnlichen Pizza-Pasta-Läden wie L’Osteria und Vapiano. Allein: Das „Via Appia“ ist keine Kette, wie Kuyumcuoglu betont. Auf der Karte finden sich alle Klassiker – von Pizza Margherita (7,75 Euro) bis zu Spaghetti Carbonara (8,50 Euro) und Tomatencremesuppe (4,25 Euro). Etwas außergewöhnlicher mutet die Auswahl an Pizza Bianca – also ohne Tomatensauce – an oder die Pizza al Metro – Pizza am Meter für vier Personen (27 Euro). Dazu gibt es etwa selbstgemachte Limonaden (je 4,50 Euro). Und eine Vielzahl an Spritz-Kreationen (je 6,50 Euro).

Die passen natürlich gut nach Schwabing, das ewige Szeneviertel, das gerade wieder im Wandel ist. Wo man früher viele Bars und Clubs fand, machen sich heute gediegene Restaurants breit, zu beobachten auch an der Ecke Feilitzsch- und Occamstraße, wo heute Clean-Eating-Restaurants die alten Boazn verdrängt haben. Aber wie sagte schon zu Zeiten der Bohème die Gräfin Fanny zu Reventlow: „Schwabing ist kein Ort, sondern ein Zustand.“

Das Restaurant „Via Appia“ an der Leopoldstraße 48 hat täglich ab 11 Uhr geöffnet, montags bis donnerstags sowie sonn- und feiertags bis 0 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr. Reservierungen sind unter der Telefonnummer 089/ 95 41 77 63 möglich oder per E-Mail an info@via-appia-muc.de.

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