Pack mas/Yalla

Ein Videoblog über Minga und Syrien

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Sophie, Adnan und der Monaco Franze.

München - Adnan, ein 18-jähriger Palästinenser, der in Syrien aufgewachsen, bringt zusammen mit einer Freundin aus München den Deutschen mit einem Augenzwinkern die syrische Lebensart näher.

Weil der Bus billig ist und Syrien heiß, radelt der Syrer nicht. Nur: Den Syrer gibt es nicht. Nur Menschen. Wie Adnan, 23 Jahre alt, staatenlos, weil er Palästinenser ist, der in Syrien aufgewachsen ist. Seit 15 Monaten ist Adnan in Deutschland. Jetzt hat er zusammen mit einer Münchner Freundin ein Videoblog ins Leben gerufen, in dem sie mit einem Augenzwinkern den Deutschen die syrische Lebensart näherbringen und den Syrern die bayerische Lebensart. „Uns ist wichtig, dass wir nicht die Münchnerin und der Geflüchtete sind, sondern Adnan und Sophie“, sagt Adnan.

Den Blog haben sie Pack mas/Yalla genannt. Im ersten Video versucht Adnan Damenrad zu fahren – und scheitert. Darüber lachen sie sich Adnan und Sophie (18) schlapp. Auch als Adnan syrisch kocht und Sophie glaubt, es werde traditionell mit den Händen gegessen. Dabei will Adnan nur eine Schöpfkelle, kennt aber das deutsche Wort nicht. Adnan spricht im Video Deutsch. Damit auch seine Landsleute ihn verstehen, gibt’s arabische Untertitel. Adnan und Sophie haben sich beim Sommerfest in der Bayernkaserne kennengelernt, wo sie beide ehrenamtliche Helfer waren. Sie sind schnell Freunde geworden. „Wir sind beide positive Menschen und wollen dem rechten Hass etwas entgegenstellen“, sagt Sophie. Die 18-Jährige wird ab dem Wintersemester Politik studieren. Adnan will in München Medizin weiterstudieren. „Ich habe in Damaskus schon studiert. Aber ich habe Angst, dass mein Deutsch nicht gut genug ist“, sagt Adnan. Bis er studieren kann, arbeitet er in einem medizinischen Labor.

Als nächstes planen Adnan und Sophie in einem Video Fragen von Münchnern an Syrer und von Syrern an Münchner zu beantworten. Über ihre Facebookseite ­www.facebook.com/packmas.minga kann jeder seine Fragen schicken. Weitere Ideen sind: zehn Orte, an denen man München kostenlos erleben kann – und wie man sich im Münchner Verkehr bewegt. „In den öffentlichen Verkehrsmitteln erst aussteigen lassen, dann einsteigen und nicht auf dem Radlweg herumstehen. Das scheint auch mancher Münchner nicht zu wissen“, sagt Sophie …

Jasmin Menrad

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