Der Umwelt zuliebe

Plastik-Beutel werden kostenpflichtig - Rewe schafft sie ganz ab

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Rewe verbannt die Plastiktüten. Andere Händler verlangen für sie Geld.

München - Immer mehr Händler verlangen mittlerweile Geld für die jahrelang kostenlos ausgehändigten Plastiktüten. Rewe geht sogar noch einen Schritt weiter.

Ausgetütet: Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe verbannt Plastiktüten aus seinen Filialen. Ab Juli können Kunden ihre Einkäufe nur noch in Kartons, Papiertüten, Stofftaschen oder stabile Taschen aus Recycling-Material packen. Rewe geht damit einen Schritt weiter als rund 300 Einzelhandelsunternehmen, die sich seit Ende April freiwillig verpflichtet haben, Geld für die umweltschädlichen Plastiktüten zu nehmen. Auch drei Münchner Händler verlangen Geld. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Verbietet ein Gesetz Plastiktüten? Nein, es handelt sich um eine Selbstverpflichtung. Umweltministerium und Handelsverband haben eine Vereinbarung unterschrieben, nach der innerhalb von zwei Jahren 80 Prozent der Kunststofftüten im Einzelhandel Geld kosten sollen. Hintergrund ist eine EU-Verordnung, die vorsieht, dass alle Mitgliedsstaaten den Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten (in Deutschland 71 Tüten pro Jahr) reduzieren.

Welche Tüten kosten in Zukunft? Die normalen Plastik­tüten, die man an der Kasse erhält - etwa im Supermarkt, in Kaufhäusern oder Modeboutiquen. Ausgenommen sind dünnwandige Tüten, in die Fleisch, Wurst, Obst und Gemüse verpackt werden.

Welche Geschäfte in München verlangen Geld? Unter den 300 Händlern sind Ketten wie Aldi Süd, Kaufhof, Lidl, Tchibo, Karstadt, Media-Saturn und dm. Münchner Händler sind: Hugendubel, Das Spielzeug und der Haushaltswarenladen Suckfüll - teilweise müssen Kunden dort seit April für ihre Tüten zahlen.

Wieviel kosten die Tüten? Das entscheiden die Händler, bei Hugendubel sind es 20 Cent. Alternativ bieten die Münchner Händler Stofftaschen für 50 Cent bis zwei Euro an.

Ganz auf Plastiktüten verzichten wird Ralf Mall, Chef von Das Spielzeug, aber nicht. "Dafür haben die Kunden kein Verständnis. Vielen ist die Umwelt egal."

tos/ifm

Umfrage unter Kunden

Markus Säcker.

"Ich finde es gut, dass Rewe Plastiktüten aus dem Sortiment nimmt. Meistens habe ich einen Rucksack dabei. Das halte ich aus Umweltschutzgründen für sinnvoller. Man sollte da, wo es sich vermeiden lässt, auf Plastiktüten verzichten."

Markus Säcker, 55, Technischer Assistent aus Fürstenfeldbrück


Sabine Träxler.

"Ich benutze Plastiktüten im Alltag, versuche sie aber so gut es geht zu vermeiden. Auch die kleinen Obsttüten halte ich für Verschwendung. Man kann Lebensmittel auch so in den Einkaufswagen legen. Deshalb finde ich es gut, wenn die Menschen jetzt anfangen umzudenken."

Sabine Träxler, 52, ­Malerin aus München

Vanessa Burai.

"Meine Mama hat mir schon ganz früh eingetrichtert, dass man auf Plastiktüten verzichten sollte. Das ist doch auch ganz einfach. Man kann auch einen Jutebeutel bei sich tragen. Auch, dass so viele Lebensmittel in Plastik verpackt sind, finde ich umweltschädlich."

Vanessa Burai, 19, Auszubildende, Würzburg

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