Tausende Eltern bekommen Post von der Stadt

Vorschul-Untersuchungen laufen an

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Gründlich durchgecheckt werden die Münchner Fünfjährigen bei der Vorschuluntersuchung der Stadt.

München - Eltern werden derzeit von der Stadt aufgefordert, ihre Vorschul-Kinder begutachten zu lassen. Das Verfahren wird derzeit weiter entwickelt.

Das Referat für Umwelt und Gesundheit (RGU) hat tausenden Eltern einen Brief geschrieben. Sie werden aufgefordert, ihre Kinder im Vorschulalter zu einer Voruntersuchung anzumelden. Bis zu zehn Mitarbeiter vergeben Termine per Telefon. Der Service hat sich verbessert – Probleme gibt es aber immer noch.

Svenja F. (alle Namen geändert) hat am vergangenen Montag Post vom RGU bekommen, so wie etwa 13.000 weitere Münchner Eltern. „Gesundheitsuntersuchung zur Einschulung Ihres Kindes Suzan“, steht in dem Brief als Betreff. Suzan ist jetzt fünf Jahre alt. Ende November dieses Jahres wird sie sechs und voraussichtlich 2017 eingeschult.

Svenja F. greift zum Telefon. Zunächst kommt sie nicht durch und ärgert sich. Schließllich steht im Brief, sie müssen den Termin innerhalb von zehn Tagen vereinbaren.

Doch ihr Ärger weicht schon am nächsten Tag. Gleich beim ersten Versuch kommt sie durch und kann zügig einen Termin für ihre Tochter im Oktober verabreden. Das RGU rät zu Gelassenheit, wenn der Brief gekommen ist. In der ersten Woche käme man häufig nur schwer durch , sagt eine Sprecherin. „Eltern wollen das schnell hinter sich bringen. Daher rufen viele gleichzeitig an, weswegen anfangs oft besetzt ist. Aber die Situation entspannt sich relativ schnell.“

Bis zu zehn RGU-Mitarbeiter nehmen derzeit Telefonate an, um die Termine für die Eingangs-Untersuchung zu vereinbaren. Das war nicht immer so. Noch vor einem halben Jahr beschwerten sich viele Eltern, da sie einen Termin erst kurz vor Anfang des Schuljahres bekamen und sich so unter Druck gesetzt fühlten, innerhalb weniger Wochen über die Einschulung ihres Kindes zu entscheiden. Das RGU arbeitet derzeit auch an einer digitalen Lösung. Ein Online-Portal befindet sich in der Testphase, mit dem man in naher Zukunft die Termine über das Internet vereinbaren kann. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran und wollen es den Münchner Eltern so schnell wie möglich zur Verfügung stellen“, sagt die RGU-Sprecherin. Doch wann genau, das bleibt unklar.

Der Untersuchungs-Termin an der Bayerstraße 28a läuft zügig ab. Amtsärzte checken die etwa Fünfjährigen, wie weit sie geistig und motorisch entwickelt sind und ob eine Einschulung zum nächsten Schuljahr empfehlenswert ist oder nicht. Wie artikulieren und verhalten sie sich? Wie groß ist das Kind? Ärzte versuchen so gemeinsam mit den Eltern einzuschätzen, ob die Kleinen dem schulischen Druck gewachsen sind, sozial und emotional. Letztendlich entscheiden dann die Eltern, ob sie ihr Kind mit sechs oder sieben Jahren einschulen lassen.

Damit Eltern ihre Kinder im Vorschulalter einschätzen können, läuft derzeit testweise eine intensivierte Untersuchung – ein bayernweites Pilotprojekt. Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) stellte vor etwa einem halben Jahr GESiK vor, das „Gesundheits- und Entwicklungsscreening im Kindergartenalter“. Die Kinder von 2000 zufällig ausgewählten Münchner Eltern nehmen teil. Zwei Mal im Abstand von etwa einem halben Jahr erscheinen sie mit ihrem Kind beim Amtsarzt. Der freiwillige Check ist intensiver als die verpflichtende Vorschuluntersuchung und dauert etwas länger. Wer daran teilnimmt, kann die spätere Pflichtuntersuchung auslassen. Der Vorteil: Eltern können frühzeitig reagieren, falls Kinder Ergo-Therapie brauchen oder eine kleine geistige oder körperliche Fehlentwicklung nicht auffiel. Eines Tages könnte GESiK die heutige Untersuchung ganz ersetzen.

Hüseyin Ince

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