Verdacht gegen Nachhilfe-Einrichtung 

CSU warnt vor Scientologen als Lehrer

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Die CSU glaubt, dass im Münchner Osten Scientologen Nachhilfe geben.

München - Fördert die Stadt einen im Münchner Osten tätigen Nachhilfeverein, bei dem zwei Scientologen Kinder unterrichten? Dies vermuten die Stadträte Marian Offman und Alexandra Gaßmann von der CSU. Am Dienstag richteten sie einen Fragenkatalog ans Rathaus und baten um Aufklärung des Sachverhalts.

Konkret geht es um die Einrichtung „Die Nachhilfe mit Herz“, nach eigenen Angaben seit 19 Jahren in München tätig. Auf der Homepage präsentieren Gründerin Hedda R. und ihr Kompagnon Richard M. ihr Angebot. Es richtet sich an Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten. Praktisch in jedem Fach bietet „Die Nachhilfe mit Herz“ Unterricht an. Hedda R. bezeichnet sich auf der Homepage als „freie Pädagogin“, M. ist den Angaben zufolge Autor und Ingenieur.

CSU-Stadtrat Offman wurde kürzlich in einem anonymen Schreiben darauf hingewiesen, dass die Nachhilfelehrer Scientologen sein sollen – und dass die Einrichtung mit Jobcenter und Sozialreferat Zuschüsse abrechnet. Darauf deutet auch eine Broschüre des Sozialreferats hin, die auf der Homepage der Nachhilfe-Einrichtung aufgerufen werden kann. „Der Versuch der Beeinflussung von Kindern mit der Ideologie der Sekte der Scientologen im Zusammenhang mit dem Nachhilfeunterricht wäre nicht auszuschließen“, schreiben die CSU-Stadträte in ihrer Anfrage betont vorsichtig. Scientology ist für seine Klagelust bekannt. In dem anonymen Schreiben ist die Rede von vielen Kindern mit Migrationshintergrund, die bei „Nachhilfe mit Herz“ in einer Privatwohnung unterrichtet würden.

Ein Anruf unserer Zeitung gestern Mittag beim Verein endete nach wenigen Sekunden. Angesprochen auf ihre Scientology-Mitgliedschaft, sagte Hedda R.: „Kein Kommentar.“ Dann legte sie auf. Ihr Mitarbeiter Richard M. steht dagegen offen zu seiner Gesinnung. In einem Interview mit einer Online-Nachrichtenseite räumte er ein, Mitglied bei Scientology zu sein und mehrere Jahre hinweg die Familienseelsorge der Sekte in München geleitet zu haben.

Ob „Nachhilfe mit Herz“ Zuschüsse erhält, konnte das Sozialreferat am Dienstag nicht klären. „Die Recherche läuft“, sagte ein Sprecher. Geklärt werden muss zudem die Frage, ob die Stadt den Geldhahn zudrehen dürfte, sollten sich die Vorwürfe gegen die beiden Nachhilfe-Lehrer erhärten.

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