Zum Zwillingstag der Star-Wars-Ausstellung

Interview mit Hochreiter-Brüdern: Das sind die Vorteile für Zwillinge

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Werner und Dieter Hochreiter sind ein erfolgreiches Wirteteam.

München - Die Stars-Wars-Ausstellung lädt am 4. Juni zum Zwillingstag. Grund genug für die tz, ein berühmtes Münchner Zwillingspaar zum Interview zu bitten.

Luke und Leia Skywalker.

Gemeinsam kämpfen diese Zwillinge gegen Darth Vader: Luke Skywalker und Leia aus Krieg der Sterne. In der Ausstellung Star Wars Identities in der Kleinen Olympiahalle wird deshalb am Freitag, 3. Juni Zwillingsforscher Prof. Frank Spinath "den Geheimnissen und Rätseln der Gene" auf den Grund gehen. Am 4. Juni ist dann großer Zwillingstag, bei dem Zwillinge ermäßigten Eintritt erhalten. Ist das Doppelt-Sein eigentlich Fluch oder Segen? Darüber sprach tz-Reporterin Sarah Brenner mit den Wiesn-Wirten Dieter und Werner Hochreiter.

Gleiche Stimmlage, gleiche Größe, gleiche Statur. Dieter und Werner Hochreiter (47) sehen sich nicht nur ähnlich - sie sind auch beruflich ein Team. Dieter führt die Haxnbraterei auf der Wiesn, Werner das Zelt "Zur Bratwurst". Den Steirer am Markt leiten die beiden zusammen. Zwei Brüder, ein Ziel. Fast wie bei Luke und Leia, die sich im Rahmen der berühmten Star-Wars-Trilogie für dieselbe gute Sache einsetzen. Zufall? Oder gibt es tatsächlich so etwas wie ein "magisches Band" unter Zwillingen? Die tz fragte nach.

Ist es als Zwilling doppelt so schön oder doppelt so schwer?

Dieter Hochreiter: Meistens doppelt so schön. Manchmal nervt's aber auch gewaltig, weil man ständig verwechselt wird.

Wie oft kommt das vor?

Dieter Hochreiter: Mehrmals täglich. Ich werde ganz oft von Leuten gegrüßt, die ich überhaupt nicht kenne …

Werner Hochreiter: Das kommt wirklich oft vor, aber da gewöhnt man sich dran - und ich finde das witzig.

Nutzten Sie es schon mal aus, verwechselt zu werden?

Werner Hochreiter: Ja, immer dann, wenn mir etwas unangenehm ist. Dann sage ich einfach: 'Das war mein Bruder' oder 'dafür ist der Dieter zuständig'.

Sind Sie sich wirklich so ähnlich?

Dieter Hochreiter: Optisch auf jeden Fall. Aber ich bin der Hübschere - sagt meine Frau.

Werner Hochreiter: Wenn wir uns tatsächlich so ähnlich sehen, wie alle behaupten, kann es doch gar keinen Hübscheren geben…

Fünf Minuten trennen Sie - was noch?

Dieter Hochreiter: Vom Charakter her sind wir total verschieden. Ich bin eher ruhig, bodenständig und stehe nicht so gerne im Mittelpunkt. Das Rampensau-Gen hat mein Bruder abbekommen.

Werner Hochreiter: Ich bin etwas kommunikativer, das ist richtig.

Dieter Hochreiter: Aber ich glaube, wir ergänzen uns sehr gut.

Inwiefern?

Dieter Hochreiter: Mein Bruder ist wahnsinnig innovativ, das liegt mir nicht so. Ich bin eher praktisch veranlagt. Das heißt, einer denkt und einer macht …

Hand aufs Herz: Sind Sie sich beim Thema Frauen schon mal in die Quere gekommen?

Dieter Hochreiter: Einmal haben wir die gleiche Freundin gehabt. Das war während unserer Ausbildungszeit. Ich war zuerst mit ihr zusammen. Und dann kam mein Bruder. Ich glaube, damit wollte sie mich nur ärgern. Nein Spaß, zum Glück haben wir normalerweise einen total unterschiedlichen Frauengeschmack.

Werner Hochreiter: Gott sei Dank, sonst hätten wir uns ja ständig in den Haaren gehabt.

Wann ist Ihnen zum ersten Mal bewusst geworden, dass es etwas Besonderes ist, Zwilling zu sein?

Dieter Hochreiter: Eigentlich schon sehr früh. Ich glaube, während der Schulzeit, weil uns irgendwie jeder kannte.

Werner Hochreiter: Ich würde sagen, sobald man denken kann.

Spüren Sie, wie es dem anderen geht?

Dieter Hochreiter: Nein, ich glaube dafür sind wir zu unterschiedlich. Wir sind ja auch nur zweieiig - aber bei eineiigen Zwillingen soll das durchaus vorkommen.

Werner Hochreiter: Aber wenn wir uns gegenüberstehen, merkt man schon auch, wie es dem anderen geht.

Luke und Leia sind getrennt voneinander aufgewachsen. Wäre Ihnen das lieber gewesen?

Dieter Hochreiter: Nein, auf gar keinen Fall. Wir sind einmal für ein halbes Jahr auf zwei unterschiedliche Schulen gegangen: Mein Bruder auf eine private und ich auf eine staatliche. In der Zeit sind meine Noten total schlecht geworden. Kaum waren wir wieder auf der gleichen Schule, hatte ich wieder bessere Noten!

Werner Hochreiter: Ich finde das Zwillingsdasein sehr praktisch, es war immer jemand zum Spielen da, Einzelkinder haben das nicht.

Dieter Hochreiter: Das einzig Positive wäre gewesen: Wir hätten nicht ständig in den gleichen Klamotten rumlaufen müssen …

Experte: Die Rätsel unserer Gene

Luke und Leia in Star Wars wachsen getrennt voneinander auf und setzen sich trotzdem für die gleiche Sache ein. Das ist im wahren Leben genauso, erklärt der renommierte Zwillingsforscher Prof. Dr. Frank Spinath (46). Schließlich ist davon auszugehen, dass sie ihre in etwa zu 50 Prozent übereinstimmenden Gene auf der Suche nach ihrer eigenen Identität alleine stärker ausleben können, so der Forscher. Er hält am Freitag, 3. Juni, um 20.30 Uhr einen 45-minütigen Vortrag über Zwillinge wie Luke und Leia in der Star-Wars-Ausstellung – Tickets gibt es im Internet unter starwarsidentities.de oder unter Tel. 089/ 54 81 81 81.

Psychologie-Professor Frank M. Spinath.

Warum reifen eineiige Zwillinge, die in derselben Umgebung aufwachsen, dennoch zu unterschiedlichen Persönlichkeiten heran? Prof. Spinath: "Wer will schon mit seinem lebendigen Spiegelbild verglichen werden? Daher wird ein so ähnlich denkender und vielleicht sogar noch gleich aussehender Mensch vor allem in bestimmten Entwicklungsphasen - wie der Pubertät - häufig als Bedrohung oder als Herausforderung empfunden." Spinaths Fazit: "Eineiige Zwillinge sind nichts anderes als zwei Musiker, die aus ein und derselben Partitur spielen, diese aber anders interpretieren - je nach dem, in welche Richtung das Leben den Taktstock schwingt."

Beim Zwillingstag, 4.6, gibt es auch ein Casting, Infos dazu unter zwillinge@kulturmarketing-muenchen.de

Geöffnet ist die Stars-Wars-Ausstellung von Mo. bis So. 10 - 18 Uhr

Tickets: Werktags: Erwachsene 21,95 €, Kinder (ab 6 Jahren) 15,95 €, am Wochenende: Erwachsene 24,95 €, Kinder 17,95 €

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