Experte erklärt die Folgen

Zickzack-Frühling: Heute bis zu 23 Grad in München!

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Der April weiß in den nächsten Tagen in München selten was er will.

München - Das Wetter wird in München in den kommenden Tagen sehr wechselhaft sein. Von frühsommerlich bis frisch ist alles dabei. Ein Experte erklärt die Folgen für den Körper.

Am Donnerstag 23 Grad und Sonne satt, am Freitag 14 Grad und viel Regen – das Wetter weiß gerade nicht, was es will. Mehr als die Hälfte aller Deutschen bezeichnet sich als wetterfühlig, jeder Fünfte gibt an, stark unter dem Wetter zu leiden. Bei extremen Temperaturschwankungen kommt der Körper oft nicht mit. Und dann wurde auch noch die Uhr umgestellt … Prof. Dr. Andreas Matzarakis (56), Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD), erklärt in der tz, was das Wetter mit unserem Körper macht.

Wetterreagierende: „In diese Kategorie gehören wir alle“, sagt Matzarakis. „Morgens sehen wir aus dem Fenster, bei Regen kleiden wir uns dann anders als bei Sonnenschein. Wir reagieren.“ Damit sei der Einfluss des Wetters aber auch schon vorbei, so Matzarakis. „Das Wetter verändert nicht bei allen die körperliche Verfasstheit. Viele haben keine Symptome.“

Wetterfühlige: Das sind Menschen, die bei bestimmter Wetterlage bestimmte Symptome zeigen. Konkret: „Menschen, die bei Föhn durchdrehen, die Kopfschmerzen bekommen.“ Das Wetter wirkt auf den Körper ein, der reagiert, Symptome treten auf. Matzarakis: „Interessant ist, dass die Symptome nicht durch das Wetter hervorgerufen, sondern lediglich verstärkt werden.“ Das Wetter sei der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe.

Wetterempfindliche: Das ist die rätselhafteste Gruppe von allen. „15 bis 20 Prozent haben eine Vorahnung, wenn sich das Wetter ändert“, erklärt der Human-Biometeorologe. Ein oder zwei Tage vor dem Umschwung würden diese Menschen die Veränderungen spüren, so Matzarakis. Besonders empfindlich sind Menschen mit einer medizinischen Vorgeschichte wie einer hartnäckigen Angina oder chronischen Erkrankungen. Auch Operationsnarben können bei bestimmten Wetterlagen schmerzen.

Altersgruppen: „Ältere Menschen spüren das Wetter subjektiv stärker als die Jüngeren“, sagt Matzarakis. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen klagen fast 70 Prozent darüber, dass das Wetter negativ auf Knochen und Kopf wirkt – diese Erfahrung bestätigt Matzarakis. Auch Frauen in der Menopause leiden offenbar bei Wetterumschwüngen.

Symptome: Es gibt 20 bis 30 typische Beschwerden, sagt Matzarakis: Narben- und Knochenschmerzen, Migräne- und Kopfwehattacken werden häufiger, der Kreislauf spielt verrückt. Der Mensch ist matt, müde, antriebslos, deprimiert oder gereizt.

Gesundheitstipps: „Gehen Sie raus, muten Sie ihrem Körper Bewegung und Wetter zu!“, sagt Matzarakis. Er selbst schwört seit Jahren auf tägliche Wechselduschen, um sich an Temperaturen und ungemütliche Wetterverhältnisse zu gewöhnen. „Aber auch Saunagänge oder Kneippgüsse können helfen.“

T. Scharnagl, G. Barrios

 

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