37 Grad - 37 Fragen

Was Sie über die Hitzewelle wissen müssen

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Die Sonne knallt vom Münchner Himmel auf den O2-Tower.

München - Hossa – jetzt kommt die spanische Hitze nach Bayern! 37 Grad prognostiziert der Deutsche Wetterdienst am Sonntag und Montag in einigen Teilen Bayerns! Wir beantworten 37 Fragen über die Hitze.

 In München klettert die Quecksilbersäule aber wohl nicht ganz so hoch. Trotzdem: „Den Jahresrekord mit 33,8 Grad vom 27. Juli werden wir wohl knacken“, so Dr. Guido Wolz (51), Diplom-Meteorologe beim DWD in München. 37 Grad – die tz liefert die 37 wichtigsten Fakten zum Rekordwochenende.

Woher kommt die plötzliche Hitze?

Nach den kräftigen Schauern am Donnerstag schiebt sich ein Hochdruckgebiet aus Spanien über Südwesteuropa zu uns. Und zwar in Gestalt einer gigantischen Heißluftwelle. Wolz: „Die reicht von Bodennähe bis in sieben, acht Kilometer Höhe.“

Wie heißt das hitzige Hoch?

Nicht, wie vielleicht erwartet, Pedro oder Jose - sondern schlicht: Achim.

Wann gibt es die höchsten Temperaturen?

Laut DWD am Sonntag und Montag. Wolz: „Wir werden aber auch danach noch über 30 Grad haben.“

Wie lange dauert die Hitzewelle?

Wolz: „Mindestens bis Donnerstag. Aber ab Dienstag wird die Gewitterneigung und damit auch die Gefahr von Unwettern mit jedem Tag steigen.“

Wie stark kühlt es nachts ab?

Wolz: „Da es bis wohl Dienstag klar und trocken bleibt, werden die Nächte erfrischend kühl sein. Das heißt zwischen 14 Grad in den Alpentälern und 20 Grad in den Ballungszentren. Das ändert sich dann aber natürlich, wenn die Gewitterneigung zunimmt. Dann wird es schwül, feuchter und nachts wärmer.“

Wie lange scheint die Sonne?

Wolz: Am Sonntag und Montag rund 860 Minuten – das heißt von Sonnenaufgang kurz nach sechs Uhr bis Sonnenuntergang gegen 20.25 Uhr über 14 Stunden, weil es kaum ein Wölkchen am Himmel geben wird.

Wird der Münchner Temperaturrekord geknackt?

Der DWD rechnet nicht damit, dass die 37,5 Grad vom 27. Juli 1983 geknackt werden. Wolz: „Aber man weiß nie, was passiert: Vielleicht gibt es mal eine Heißluftblase die bei Windstille rund um die Messstation verharrt …“

Wie wirkt die Sonne?

Grundsätzlich tut uns Sonne gut: Sie verbessert unsere Stimmung – außerdem brauchen wir sie für die Vitamin D-Bildung und damit für unseren Calcium-Spiegel.

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Ab wann wird’s gefährlich?

Zum Beispiel, wenn wir uns zu lange der UV-Strahlung aussetzen. Dann steigt beispielsweise das Hautkrebsrisiko.

Wie erfahre ich, wie hoch die aktuelle UV-Belastung ist?

Zum Beispiel über den Deutschen Wetterdienst.

Wie sieht es an diesem Wochenende aus?

Der DWD rechnet beim UV-Index mit der Stufe 6 (von 10). Das heißt, dass die Belastung für die Haut und die Sonnenbrandgefahr schon „hoch“ ist. Das heißt konkret: Je nach Hauttyp, sollte man sich nicht mehr als 15 bis 35 Minuten ungeschützt der prallen Sonne aussetzen.

Auf was sollte man während der Hitzewelle besonders achten?

Wichtig ist vor allem, dass alle Menschen ausreichend trinken.

Was bedeutet das?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt an heißen Tagen zusätzlich zur normalen Trinkmenge (1,5 bis 2 Liter/Tag) noch einmal 1 bis 2 Liter mehr zu trinken!

Was soll man trinken?

Möglichst zuckerfreie, mineralstoffhaltige Getränke.

Wie sieht’s mit einer kühlen Cola oder einem frischgezapften Bier aus?

Schmeckt lecker, hat aber nicht nur mehr Kalorien, sondern fördert auch noch den Harndrang. Möglicherweise verliert man so mehr Flüssigkeit, als man zu sich nimmt. Gleiches gilt für Kaffee und einige Teesorten.

Es heißt, ältere Menschen sind besonders gefährdet?

Gefährdet sind alle Gruppen, die ein eingeschränktes Durstgefühl haben.

Wer zählt dazu noch?

Menschen mit chronischen Erkrankungen, Fieber, Demenz, Übergewicht oder die bestimmte Medikamente (z.B. Antidepressiva) brauchen.

Wie gefährdet sind kleine Kinder?

In der Regel reicht ihr Durstgefühl aus. Wichtig ist, sie ausreichend vor der Sonne zu schützen.

Wie spürt man, das man zu wenig getrunken hat?

Symptome sind beispielsweise: stark gerötetes Gesicht, Kopfschmerzen, Erschöpfungsgefühl, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit oder Krämpfe.

Welche Sofortmaßnahmen helfen ?

Kühlung, zum Beispiel mit einen kalten Waschlappen auf dem Gesicht oder im Nacken, Wadenwickel, kühlen Ort aufsuchen

Und wenn das alles nichts hilft?

Sofort zum Arzt.

Was soll man essen?

Leichte Kost – wasserreiches Obst, Salate, Gemüse.

Unbedingt auf Hygiene achten. Speiseeis, Eier, Mayonnaise und nicht ganz durchgebratenes Fleisch sind anfällig für Salmonellen.

Was kann man gegen das Schwitzen tun?

Am besten gar nichts – Schwitzen ist die natürliche Kühlfunktion des Körpers.

Welche Deos oder Parfums kann man benutzen?

Aromatische Inhaltstoffe können in Verbindung mit der UV-Strahlung zu Hautverfärbungen führen. Kristall-Deos oder spezielle Sommer-Parfums lösen diese Reaktion nicht aus.

Was ist noch problematisch?

Unter Umständen die Pille: Auch ihre Einnahme kann zu solchen Pigmentierungen führen. Experten empfehlen deshalb, die Pille im Sommer besser abends einzunehmen.

Was tun, wenn einem die Hitze den Schlaf raubt?

Mit kühlen, feuchten Tüchern die Körpertemperatur senken.

Was zieh ich an?

Leichte Stoffe aus Baumwolle - am besten in hellen Farben.

Wäre eine Siesta empfehlenswert?

Wenn sich jemand schlapp fühlt, kann ein Mittagsschläfchen durchaus hilfreich für den Kreislauf sein.

Kalt oder warme Dusche?

Kalt duschen ist zwar erfrischender, verschließt aber die Poren. Folge: Die Hitze im Körper staut sich. Besser: Lauwarm duschen.

Wie viel Sport darf ich machen?

Wer sich gesund fühlt, kann praktisch zu jeder zeit Sport machen. Aber: aufs Körpergefühl hören und nicht überbelasten!

Sollte man einen Sonnenhut tragen?

Das hilft auf jeden Fall, einen Sonnenstich zu vermeiden.

Wie hoch sollte der Lichtschutzfaktor bei Sonnencremes sein?

Experten meinen, dass er immer im zweistelligen Bereich sein sollte.

Wie schnell wirkt die Creme?

Meist dauert es 30 Minuten, bis die Wirkung voll zur Entfaltung kommt. Deshalb immer rechtzeitig eincremen.

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Was muss man bei Haustieren beachten?

Den Tieren geht’s nicht anders als uns. Nur können sie meistens nicht einmal schwitzen. Gerade Hunde und Katzen leiden deshalb unter der Hitze. Wichtig: Immer für genug Wasser sorgen.

Wie kann man die Hitze in der Wohnung mildern?

Morgens gründlich durchlüften, dann alles dicht machen.

Wann ist die kühlste Zeit des Tages?

Direkt vor Sonnenaufgang, das heißt gegen sechs Uhr morgens.

Verbrauchen die Münchner bei einer Hitzewelle mehr Wasser als sonst?

Ja. Im Jahrhundert-Sommer 2003 stieg der Verbrauch von durchschnittlich 320 Millionen Litern am Tag auf zeitweilig 400 Millionen Liter/Tag an.

Die irrsten Hitze-Rekorde:

in München: 27. Juli 1983: 37,5 Grad; 13. August 2003: 37,0 Grad; 21. August 1943: 35,5 Grad

in Bayern: Am 27. Juli 1983 wurden in Gärmersdorf bei Amberg (Oberpfalz) 40,2 Grad gemessen

 in Deutschland: Am 11. August 1998 wurden von Jörg Kachelmanns Meteomedia-Station in Brauneberg an der Mosel (Rheinland-Pfalz) 41,2 Grad registriert. Wegen der Lage der Station an einem Schiefer-Steilhang wird der Wert aber nicht offiziell anerkannt. Als höchster offizieller Wert gelten 40,2 Grad. Dieser Wert wurde unter anderem im Jahrhundersommer 2003 in Karlsruhe und Freiburg gemessen

 in Europa: Die höchsten Temperaturen Europas wurden bisher in Spanien (48,8 Grad), Italien (48,5 Grad) und Portugal (47,3 Grad) gemessen.

 Hier war’s am wärmsten: Der Hitze-Weltrekord liegt bei 70,7 Grad - allerdings gemessen per Satellit 2007 in der Luft in der iranischen Wüste

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