Jetzt wird es wüst in München

Wetter verrückt: Saharastaub, Blutregen und Blitzsommer

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Der Saharastaub trübt den Himmel über München.

München - Die Luft scheint heute oft trüb, fast milchig weiß. Nicht, weil uns der April eine Ladung Schnee bringt. Im Gegenteil: Trockener Staub aus der Sahara weht nach Bayern. Jetzt wird’s wüst!

Grund für dieses Wetterphänomen ist ein derzeitiger Sturm über der Wüste in Nordafrika. Winzig kleine Partikel aus Mineralstaub werden aufgewirbelt, der Wind treibt sie Richtung Norden. „Ein Tief über dem Mittelmeerraum bringt den Staub schließlich zu uns“, sagt Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Die Karte rechts zeigt, wie viel Milligramm Staub pro Quadrameter runterkommen.

Im April 2014 wirbelte jede Menge Sahara­staub über die Alpen nach München, wie auch Michael G. an seinem Audi A6 sehen konnte.

Zwischen fünf und 15 Mal wirbelt’s Wüstensand pro Jahr über die Alpen. Im April 2014 waberten allein an einem Tag etwa 280.000 Tonnen in unserer bayerischen Luft, das entspricht dem Gewicht von 28 Eiffeltürmen, berichtet der BR. Zum Saharasand kommt noch Schmuddelwetter samt Regen – und damit ein weiteres Phänomen: „Dieser Regen wird leicht rötlich-braun verfärbt sein. Das ist der Blutregen“, erklärt Wetterexperte Jung. War der Blutregen im Mittelalter noch als unheilvolles Vorzeichen gefürchtet, stören heutzutage nur noch die rötlichen Schmierspuren am Autodach … Höchstens neun Grad sollen’s heute werden, so der Deutsche Wetterdienst. Stellenweise gibt es sogar noch mal Bodenfrost.

Trüb und regnerisch bleibt es bis Samstag. Erst am Sonntag ist der Wüstenstaub weggewaschen, die Sonne scheint öfters. Bis 15 Grad seien drin. Richtig warm soll es am Mittwoch werden: Die Wetterfrösche prophezeien 18 bis 25 Grad, also ein Blitzsommertag! „Allerdings wird’s extreme Sprünge geben bei den Temperaturen“, so Jung. „Typisch April eben.“

So war der Winter 2015

Weniger Schnee, mehr Frost: Das Baureferat hat Bilanz gezogen und zeigt: So war der Winter 2015!

Hauptsächlich mussten die Mitarbeiter des Referates ran, um wegen des ständigen Wechsels zwischen Frost- und Tauwetter Splitt zu streuen. Unterstützt wurden die 690 Winterdienstler von 390 Kollegen aus beauftragten Unternehmen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat das Baureferat insgesamt weniger Schnee gemessen: 2014 waren es 87 Zentimeter (kumuliert), 2015 nur noch 56 Zentimeter – und das an 17 Tagen (2014: 22). Die Frosttage sind indes auf 85 gestiegen (2014: 60).

Die Stadt hat heuer deutlich mehr Splitt verbraucht, nämlich rund 19 972 Tonnen, im Jahr zuvor waren es 15 962. Der Streusalzverbrauch ging derweil zurück von 13 011 Tonnen (2014) auf heuer 9 006 Tonnen. Dadurch reduzierten sich auch die Kosten für den Winterdienst: 2014 gab die Stadt 16,3 Millionen Euro aus, heuer nur noch 11,71.

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