WhatsGerman ist eine Erweiterung für Whatsapp

App von Münchner bringt Flüchtlingen Deutsch bei

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Der Münchner Markus Maczey entwickelte WhatsGerman.

München - Die kostenlose App WhatsGerman soll Flüchtlingen dabei helfen, Deutsch zu lernen. Entwickelt wurde sie von einem Team aus München.

Stolz zeigt Satari Massoud (26) seinen Deutschlehrer – nämlich: sein Handy! Seit mittlerweile vier Monaten lebt der Afghane in Deutschland. Und bei der Sprache nutzt er ein Programm aus München: „WhatsGerman“, eine Anwendung für WhatsApp. „Das hat mir sehr geholfen“, sagt der Lagerist.

Am Anfang war Satari der Verzweiflung nahe: „Ich musste drei Monate auf einen Platz in einem Deutschkurs warten.“ Doch dann sollte sich das Blatt doch noch zum Guten wenden: Michael Reill, ein Mitarbeiter des WhatsGerman-Teams, wollte dem Afghanen helfen. Seit zwei Monaten ist WhatsGerman nun Sataris täglicher Begleiter. „Das Programm ist einfach zu bedienen und man lernt die Wörter, die man wirklich braucht“, sagt der Afghane. Und: „Ich kann mich mittlerweile sogar schon auf Deutsch unterhalten.“

Satari möchte seine Begeisterung mit anderen Flüchtlingen teilen. Deshalb zeigt er Neuankömmlingen, wie der Deutschkurs am Smartphone funktioniert.

Mittlerweile hat Satari auch einen Platz in einem der staatlichen Deutschkurse bekommen. Problem: „Die Deutschlehrer sprechen viel zu schnell – ich verstehe sie kaum.“ Deshalb wird er auch weiterhin nicht auf WhatsGerman verzichten.

WhatsGerman: So funktionierts

Satari Massoud zeigt die WhatsGerman-Anwendung auf seinem Telefon. Mit den Symbolen und den Wörtern in mehreren Sprachen kann man Deutsch lernen

Markus Maczey (39), Geschäftsführer von Plan.Net, steht mit seinem dreiköpfigen Team hinter WhatsGerman. Er sagt: „Die meisten Flüchtlinge haben ein Smartphone und benutzen ohnehin regelmäßig WhatsApp. Da ist die Hürde ziemlich niedrig, einen Deutschkurs über WhatsApp zu beginnen.“ Seit dem Beginn des Projekts Mitte Dezember 2015 feilen mittlerweile über 100 000 Teilnehmer an ihren Deutschkenntnissen – komplett kostenlos. Die Bedienung ist einfach, es gibt drei Basiskurse. Unter anderem kann sich der Nutzer Nachrichten schicken lassen, bei denen auch der Spaß nicht zu kurz kommt. „Das garantieren die vielen bunten Emojis (Smileys auf WhatsApp), Bilder und Lernvideos“, sagt Maczey. Zu den verschiedenen Symbolen gibt’s die entsprechenden Wörter in verschiedenen Sprachen – so wird das Handy auch gleich zum Wörterbuch.

Giuliana Barrios

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