Rathaus

Wiederwahl bei SPD, Denkzettel für Reissl

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Hans Dieter Kaplan (r.) hatte Reissl herausgefordert. Nun ist er auch den Vizeposten los

München - Der Aufstand bei der Rathaus-SPD: Am Montag kam Fraktionschef Alexander Reissl (58) mit einem blauen Auge davon.

Gegen ihn war sein bisheriger Stellvertreter Hans Dieter Kaplan (60) angetreten. Die Abstimmung ging 14:9 für Reissl aus. Das reichte zwar für die Wiederwahl, doch geht Reissl geschwächt in die nächsten beiden Jahre. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, kommentierte Kaplan nach der Wahl das Ergebnis gegenüber der tz. „Das eigentliche Ziel ist zwar nicht geglückt, doch es ist gelungen, eine deutliche Aussage zu treffen.“

Kaplan hatte nie öffentlich begründet, wieso er gegen Reissl antritt. Doch aus der Partei war immer wieder Kritik an Reissl zu hören. In Sachentscheidungen hätten viele klassische SPD-Positionen nicht mehr wiedererkannt. Reissl habe einen despotischen Führungsstil und würde mit seinem CSU-Pendant Hans Podiuk (69) und OB Dieter Reiter (57, SPD) die Entscheidungen treffen. Die Fraktion könne die dann nur noch abnicken, hieß es immer wieder hinter vorgehaltener Hand.

Reissl selbst bezeichnete das Wahlergebnis als „ausreichend“. In der Schule wäre das Note 4. Seinen Führungsstil erklärt er der tz so: „Ich muss in der Kooperation mit der CSU reden und auch mit den Bürgermeistern und dem OB Lösungen suchen und finden und Vorschläge erarbeiten.“ Ob er ein Despot ist? „Ich halte mich für keinen.“ Persönlich habe ihn noch niemand kritisiert.

Als Vize unter Reissl wollte Kaplan nicht mehr kandidieren: „Das ist eine Frage des Arbeitsstils.“ Kaplan macht Platz für Christian Vorländer (42). Der ehemalige TV-Anwalt und ausgebildete Jurist sitzt seit 2014 im Stadtrat. Auch die bisherige Vize Beatrix Zurek (56) kandidierte nicht mehr, sie wird im Juli Bildungsreferentin. Zurek wird von der Sozialpädagogin Verena Dietl (35) beerbt. Zurek galt lange als Alternative für Reissl als Fraktionschefin. Doch nun wird sie wegbefördert – so wie auch Christian Amlong (49), dem ebenfalls Qualitäten als Fraktionschef nachgesagt wurden. Er soll jetzt Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG werden.

J. Welte

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