tz-Besuch zum 70. Geburtstag

Wilfried Spronk: Darum hörte Mr. Olympiapark als Chef auf

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Wilfrid Spronk vor dem Olympiaturm.

München - Wilfried Spronk und der Olympiapark. Eigentlich unzertrennlich. Doch im Mai 2009 hörte der Chef des Park auf. Der Macher erzählt  in der tz über Olympia und neue Events im Olympiapark.

Vor gut zwei Wochen schaute Wilfrid Spronk fern. Die große Doku über Udo Lindenberg. Spronk und Lindenberg verbindet eine Menge, natürlich wegen der vielen Auftritte des Musikers in der Olympiahalle. Vor allem aber wegen des Alters.

Als Udo Lindenberg zum Ende des Films sagte, dass er in 30 Jahren noch auf der Bühne stehen möchte, blickte Spronk zu seiner Frau Regine und sagte: „Das werden wir uns dann auch noch ansehen.“ Lindenberg wurde gestern 70 – Wilfrid Spronk feiert am Mittwoch seinen Siebzigsten. Herzlichen Glückwunsch, Mr. Olympiapark!

Darum hörte der Chef des Olympiaparks auf

Wilfrid Spronk mit seiner Ehefrau ­Regine.

Eine ruhige Seitenstraße in Perlach, Spronk sitzt im Wohnzimmer seines Hauses. Er stellt das kleine ABC des Nachmittagsgedecks auf den Tisch. Apfelkuchen, Bienenstich, Cappuccino – und erzählt dann plötzlich, warum er vor sieben ­Jahren tatsächlich aufhörte als Chef des Olympiaparks. Denn dass er seinen Posten zum 31. Mai 2009 aufgab, lag nicht, wie damals immer angenommen, an seinen eigenen gesundheitlichen Problemen. „Der wirkliche Grund“, sagt Spronk, „war die Krebserkrankung meiner Frau Regine.“ Es war vor genau zehn Jahren, als die Ärzte bei Regine Spronk Brustkrebs diagnostizierten. „Oft habe ich meine Frau zur Chemotherapie begleitet“, sagt Spronk. „Und da war mir schnell klar, dass ich nicht ewig weiterarbeiten, sondern bald mehr Zeit für sie haben möchte.“ Noch 2006 ging Spronk zum damaligen OB und sagte: „Herr Ude, ich möchte aufhören.“ Ude habe zwar noch versucht, ihn umzustimmen, aber erfolglos. Spronk reichte zum nächstmöglichen Termin seinen Rücktritt ein, zum Mai 2009.

Leitung der Münchner Olympia-Bewerbung bis zum Burn-out

Zwei Jahre zuvor übernahm er noch die Leitung der Münchner Olympia-Bewerbung – bevor er im Herbst 2008 selbst zusammenbrach. Burn-out, aber so richtig. „Ich hatte mir zu viel zugemutet“, sagt Spronk. Es folgte eine lange Kur am Chiemsee, der Rücktritt 2009 schien eine logische Folge – stand da aber schon längst fest, eben wegen seiner Frau.

Erinnerung an die Olympischen Spiele von München 1972. Spronk beim Kickern.

Jetzt, sieben Jahre später, sieht Spronk blendend aus, bestens erholt. Hin und wieder hat er noch Aufträge als Berater. Kontakte pflegen, das war schon immer Spronks große Stärke, erst als rechte Hand des damaligen Geschäftsführers Werner Göhner, wie auch später, als er selbst Chef war. Spronk wusste, wie man mit den Menschen spricht. Mit den Verhandlungspartnern draußen, mit den Mitarbeitern drinnen. Sein Nachfolger ­Ralph Huber wusste das nicht. Huber agierte ungeschickt und glücklos. Zu ihm sagt Spronk nichts. Spronk ist ein Mann mit Anstand und Stil.

"Das Herz wird immer am Park hängen"

„Ich habe mir auch bei meinem Abschied geschworen, dass ich mich nicht mehr in die Belange des Parks einmischen werde, es sei denn, ich werde gefragt“, sagt Spronk. „Daran habe ich mich bis heute auch gehalten.“

Trotzdem gilt: „Das Herz wird immer am Park hängen“, sagt Spronk zum Schluss noch. „Neue, faszinierende Events wie das Munich Mash im Sommer finde ich großartig. Wäre schön, wenn wir auch wieder einmal Welt- und Europa­meisterschaften als sportliche Topveranstaltungen dort sehen werden. Was der Park in keinem Fall werden darf, ist ein Museum.“

Seinen heutigen Geburtstag feiert er auf Ischia, zusammen mit seiner Familie. Mit Frau Regine, die ihren Siebzigsten kürzlich feierte, und den Töchtern, Marianne und Sabine, sie sind 44 und 42. Geschenke braucht es nicht, „das allerschönste Geschenk“, sagt Spronk, „war vor wenigen Wochen die Nachricht der Ärzte, dass meine Frau nun völlig vom Krebs geheilt ist.“ So haben die beiden noch viel vor, verreisen und wandern zum Beispiel.

Und 2046 Udo Lindenberg schauen.

Florian Kinast

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