Wirt klagt gegen frühere Schließung

Ärger um Sperrstunde: Droht dem Sunshine-Pub das Aus?

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Siegfried ­Märkl (62) am Zapfhahn. Seit Januar muss der Wirt schon um drei Uhr zusperren statt wie früher um fünf. Er sagt: "Das ruiniert uns."

München - Jahrelang war der Sunshine Pub die letzte Anlaufstelle für Nachtschwärmer am frühen Morgen. Nun soll die Kneipe früher schließen. Dagegen geht der Wirt vor.

Wo gibt's nachts das letzte Bier? Wohin, wenn fast alle Kneipen zuhaben? Dafür gibt's etwa den Sunshine Pub in der Müllerstraße. Bei Wirt Siegfried Märkl (62) treffen sich die Spätis unter der Nachtschwärmern - und feiern bis fünf Uhr früh. Bis ein Brief von der Stadt quasi den Hahn abgedreht hat!

Seit Januar muss der Sunshine Pub nämlich schon um drei Uhr schließen. Bewohner hatten sich über den Lärm und Schlägerein beschwert. Neben Alkohol-Exzessen soll es auch Drogenhandel gegeben haben. Die Polizei meldete steigende Einsatzzahlen. Deshalb verschärfte die Stadt die Sperrstunde.

Für Siegfried Märkl ein existenzielles Problem! "Wir machen unseren Hauptumsatz in den frühen Morgenstunden", sagt er - und klagte! Am Dienstag kam es zum Prozess am Verwaltungsgericht.

Anwalt: "Störungen nicht durch Lokal verursacht"

Der Sunshine Pub.

"Die Störungen werden nicht durchs Lokal verursacht, sondernes treten in der Müllerstraße permanent Störungen auf, die auch im Zusammenhang mit den anderen Lokalen zu sehen sind", sagt Anwalt Sewarion Kirkitadse, der den Pub vertritt. Denn in der Müllerstraße zieht nachts das Partyvolk Richtung Sendlinger Tor.

Laut Polizei wird aber gerade vor dem Sunshine Pub randaliert und gepöbelt. Morgens führt der Schulweg vieler Kinder aus dem Glockenbachviertel an Besoffenen vorbei. Märkl sagt aber: "In den vergangenen Jahren ist doch überhaupt nichts passiert."

Der Wirt schlug vor, seine Kneipe erst nachmittags aufzusperren. Wenn er doch nur bis fünf Uhr ausschenken dürfte! Doch die Stadt lehnte ab und setzt auf nüchterne Argumente. So gab es zwischen Februar und Juli 2015, als die alte Sperrzeit galt, insgesamt 49 Polizeieinsätze vor dem Pub. Als er schon um drei Uhr schließen musste, waren es im selben Zeitraum heuer nur noch 13.

Verwaltungsgerichtshof sieht kein Verschulden der Kneipe

Der Verwaltungsgerichtshof, der bereits über einen Eilantrag beraten hatte, sah kein Verschulden der Kneipe: Es gebe keinen erkennbaren Bezug zu den polizeilich erfassten Taten. Etliche hatten sich laut Kirkitadse auch nachmittags ereignet.

Die Polizei bleibt dem Pub gegenüber dennoch kritisch: "Es war schon immer eine problembehaftete Gaststätte, bei der viele Einsätze nötig waren", sagte ein Beamter. Gespräche mit dem Wirt hätten nichts gebracht. Deshalb müsse nun ein Urteil her. Richterin Gibbons wird es in Kürze schriftlich bekanntgeben.

Andreas Thieme

Die Geschichte der Sexsüchtigen Antje C.

Der Sunshine Pub ist legendär - auch wegen der für Schlagzeilen sorgenden Geschichte der Nymphomanin Antje C., genannt La Bombana. Denn auch in dem Pub in der Müllerstraße war die krankhaft sexsüchtige Frau auf Männerjagd

Antje C. alias La Bombana.

Dort lernte die damals 47-Jährige 2012 den DJ Dieter S. kennen. Der 43-Jährige begleitete die Dame in ihre Wohnung, wo sie dreimal Sex hatten. Als der erschöpfte DJ dann heimwollte, sperrte La Bombana ab - Dieter saß in der Falle, musste noch fünfmal ran. Als Antje C. eingeschlafen war, rief er verzweifelt die Polizei. Nachdem Antje C. auch noch über die Beamten herfallen wollte, wurde sie in die Psychiatrie eingeliefert.

Gleich nach der Freilassung war die Sexsüchtige wieder auf Männerjagd. Zwei Verfahren wegen Nötigung hatte sie deshalb am Hals.

Ihre letzte Liebesnacht verbrachte sie mit einem 31-jährigen Heizungsmonteur - danach verstarb Antje C. im Dezember 2012, nach dem Sex im Bett.

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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