Urteil ist rechtskräftig

Zweieinhalb Jahre Haft für litauischen "Schockanrufer"

München - Die Anrufe folgen der üblichen Masche: Der Betrüger fordert Geld für einen Angehörigen in Not - das sofort bar aufzubringen ist. Doch die Polizei kommt dem Täter dank seiner Mobilfunknummer auf die Spur.

Ende Juli 2014 wurden mehrere sogenannte Schockanrufe zum Nachteil von russisch stämmigen Personen bekannt. Zwei Jahre später wurde der Täter rechtskräftig verurteilt.

Die Tatserie begann laut Polizei mit Anrufen in russischer Sprache bei einem damals 38-jährigen Deutschen russischer Herkunft. Dieser erhielt Ende Juli einen Anruf einer unbekannten Täterin, die sich als seine Schwester ausgab und mitteilte, dass sie in Russland einen Verkehrsunfall mit Personenschaden verursacht hätte. Im Anschluss übergab sie das Telefon an einen Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab und erklärte, dass die Schwester nur dann nicht in Haft müsse, wenn er sofort 1.200 Euro in bar aufbringen würde. Das Bargeld würde dann von einem Beauftragten abgeholt werden, weshalb der Geschädigte einen Übergabeort benennen solle. Nachdem das Telefongespräch abbrach, kamen dem Münchner Zweifel und er verständigte die Polizei. 

Nur eines von vielen Vergehen

Bei den daraufhin eingeleiteten Maßnahmen wurde die litauische Mobilfunknummer der Anrufer bekannt. Ebenfalls ergaben sich weitere Details. Der Anrufer, ein 36-jähriger Litauer, konnte ermittelt werden und wurde per Haftbefehl gesucht. Am 12.12.2015 wurde der Mann nach einem Ladendiebstahl in Dortmund festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt werden. 

Nach seiner Überstellung nach München wurde er mittlerweile wegen versuchtem gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in drei tatmehrheitlichen Fällen und Verabredung zum Verbrechen in weiteren neun Fällen verurteilt. Gesamtstrafe: zwei Jahre und zehn Monate. Das Urteil ist rechtskräftig.

mm/tz

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