Konzert-Kritik: Drei Bands zum Preis von einer auf dem Tollwood

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Jesper Munk spielte am Freitag auf dem Tollwood 2016.

München - Das Henrik Freischlader Trio, Jesper Munk und Warren Haynes spielten am Freitag auf dem Tollwood 2016. Hier gibt's die Konzert-Kritik.

Drei Bands zum Preis von einer, fast vier Stunden Musik, und dennoch dürfte man ein bisserl in den Seilen hängen. Quasi so ähnlich wie der dunkle Vorhang, der die Tollwood-Arena halbierte, auf dass sich das Publikum nicht allzu spärlich ausnahm.

Dabei hinterließ der Opener, das solide und blueswürzige Henrik Freischlader Trio trotz etwas ungelenken Namens einen ganz frischen, grundsoliden und appetitmachenden Eindruck. Freischladers Soli und Riffs sind vielleicht nicht revolutionär, aber allemal hörenswert in seiner ungebrochenen Liebe zur Bluesrock-Tradition.

Sperriger machte uns das schon der 24-jährige Münchner Jesper Munk, neun Jahre jünger als Freischlader, aber musikalisch sehr ambitioniert. Dennoch scheint's, als sei er mit seinem Trio grad auf Stilsuche. Die Passion früherer Auftritte ist weitgehend passe, die Songs verströmen eine fast schon unheimliche abgeklärte Reife (manche würden es Langeweile nennen), und dass alle drei Musiker nicht gerade Virtuosen sind, ist dem Zugang nicht gerade förderlich.

In diesem Sinne ist Warren Haynes, so alt wie seine Vor-Spieler zusammen und mit doppelt so vielen Hochkaräter-Kollegen am Start, über jeden Zweifel erhaben. Nach einem leicht verfremdeten Lennon-"Imagine" lässt er gleich mal ein rund zehnminütiges Instrumental mit Geigen-Gitarren-Battle vom Stapel. Das Publikum dankt den dringend nötigen Flinkfingereien.

Matthias Bieber

Matthias Bieber

E-Mail:Matthias.Bieber@tz.de

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