Bis zum 24. Juli im Olympiapark

Tollwood startet - das ist alles neu

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Start frei: In den nächsten Wochen bevölkern wieder Tausende Besucher das Tollwood-Gelände.

München - Sommerzeit ist auch immer Tollwood-Zeit. Ab Samstag laden diversen Veranstaltungen in den Olympiapark. Die tz erklärt, welche Neuerungen die Besucher erwarten.

Das erste Tollwood-Wochenende ist da! Auf 30.000 qm Festival-Gelände im Olympiapark erwarten Sie rund 50 Gastro- und 220 Kunsthandwerkstandl. Über 70 Prozent der rund 530 Veranstaltungen sind ohnehin kostenlos, für was es noch Kaufkarten gibt, lesen Sie auf der rechten Seite. Wir sind am Freitag übers Gelände spaziert. Was neu ist und was Sie wissen müssen.

Die gigantische Thunfischdose

Die Thunfischdose.

Dein blaues Wunder! lautet das diesjährige Sommerfestival-Motto,und dementsprechend dreht sich viel um die Meere und den Müll. In der riesigen Thunfischdose (fünf mal fünf Meter) sollen sich die Besucher auf den Grund des Meeres versetzt fühlen. Geisternetze beherbergen Plastikmüll, über einem wabert die Wasseroberfläche - und ganztägig informieren Greenpeace-Mitarbeiter über Meeresschutz.

Sie turnen seit ihrer Kindheit zusammen

Die Compagnie.

Sie kommen von Down Under, aber sie lassen die Haare zu Berge stehen: Die australischen Akrobaten von Gravity & Other Myths sind eine von drei Tollwood-Theaterproduktionen (8. Juli bis 12. Juli, Eintritt 24 Euro, Dauer: eine Stunde). Einzigartig macht die Verrenkungs-Combo, die seit 2009 existiert und seitdem mit Preisen überhäuft wird, dass sie schon seit ihrer frühen Jugend zusammen turnen. Die Compagnie im Interview:

Wie viele Bälle werden während der neuen Show geworfen?

Die Compagnie: Das kommt auf die Größe des Publikums an. Es können bis zu 1000 Bälle werden.

Wie viele Länder habt ihr auf eurer letzten Tour besucht?

Die Compagnie: In den vergangenen 24 Monaten waren wir auf allen Kontinenten - außer der Antarktis - und sind in 18 unterschiedlichen Ländern aufgetreten.

Eure Show ist ein Wettkampf zwischen Artisten. Warum?

Die Compagnie: Wir zeigen, was im Training passiert. Wir wollen den Zuschauern vermitteln, was wir Tag für Tag durchmachen. Die Erfolge, die Misserfolge, der Schweiß.

Was ist euer Rekord beim Seilspringen?

Die Compagnie: Unser Rekord liegt bei 174 Sprüngen in einer Minute. Einen unserer Kollegen haben wir übrigens sofort in Ruhestand geschickt, nachdem er bei einem Wettbewerb "nur" 100 aufeinanderfolgende Rückwärtssaltos gemacht hat …

Wer ist der Clown in eurer Gruppe?

Die Compagnie: Ganz klar Martin Schreiber, ein Deutscher. Er stolpert ständig über Dinge und macht sich über sich selbst lustig.

Was macht ihr, wenn ihr nicht trainieren müsst?

Die Compagnie: Da ist jeder anders. Wir lieben es, ein bisschen nerdy zu werden und spielen Brettspiele. Und wir lieben es natürlich, Zeit in der Sonne zu verbringen. Besonders am Strand.

Wie motiviert man sich zum Training?

Die Compagnie: Wir haben alle mal Tage, wo wir uns nicht vorstellen können zu trainieren. Besonders, wenn am Vorabend ein paar Biere zu viel gekippt worden sind. In dieser Truppe sind wir allerdings beste Freunde. Wenn du also zum Training gehst, dann verbringst du Zeit mit tollen Menschen. Und wir lieben alle, was wir tun. Das macht es leichter.

Musik auf dem Festival: Von gratis zu Stars

ZZ-Top tritt auf.

Wieimmer gibt's jede Menge kostenlos auf die Ohren, aber für die großen Konzerte in der Musik-Arena müssen Sie natürlich blechen. Wir sagen Ihnen, für wen's Tickets gibt:

Die CubaBoarischen (Sonntag), Avantasia (6.7.), Jan Delay & Disko No. 1 (7.7.), Bilderbuch (8.7.), Dieter Thomas Kuhn (9.7.), Beirut (10.7.), Anastacia (11.7.), Element of Crime (12.7.), Melody Gardot (13.7.), Wirtz (14.7.), Warren Haynes & Jesper Munk (15.7.), Schmidbauer & Kälberer (16.7.), Niedeckens BAP (17.7.,), Jamie Cullum (18.7.), Deep Purple (19.7.), Peter Cornelius (23.7.).

Karten für alle Konzerte in der Arena unter Tel. 54 81 81 81. Kostenlose Musik gibt's in der tanzbar, dem Hacker-Brettl, dem Andechser Zelt.

Wal aus 4000 Flaschen

Der Flaschen-Wal.

Gleich rechts sehen Sie Künstler Adam Stubley vor seiner jüngsten Tollwood-Skulptur, seinem riesigen Wal. Den hat der 52-Jährige aus insgesamt 4000 PET-Flaschen zusammengebastelt. Der Aufbau hat ihn und zwei Helfern nur drei Tage gekostet - "aber die Vorbereitungen gingen monatelang". Allein, bis sich die Idee entwickelt hat - dann das Entfernen der Flaschenböden, der Deckel, der Etiketten. Stubley arbeitet gern am Zeichenbrett, sagt er: "Damit ich mir genau vorstellen kann, wie die Skulptur mal aussehen soll."

Meermüll ist schön

Treibgut und Abfälle werden gesammelt.

Sie surfen - und machen alles andere als nebenbei auch noch Kunst. Skeleton Sea heißt die Künstlergruppe, und die drei Mitglieder Joao Parrinha, Luis de Dios und Xandi Kreuzeder sammeln so ziemlich alles, was sie an Stränden finden. Aus dem Treibgut, aus dem Müll macht das Trio Kunst. Die Mahnung schimmert bei aller Schönheit ihrer Skulpturen immer durch: "Haltet die Ozeane sauber!"

Xandi Kreuzeder, Jahrgang 1962, ist gebürtiger Münchner. Was er zum Projekt sagt:

Die Idee: Sie entstand 2005 während einer Surfreise auf die Azoren. Die Küste war viele Kilometer lang wild, unverbaut, das satte Grün schien nahtlos ins Türkis des Merres überzugehen - wäre da nicht der dünne Streifen des hoch aufgetürmten Strandmülls dazwischen gewesen. Es waren unglaubliche Mengen an Müll, die der Atlantik da an Land spuckt. Unsere kreative Ader war geweckt. Wir begannen die ersten Installationen zu bauen, um auf die enorme Umweltverschmutzung der Meere aufmerksam zu machen.

Die Gefühle: Wenn wir verschmutzte Strände sehen, tut das weh. Wir sind Surfer - unser ganzes Leben lang - und lieben das Meer. Es ist schlimm, die drastisch zunehmende Vermüllung der Meere und Strände anzusehen. Es bestärkt uns, das Kunstprojekt Skeleton Sea voranzutreiben.

Reaktionen: Die Leute sind allermeistens sehr beeindruckt, wir bekommen ein gutes Feedback. Unsere Kunstwerke sind sehr erfolgreich, unsere Botschaft ist sehr eindeutig. Jedes Kunstwerk erzählt eine eigene Geschichte. Es gibt viele Schulklassen, die unsere Ausstellungen besuchen - Thema: Umweltschutz der Meere.

Die Ziele: Wir wollen die Menschen sensibilisieren und zeigen, dass jeder seinen Beitrag zum Umweltschutz der Meere leisten kann. Sei es, indem er bei der Reinigung von Stränden mitmacht - oder er zumindest aufpasst, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Zudem wollen wir auf die Ausbeutung der Fischbestände und Ressourcen der Meere hinweisen.

Die Kunst: Kunst kann etwas bewirken. Wir glauben an unsere Kunst und dass wir unsere Botschaft mit ihr vermitteln können.

Rund um Tollwood

Ort: Olympiapark

Anreise: Am besten mit der Tram (20/21, Leonrodplatz oder Olympiapark West) oder der Linie 27 (Ackermannstraße). Bus: Linie 53 (Leonrodplatz).

Informationen: www.tollwood.de

Theaterzelt: Drei Produktionen gibt's heuer: bis 6.7. Bunk Puppets (Australien), 8. – 12.7. Gravity & Other Myths, 14. bis 23.7. Un loup pour l'homme (Frankreich). Eintritt jeweils 24 Euro (erm. 15 Euro)

Dauer: bis 24. Juli.

Geöffnet: Mo bis Fr 14 – 1 Uhr, Sa/So 11 bis 1 Uhr.

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