Hendlbraterei Poschner mit komplett neuem Zelt zurück

Luff steigt bei kleinen Wiesn-Wirten aus

+
Poschner-Wirt Berni Luff (M.) mit seinem Sohn Thomas (l.) und Bruder Christian (r.). Das Zelt der Hendlbraterei wurde heuer komplett neu gebaut.

München - Nach einjähriger Zwangspause ist die Hendlbraterei Poschner mit einem komplett neuen Zelt auf der Wiesn zurück. Doch: Wirt Berni Luff will nicht mehr bei der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesn-Wirte dabei sein.

"Jetzt samma wieder da!“: Die Hühner- und Entenbraterei Poschner ist nach einjähriger Zwangspause (tz berichtete) mit einem komplett neuen Zelt wieder auf der Wiesn. Aber mit einem Paukenschlag: Wirt Berni Luff (58) will nicht mehr bei der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesn-Wirte dabei sein, wie er der tz erzählte.

Der Grund: Die „mangelnde Unterstützung“ von Seiten der Kollegen nach dem Bekanntwerden des Aus für die letztjährige Wiesn. 

Berni Luffs neues Zelt.

Es habe durchaus Gespräche mit den damaligen Wiesnstadtrat gegeben, sagt Lorenz Stiftl, der Sprecher der kleinen Wiesn-Wirte. „Doch die kleinen Wiesn-Wirte stehen natürlich auch im Wettbewerb, und jeder ist für seine Bewerbung selbst verantwortlich.“ Luff könne aber jederzeit wieder einen Antrag auf Aufnahme stellen. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt die Interessen gastronomischer Mittelbetriebe auf dem Oktoberfest.

Letztes Jahr sei mit der Entscheidung der Stadt der gesamten Familie „das Herz rausgerissen“ worden, sagt Luff. Im November 2014 sei ihm von der Stadt noch versichert worden, dass sein Konzept gut sei. Im April vergangenen Jahres hätten sie dann am 40. Geburtstag seiner Frau Paulina über die tz von dem Wiesn-Aus erfahren. 

Poschners Platz bekam Josef Able, kleiner Bruder von Marstall-Wirt Sigi Able - ebenfalls mit einer Hendlbraterei. „Doch wir haben nicht eine Sekunde an den Gedanken verschwendet, längerfristig nicht mehr dabei zu sein“, sagt Luff. 

Der Poschner-Wirt schaltet einen Anwalt ein, für die Wiesn 2015 klappte es nicht mehr. Aber noch vor der Verhandlung bekam er die Zusage fürs diesjährige Oktoberfest. Und zog seine Klage zurück. 

Jetzt will Luff nach vorne schauen und die Vergangenheit ruhen lassen: Besonders seinen Stammkunden sei er dankbar, dass sie sich für ihn eingesetzt hätten. Eine gute Nachricht gibt es für sie. Dadurch, dass Luff offiziell erst im Juni von der Zulassung erfuhr, gibt es noch freie Plätze zum Reservieren in der Hendlbraterei.

So sieht es im Inneren des neuen Zelts aus

In die hat der Poschner-Wirt für die Bewerbung 2016 kräftig investiert: Sein komplett neu gebautes Zelt hat nun ein Cabrio-Dach, damit ein kühles Lüfterl für die Gäste weht. Außerdem gibt’s einen zusätzlichen ersten Stock, das Zelt ist höher und damit auch luftiger geworden.

Im ersten Stock lagert zum Beispiel der Biertank. Anders als früher spielt jetzt auch Musik in der Hendlbraterei. Aber nur am Abend ab 19 Uhr und „keine Dauerbeschallung mit Stimmungsmusik“, wie Luff betont. „Mich stört es sehr, dass wir die letzten Jahre eine Almhütten-Wiesn bekommen haben.“ 

Und so bedauert es Luff, dass für ihn nun ein wiederum ein Traditionsbetrieb weichen musste: Die Heimer Hendlbraterei.

Das Cabriodach im neuen Zelt.

Um die Malereien im Inneren und Äußeren des neuen Zeltes hat sich Künstlerin Tita Gronemeyer gekümmert, die traditionell auch den Oktoberfestkrug der Wiesnwirte gestaltet. Verewigt ist etwa die Bavaria, die einen Löwen tränkt. Den Anstich im neuen Zelt übernimmt heuer der Münchner Schauspieler Ernst Hannwald ("Zur Freiheit"). 

Noch einen besonderen Clou haben sich Berni Luff und sein Bruder Christian (48) einfallen lassen: An der Außenfassade des Zelts fahren nun fast mannshoche Figuren auf Schienen umher. Mit einer Schüssel voller Knödel verewigt: ihre im Jahr 2010 verstorbene Mutter Annaliese Luff, geborene Poschner. „Unsere Mama ist jetzt der gute Geist im Zelt.“ 

auch interessant

Kommentare