Präsentation des Sieger-Motivs

Knallig Pink: Das ist das Wiesn-Plakat 2016

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Bürgermeister Josef Schmid mit den Entwürfen. In der Mitte der erste Platz von Susanna Schneider und Linda Sophia Schultheis (Designschule München); auf dem 2. Platz (li.) der Entwurf von Ronja Bernhardt (Akademie der bildenden Künste München); der 3. Preis (re.) geht an die Zwillingsbrüder Thomas und Martin Poschauko aus Bad Aibling.

München - Ja ist denn schon wieder Wiesn? 231 Tage sind es zwar noch, bis es wieder heißt "Ozapt is", aber schon am Freitag hat Bürgermeister Josef Schmid (CSU) das offizielle Wiesn-Plakat enthüllt.

Noch 231 Tage bis zur Wiesn. Doch: „Bei uns in München ist immer Oktoberfest“, sagte Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Freitag – und enthüllte das offizielle Plakat für 2016: Ein knallig pinkfarbener Entwurf kam zum Vorschein, mit Riesenrad im Hintergrund und zwei Besuchern in Tracht, die eine Breze, einen Masskrug und ein Lebkuchenherz wie Luftballons an Schnüren halten.

Ein bisschen barbiepuppenmäßig? Überhaupt nicht, findet Wiesn-Chef Schmid. Als „modernen Entwurf mit frischen Farben“, lobte er das Motiv. „Es transportiert klassische Wiesnstimmung und zeigt das Fest in seiner Gänze.“

Entworfen haben es zwei Studentinnen der Designschule München: Susanna Schneider (geboren 1991) und Linda Sophia Schultheis (geboren 1990). Sie dürfen sich über 2500 Euro Preisgeld freuen. Die Stadt München lobt den Wettbewerb für das Oktoberfest-Plakat seit 1952 aus, die Designschule hat heuer zum fünften Mal seit 2009 gewonnen. Das Siegermotiv wird auf 10 000 Plakate gedruckt, es ziert den offiziellen Sammler-Masskrug und alle sonstigen Werbeartikel – vom Kühlschrankmagnet bis zum Schlüsselanhänger.

10 000 Plakate werden gedruckt

Die Schlüsselanhänger waren ein Grund, warum es die Künstler-Zwillinge Thomas und Martin Poschauko aus Bad Aibling nur auf Platz drei geschafft haben. Auch ihr nostalgisch angehauchter Entwurf gefiel der Jury, allein: Er war zu wimmelig. „Auf dem Plakat wirkt es gut, aber für das kleine Format gab es Bedenken“, erklärte Schmid. Dennoch: Es zeige die „wichtigen Werte“ der Wiesn. Auf dem Plakat zu sehen: Menschen jeden Alters und verschiedener Nationen an einem Biertisch. Ein kleiner Bub schleckt an seiner Zuckerwatte, ein älterer Herr stößt mit seiner Tischnachbarin an. Daneben gibt es viel zu entdecken: eine Plastikrose, ein Lebkuchenherz, ein Hendl, gebrannte Mandeln, eine Breze, Radi . . .

Ganz nüchtern kommt dagegen Platz Nummer zwei daher, „ein Plakat, bei dem alle Designerherzen höher geschlagen haben“, sagte Schmid. „Es besticht durch Klarheit und Modernität.“ Die braune Breze fällt direkt ins Auge, ansonsten muss man schon genauer hinschauen für den Wiesn-Bezug: ein stilisierter Bierkrug und eine Mandeltüte. Und der orangefarbene Ball? Da müsste man vielleicht Ronja Bernhardt fragen, Studentin an der Akademie der Bildenden Künste in München, von der das Design stammt.

Die Jury traf die Entscheidung übrigens erst am Vorabend der Präsentation – damit das Siegermotiv auch ja nicht vorab öffentlich wird.

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