Oktoberfest 2015

Party für Flüchtlinge: geht das?

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Felix Magath als Phythokids-Vorstand unterwegs.

München - Auch wenn die Wiesn ein Ort der puren Lebensfreude ist, lässt die Münchner der Flüchtlingsandrang nicht unberührt. "Da kann man nicht zuschauen", sagt die Gastgeberin Polzin.

Auch wenn die Wiesn ein Ort der puren Lebensfreude ist, lässt die Münchner der Flüchtlingsandrang nicht unberührt: Seit Wochen strömen tausende Hilfesuchende nach München, werden auf die verschiedenen Stadtteile und ins Umland verteilt. „Da kann man doch nicht nur zuschauen“, findet Moderatorin ­Alexandra ­Polzin. „Ich wollte unbedingt etwas tun, ich will helfen.“ Deshalb hat sie es als Botschafterin der Phythokids-Stiftung (unterstützen u. a. kranke Kinder) geschafft, ein Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu unterstützen. In Schwabing, gegenüber vom Luitpoldpark, leben zurzeit 34 Jungs im Alter von zwölf bis 17 Jahren. „Die haben nichts, gar nichts und sind schwer traumatisiert.“ Sachspenden seien meist schmuddelig und nicht zu gebrauchen – deshalb sammelt Polzin zusammen mit PR-Agenturinhaberin Birgit Fischer-Höper Geld. Und zwar bei denen, die genug davon haben. 80 Ladys, darunter Unternehmerinnen, Ex-Gattinnen und Schönheitsköniginnen, trafen sich zum Lunch im Fisch-Bäda.

Feiern für Flüchtlinge, geht das denn überhaupt? „Ja natürlich. Sonst könnte man nie feiern und müsste immer ein schlechtes Gewissen haben, denn immer brennt es irgendwo auf der Welt“, findet Simone Ballack. Auch vor ihrer Haustür, in Berg am Starnberger See, sind bereits Zelte aufgebaut. Sobald die ersten Flüchtlinge einziehen, will Ballack sich engagieren. „Natürlich werde ich hingehen, mit ihnen reden und fragen, was sie brauchen. Es kommt der Winter und wir leben hier doch im Überfluss.“

Das weiß auch Phythokids-Vorstand Felix ­Magath. Er hat damals aus dem 15-jährigen Flüchtlingskind ­Hasan Salihamidžic einen großen Fußballer gemacht. „Wir haben heute noch guten Kontakt“. Ebenfalls dabei: Couture-Designer Brian Rennie mit Ehemann ­Ferdinand, der die Damen mit vier coolen Songs unterhielt. „Leider ist meine Mama gerade gestorben. Das ist eine schwere Zeit für uns“, so Ferdinand. Noch wohnen die beiden in dem Haus der Mama bei Graz, pendeln von dort nach München oder Schottland. Auch dabei: Galeristin Cornelia Walter, Alessandra Geissel, Eva Grünbauer, Sonja Kiefer, Nadja Fürstin zu Schaumburg-Lippe.

Maria Zsolnay

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