Farbenprächtiger Auftakt

So schön war der Trachten- und Schützenzug zur Festwiese

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Festlicher Trachten- und Schützenumzug zum Auftakt des Oktoberfestes.
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Festlicher Trachten- und Schützenumzug zum Auftakt des Oktoberfestes.
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Festlicher Trachten- und Schützenumzug zum Auftakt des Oktoberfestes.

München - In farbenprächtigen historischen Gewändern sind rund 9000 Trachtler und Schützen aus vielen Ländern am Sonntag quer durch München zum Oktoberfest gezogen.

Update vom 15. September 2016: Auch 2016 findet der traditionelle Oktoberfestumzug statt. Alles zum Trachtenumzug in München erfahren Sie hier.

München – Diesem Rhythmus kann sich kaum jemand entziehen. Wenn die Blaskappellen mit Trompeten, Trommeln und Klarinettenklängen an den Menschen gesäumten Straßen vorüberziehen, wippen Zuschauer im Takt, klatschen oder strahlen die Musikanten einfach nur an. In historischen Gewändern, die dem Mittelalter, der Rokokozeit oder dem Biedermeier nachempfunden sind, ziehen Spielmannszüge, Brauerei-Gespanne und Prachtkutschen vorbei am Reiterstandbild König Ludwigs I., dem Bayern dieses beliebte Spektakel verdankt.

180 Jahre nach dem Huldigungszug anlässlich Ludwigs Silberhochzeit lockt der Trachten- und Schützenzug, der seit 1948 regelmäßig stattfindet, Besuchermassen in die Stadt. Touristen aus dem In- und Ausland tragen ihre Eindrücke mit Fotos und Videos in alle Welt. Herrliche Motive fängt auch Bill Matson (54) mit seiner Spiegelreflexkamera ein. Seine Freunde zuhause in Greenville sollen sehen, wie stimmungsvoll und traditionell es auf den Münchner Straßen zugeht. „Sowas gibt es in den USA nicht!“, schwärmt der Amerikaner, der sich und seine pferdebegeisterte Tochter noch schnell in einem Trachtenladen mit Lederhos’n und Dirndl ausgestattet hat.

Auch Einheimische genießen die besondere Atmosphäre beim Festzug. „Es ist eine Freude in die Gesichter der fröhlichen Trachtler zu schauen“, sagt die Münchnerin Christine Bauer. „Und es ist schön zu sehen, wie die Fremden reagieren.“ Zum Beispiel die beiden Italienerinnen, die sich vor der 52-Jährigen an der Ludwigstraße mit Klappstuhl, Regencape und Wiesn-Herz platziert haben. Kinder wie die sechsjährige Clara beeindrucken vor allem die Tiere. „Am schönsten finde ich das Wildschwein und die Hasen“, sagt die kleine Münchnerin. Dass der Bayerische Jagdverband diese Exemplare leblos und ausgestopft präsentiert, irritiert sie keineswegs.

Gruppen aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, Italien, Slowenien, Serbien und Polen reihen sich in den sieben Kilometer langen Zug ein. Trotz der Grenzkontrollen waren alle pünktlich am Start. „Viele sind am Tag vorher angereist“, erklärt Karl-Heinz Knoll, Präsident des Festrings München. Schließlich will es sich keine geladene Gruppe nehmen lassen, ihren Heimatort zu vertreten und einen Teil von dessen Geschichte zu verkörpern. So stellen beispielsweise die Gebirgsschützen aus Kleinpienzenau (Kreis Miesbach) ihre eigentliche Funktion dar: die Verteidigung von Heimat, Familie und Besitz. Der Verein „Herzogstadt Burghausen“ vermittelt ein Bild vom Leben zur Zeit Herzog Wilhelms IV. im 16. Jahrhundert. Und der Schmied von Kochel erinnert an die Sendlinger Mordweihnacht von 1705, die viele aufständische Bauern das Leben gekostet hat.

Den Abschluss der rund 180 Gruppen bilden unter anderem Franken und Schwaben, was an den ursprünglichen Einheitsgedanken des Oktoberfests erinnert. Das Königreich Bayern war 1810 gerade vier Jahre alt, alle Volksstämme sollten sich dem neuen, größeren Bayern zugehörig fühlen. Deshalb lud das Königshaus auch die Franken und Schwaben zu Ludwigs Hochzeit, die das Oktoberfest begründet, ein, um zu zeigen: Ihr gehört dazu.

Von Corinna Ehrhard

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