Das Oktoberfest verbindet

Drei Wiesn-Geschichten mit Herz

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Volker Jaeschke ist extra für seine Mama Marianne Pfundt aus Lübeck angereist.

München - Das Oktoberfest bringt Menschen zusammen. Etwa bei einem kostenlosen Mittagessen für Senioren, einem Sohn, der extra für seine Mutter aus Lübeck anreist oder einer Bar, die der Kaiserin Sissi gewidmet ist.

Hilfe für Senioren 

Natalie Schmid, Frau von zweitem Bürgermeister Josef Schmid, und Hofbräuzeltwirtin Silja Schrank-Steinberg.

Einen sorglosen Mittag wollte Bürgermeister-Gattin Natalie Schmid (42) Menschen bereiten, die es nicht leicht haben im Leben. Deshalb hat sie über ihren Verein "Münchner für Münchner" zusammen mit der Wirtefamilie Steinberg 40 bedürftige Senioren zu Hendl und Bier ins Hofbräuzelt eingeladen. 

Gerade Rentner hätten durch die hohen Mieten und Lebenshaltungskosten schwer, weiß Schmid. „Wir wollen uns um die kümmern, die durchs Raster rutschen.“ Als sie Plätze reservieren wollte, war Silja Schrank-Steinberg (44) vom Hofbräuzelt gleich mit im Boot.

„Wir übernehmen auch die Hälfte der Kosten.“ Für alle Senioren, die noch Energie hatten, stand nach dem Mittagessen ein kleiner Wiesn-Bummel an. Inklusive einer Riesenrad-Runde. 

Für die Mama angereist

Volker Jaeschke ist extra für seine Mama Marianne Pfundt aus Lübeck angereist.

Er ist extra sieben Stunden lang mit dem Zug aus der Nähe von Lübeck nach München gefahren, weil seine Mama von der tz Wiesn-Marken gewonnen hat: Volker Jaeschke (60) kam so mit Marianne Pfundt (85) aus Rottach-Egern  im Landkreis Miesbach am Wochenende zu seinem allerersten Oktoberfest-Besuch.

„Das ist eine Jahreszeit, zu der ich normalerweise meine Mama nicht besuche“, erzählt der Sohn. Denn: Im Sommer und zu Weihnachten sind feste Treffen eingeplant. „Das war die Gelegenheit, meinen Sohn hierher zu locken“, sagt Marianne Pfundt und lacht. 

Auf dem Oktoberfest gönnt sich das Gespann je ein Hendl und eine Mass. „Ich will auf jeden Fall auch etwas fahren: Am besten etwas Wildes“, verrät die rüstige Mama. Da muss der Sohn dann mitziehen … 

Die Dame war, als ihr Mann noch lebte, häufiger auf der Wiesn. Deswegen hat sie auch drei Dirndl im Schrank. "Vielleicht wird das mit dem Wiesn-Besuch jetzt eine neue Tradition“, sagen Mutter und Sohn. Fest steht: Dann nehmen sie auch Volkers Frau Dorit (53) und Sohn Paul (14) mit.

Eine Bar für die Kaiserin

Sie ist eine bayerische Ikone: Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn († 1898) - besser bekannt unter Sisi oder Sissi. Und nach der Kaiserin ist jetzt auch eine neue Bar auf der Wiesn benannt: SissiS Bar.

Oliver Bischoff (r.) mit seinen Mitarbeitern.

Betreiber ist Oliver Bischoff (45) aus Possenhofen - eben jenem Ortsteil von Pöcking (Landkreis Starnberg), in dem Sissi auch die Sommermonate in ihrer Kindheit verbrachte.

Bischoff - mit Vollbart und Hut - sieht nicht aus wie ein typischer Sissi-Fan. Ein bisserl hat er aber doch sein Herz an die Kaiserin verloren. „Ich mag Sissi total. Sie war eine der ersten Frauen, die am Hof der Habsburger die Emanzipation voran gebracht haben.“

2013 hat der 45-Jährige seine Firma mit seinem Kumpel Konrad Schraml (46) gegründet. Auf der Wiesn bietet Bischoff heuer erstmals in Edmund Radlingers Weißbiergarten seine selbst in Possenhofen produzierten Frucht-Destillate an.

Einmal gemixt, zum Beispiel Pfirsich-Obstbrand mit Spritz und Prosecco (7,50 Euro). Oder auch reinen Wiesn-Schnaps: Williams mit Bienenhonig- oder Haselnuss-Schnaps (beide 4,70 Euro). Die hätten auch der Kaiserin gemundet … 

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