Die gesammelten Fälle vom Wochenende

Mehrere Wiesn-Taschendiebe festgenommen - einer isst 50-Euro-Scheine

München - Die Taschendiebfahnder hatten alle Hände voll zu tun auf der Wiesn am Wochenende. Und sahen, wie ein 28-Jähriger 50-Euro-Scheine aß.

Na Mahlzeit: Ein Taschendieb hat am Wochenende mehrere Fünfziger verspeist, als er von Ermittlern gestellt wurde. Ansonsten ist die Bilanz in Sachen Taschendieben nicht so lustig - hier die gesammelten Fälle aus dem Polizei-Pressebericht vom Montag.

Freitag, 21.30 Uhr: Taschendieb isst 50-Euro-Scheine

Ein 28-jähriger Nigerianer unterhielt sich am Freitag gegen 21.30 Uhr mit zwei italienischen Touristen. Während des Gesprächs gelang es ihm, zwei 50-Euro-Scheine aus der Hosentasche des einen Italieners zu ziehen. Als der 28-Jährige bemerkte, dass er dabei beobachtet wurde, nahm er die beiden Scheine, steckte sie unverzüglich in den Mund und schluckte sie herunter. Der 28-Jährige wurde festgenommen und wird nach Abschluss aller Maßnahmen dem Haftrichter vorgeführt. Ein Haftbefehl wurde erlassen.

Freitag, 22.50 Uhr: Profi-Taschendieb durch Fahnder festgenommen

Am Freitag gegen 22.50 Uhr fiel Taschendiebfahndern aus Frankfurt ein 35-jähriger Pole in einem Festzelt auf, da er sich in taschendiebtypischer Manier im Bereich der Bar bewegte. Dort konnten zunächst zwei versuchte Taschendiebstähle beobachtet werden. Im Anschluss begab sich der Taschendieb in ein weiteres Festzelt, wo er auch versuchte, aus getragenen Handtaschen Wertgegenstände zu entwenden. Letztendlich wechselte er wieder in den Biergarten des vorherigen Festzeltes, wo er ein Mobiltelefon aus der getragenen Handtasche einer Festbesucherin entwendete. Kurz darauf wurde er von den Fahndern festgenommen. Da er in Deutschland ohne festen Wohnsitz ist, wird er dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt. Haftbefehl wurde erlassen.

Freitag, 19.55 Uhr: Taschendiebfahnder nehmen "Schläferdieb" fest

Taschendiebfahnder aus Budapest konnten am Freitag gegen 19.55 Uhr an einem Hügel beobachten, wie sich ein 29-Jähriger aus München einem schlafenden 25-jährigen französischen Touristen näherte und diesen zunächst abtastete. Nach kurzer Zeit konnte er die Geldbörse aus der Hosentasche des stark alkoholisierten Franzosen entwenden. Als sich der Dieb entfernen wollte, wurde er festgenommen. Da der 29-Jährige über einen festen Wohnsitz verfügt, wurde er nach erkennungsdienstlicher Behandlung entlassen.

Donnerstag, 22.15 Uhr: Festnahme eines pakistanischen Taschendiebes

Am Donnerstag gegen 22.15 Uhr tanzte eine 27-jährige Mexikanerin in einem Festzelt mit Freundinnen auf einer Bierbank. Ihre Handtasche hatte sie an einem Tischbein festgebunden. Plötzlich kam ein junger Mann zur Bierbank, drückte sie weiter in die Bank hinein und setzte sich dann an die Stelle, wo sie ihre Handtasche abgelegt hatte. Nach einigen Minuten kam ein 32-jähriger pakistanischer Staatsangehöriger hinzu und setzte sich ebenfalls an das besagte Tischende. Er tat dann so, als ob er sich die Schuhe binden wolle. Als die 27-Jährige den unerwünschten Tischgästen dann sagte, dass sie gehen sollen, kam es zu einem kurzen Wortwechsel. Der 32-Jährige forderte seinen Begleiter dann plötzlich auf, zu gehen. In dem Augenblick konnte die 27-Jährige erkennen, wie er ihren Geldbeutel in seinen Hosenbund steckte und das Hemd darüber streifte. Sie sprang sofort von der Bank und forderte lautstark die Herausgabe ihrer Geldbörse.

Als der 32-Jährige dies verweigerte, griff sie unter sein Hemd und zog die Geldbörse selbst heraus. Daraufhin flüchtete der Täter, wurde jedoch von einem anderen Wiesn-Gast verfolgt. Zufällig anwesende Taschendiebfahnder aus Frankfurt und Norwegen bekamen den Vorfall mit und konnten den Dieb noch im Festzelt festnehmen und zur Wiesn-Wache bringen. Sein Begleiter konnte schon vorher unerkannt in der Menschenmenge untertauchen.

Donnerstag, 21.50 Uhr: Festnahme wegen versuchtem Taschendiebstahl 

Am Donnerstag gegen 21.50 Uhr wurden ein 24-jähriger und ein 30-jähriger Tunesier von einem Ordner dabei beobachtet, wie sie an der Straße Ost einen stark alkoholisierten Wiesn-Besucher anvisierten. Dieser befand sich augenscheinlich in einer alkoholbedingten hilflosen Lage und schlief. Nach einer kurzen Absprache setzte sich der 30-Jährige neben das schlafende Opfer, während der 24-Jährige Aufpasserdienste leistete. Der 30-Jährige durchsuchte anschließend die Kleidung des Betrunkenen nach Stehlgut. Der Ordner, der den Vorfall bemerken konnte, rief einige Kollegen zur Unterstützung. Diese hielten die beiden Tunesier bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Donnerstag, 22.30 Uhr: Festnahme zweier Taschendiebe auf der Wiesn

Am Donnerstag gegen 22.30 Uhr beobachteten Taschendiebfahnder des Landeskriminalamtes Hamburg einen 23-jährigen Slowaken und einen 30-jährigen Bosnier dabei, wie sie sich im Barbereich eines Festzeltes in verdächtiger Weise durch das Gedränge bewegten und offensichtlich nach abgelegten Taschen Ausschau hielten. Nach einiger Zeit verließen sie, ohne irgendetwas konsumiert zu haben, den Bereich wieder und begaben sich in Richtung Bavaria. Taschendiebfahnder aus Barcelona stießen dazu. Die Verdächtigen wurden an der Treppe kontrolliert, wie sie gerade eine Geldbörse und zwei Handys in Augenschein nahmen. Sie wurden vorläufig festgenommen und zur Wiesn-Wache gebracht. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass die Geldbörse einer Wiesn-Besucherin am Abend in einem Festzelt entwendet wurde. Die beiden Männer waren anderen Taschendiebfahndern bereits im Vorfeld in einem Festzelt aufgefallen. Auch dort gingen sie suchend nach abgelegten Gegenständen durch die Reihen. Straftaten konnten dort jedoch nicht beobachtet werden. Bei der Kontrolle wurde bei dem 23-Jährigen auch eine geringe Menge Heroin aufgefunden. Er war erst am Vortag aus der Untersuchungshaft wegen Taschendiebstahls entlassen worden. Nach Sachlage ist davon auszugehen, dass die beiden Diebe in gemeinsamer und arbeitsteiliger Weise Taschendiebstähle begehen, um damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Samstag, 16.00 Uhr: Handyortungssystem überführt Taschendiebinnen

Am Samstag gegen 16.00 Uhr saß eine 23-jährige Münchnerin zusammen mit einer bolivianischen und einer peruanischen Touristin am Tisch. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie ihr Handy noch bei sich. Nach einem Toilettenbesuch war es plötzlich verschwunden. Da ein Bekannter der 23-Jährigen über ein Handyortungssystem verfügte, konnte das Signal ihres Handys an der Bavaria geortet werden. Dort saßen auch die beiden 34- und 54-jährigen Touristinnen. Bei der Kontrolle der beiden Frauen wurden bei ihnen noch weitere entwendete Handys aufgefunden. Die Diebinnen wurden vorläufig festgenommen und der Haftanstalt des Polizeipräsidiums überstellt.

Zudem konnten Putzkräfte als Diebes-Bande enttarnt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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