Vereine sagen Teilnahme am Umzug ab

Angst vor Terror auf der Wiesn: Erste Trachtler bleiben daheim

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Die Bernrieder Trachtler waren stets ein Highlight des Trachtenumzugs.

München - Für die diesjährige Wiesn wird in Sachen Sicherheit so viel getan, wie noch nie zuvor. Dennoch geht derart die Angst vor möglichen Terroranschlägen um, dass zwei Vereine ihre Teilnahme am Trachtenumzug abgesagt haben.

Noch nie wurde so viel für die Sicherheit auf der Wiesn getan wie heuer. Und es gibt nicht den geringsten Hinweis auf geplante Terroraktionen. Dennoch geht die Angst um: Zwei Vereine haben ihre Teilnahme zum großen Trachtenumzug am ersten Wiesn-Sonntag wegen Terror-Angst abgesagt. Und Regine Sixt strich ihre Damenwiesn. Andere Unternehmen verzeichnen Zurückhaltung bei Einladungen zur Firmenwiesn.

Viermal war der Heimat- und Trachtenverein Bernried schon beim Trachtenumzug in München dabei, heuer werden die Trachtler mit ihren Kindern fehlen. „Letzte Woche haben wir beschlossen, unsere Teilnahme am Umzug abzusagen“, so der Vorsitzende Hannes Düker zur tz. „Wir hatten 65 Leute angemeldet, aber wenn nur drei mitwollen, macht das keinen Sinn.“ 

Wieso die Trachtler vom Starnberger See heuer nicht wollen? „Sie haben Angst vor Terror, der Amoklauf am OEZ schreckt sie ab.“ Die Schwälmer Tanz- und Trachtengruppe Loshausen wäre heuer zum ersten Mal beim Umzug mitgelaufen, doch auch sie zogen ihre Zusage zurück ab. „Der Vorstand sprach sich mit 17 zu 2 Stimmen wegen Terror-Angst gegen die Teilnahme aus“, so Vorsitzender Helmut Wimmer. Bitter: Für 8000 Euro hatten die Nordhessen eine Unterkunft bei Starnberg gebucht. „Das Geld ist weg, wir konnten nicht gratis stornieren.“ Auch so manches Unternehmen tut sich schwer mit Einladungen zur Firmenwiesn auf dem Oktoberfest: „Es werden heuer weniger sein als in früheren Jahren“, so die Pressesprecherin der Stadtsparkasse, Angela Baier.

Dabei unternehmen nicht nur die Stadt und Wiesn-Wirte alles, um ihren Gästen wieder ein friedliches Feiern zu gewährleisten. Silja Schrank-Steinberg (Hofbräuzelt) erklärt: „Wir haben mehr Überwachungskameras installiert und beim Sicherheitspersonal aufgestockt. An den Eingängen haben wir schärfere Kontrollen.“ So ist es auch bei Thomas Vollmer (Augustinerzelt): „Wir haben sogar ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet.“ Ob es bei ihm Absagen gibt? „Wir haben keine Stornierungen.“ Hackerzelt-Wirt Thomas Roiderer berichtet, dass bislang nur drei Tische zur Mittagszeit abgesagt worden seien. In seinem „Himmel der Bayern“ überwachen 32 Kameras das Geschehen, bis zu 110 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

Löwenbräu-Wirt lobt neues Sicherheitskonzept

Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn lobt das neue städtische Sicherheitskonzept: „Der Zaun wird den Leuten ein besseres Gefühl geben. Aber eine hundertprozentige Sicherheit kann man nicht garantieren. Es hat ja auch niemand damit gerechnet, dass in einem Zug etwas passieren könnte,“ meint er in Hinblick auf die Axtattacke im Zug bei Würzburg. 

Christian Winklhofers Festzelt Tradition steht auf dem Areal des Zentral-Landwirtschaftsfestes (ZLF). „Das ist ohnehin ein sicherer Bereich.“ Aber: „Natürlich habe ich meine Bedenken, dass heuer weniger Gäste kommen. Doch ich denke, dass nach den ersten friedlichen Tagen auch die Skeptiker umdenken.“ Bürgermeister und Wiesnchef Josef Schmid (CSU) appelliert an die Wiesn-Fans: „Es gibt keine konkrete Gefahr, ansonsten würden wir das kommunizieren.“ Wenn die Gäste fernblieben, hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht: „Dass wir unsere Lebensgewohnheiten verändern.“ 

Die Wiesn live im TV: Hier können Sie das Oktoberfest von der Couch aus verfolgen.

Die schönsten Bilder vom Oktoberfest

Ramona Weise, Johannes Welte, Johannes Heininger

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