Wiesnzeit ist ein Heidenspaß

Das sind die starken Frauen von der Bräurosl

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Die Damen von der Bräurosl: Daniela (l.) und Renate Heide.

München - In ihrer Zelte-Serie setzt die tz dieses Jahr auf Frauenpower: Sie stellt Ihnen die Damen vor, die in den Zelten das Sagen haben. Heute: Daniela und Renate Heide von der Bräurosl.

Eigentlich ist es bei den Heides ganz einfach: „Wir haben zwei Praktiker und zwei Theoretiker in der Familie“, erzählen Daniela (34) und Mama Renate (62) und lachen. Renate Heide nennt sich selbst den „Kreisel von der Bräurosl“. Denn Stillsitzen ist nichts für sie, sie wuselt den ganzen Tag im Zelt herum. Ihr Schwiegersohn Pascal (34), ebenfalls „Praktiker“, schmeißt die Küche des Zeltes. Tochter Daniela und Papa Georg Heide dagegen regeln alles Wichtige im Hintergrund.

Daniela werkelt seit 2001 auf der Wiesn mit: Damals hatte sie gerade ihre Lehre zur Köchin abgeschlossen. Sie ist fürs Büro zuständig, kümmert sich zum Beispiel um die Reservierungen und die Abrechnungen. Nach einem Management-Training und vier Jahren im Marketing arbeitet sie seit acht Jahren Vollzeit fürs Familien­unternehmen.

Ihren Mann Pascal hat sie vor mittlerweile 16 Jahren auf der Berufsschule kennengelernt: Auch er ist Koch. Ins Gehege kommen sich die beiden aber nicht: Auf der Wiesn und im heimischen Gasthof Heide-Volm in Planegg ist Pascal der Chef in Sachen Kochlöffel. „Daheim koche aber meistens ich – das ist für ihn in Ordnung.“ Da darf’s dann gerne auch mal asiatisch sein, Sushi essen die beiden etwa gerne.

Eine Leidenschaft, die sie mit Danielas Eltern teilen: Auch Georg und Renate Heide lieben es, gemeinsam zu kochen, und probieren neue ­Restaurants aus. Kein Wunder: Auch der Bräurosl-Wirt ist gelernter Koch.

Rückblick: 13 Jahre war Renate jung, als sie den damals zwei Jahre älteren Georg in der Handelsschule kennenlernte. „Er hat mir so nette Brieferl geschrieben“, erinnert sie sich. Nach der Schule sind die beiden manchmal zusammen zum Bus gegangen. „Er war einfach so nett, das mochte ich.“ 14 Jahre waren die beiden schon ein Paar, als sie 1981 heirateten.

Fünf Jahre später arbeitete Renate, die ursprünglich mal in einem Reisebüro tätig war, erstmals auf der Wiesn mit. Heute wählt sie etwa die Servicemannschaft aus und achtet darauf, dass das Zelt immer tipptopp aussieht.

Wiesnstimmung in der Bräurosl.

Wenn sie nicht für die Wiesn werkeln, unternehmen die Heides gerne etwas miteinander. Mindestens einmal pro Jahr verreist die Familie gemeinsam. Ziel des gemütlichen Urlaubs: Süd­tirol oder Österreich. Große Wanderer sind sie aber nicht. „Wir suchen die Wanderung danach aus, ob es eine gute Hütte auf dem Weg gibt“, lächelt Daniela Heide. Meist mit dabei: Entlebucher Sennenhund Toni (2).

Der emotionalste Moment auf der Wiesn ist für die Heides der letzte Abend. „Da sind wir den Gästen so nah, das liebe ich“, sagt Renate. Wenn die von der Wirtsfamilie verteilten Taschenlampen gezückt werden und die Trompeter Il Silenzio spielen, ist Renate auf der Bühne. Tochter Daniela zieht für den Schlusstusch ein stilles Platzerl am Rande des Zelts vor. Dort steht sie mit ihrem Mann Pascal. „Ich bin so nah am Wasser gebaut – von daher ist das für alle besser.“

Bräurosl: Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,60 Euro

Die Brauerei: Hacker-Pschorr

Halbes Hendl: 11,10 Euro

Schmankerl: Spanferkel mit Wiesn-Biersauce, Kartoffelknödel und Krautsalat für 23,20 Euro.

Günstig essen: Mo. bis Do. (11.30 Uhr bis 14.30 Uhr): täglich wechselnde Gerichte für 11,90 Euro. An Kindertagen Kinderschnitzel bis 16 Uhr (7,50 Euro).

Sitzplätze: 6.200 innen, im Biergarten knapp 2.200

Raucher: Keine Sonderregeln

Musik: Die Ludwig Thoma Musikanten spielen auf (Mo. bis Fr., 15 bis 19 Uhr und ab 20 Uhr, Sa. und So., 12 bis 14 Uhr, 15 bis 19 Uhr, ab 20 Uhr). Außerdem sorgen die Südtiroler Spitzbuam (Mo. bis Fr. 12 bis 15 Uhr, 19 bis 20 Uhr, Sa. und So., 14 bis 15 Uhr, 19 bis 20 Uhr) für Stimmung.

Bräurosl: Die Wirte-Familie

Die Familie Heide führt die Bräurosl in dritter und vierter Generation: Georg Heide (63), Frau Renate (62), Tochter Daniela (34) und Schwiegersohn Pascal (34, v. l.). Georgs Opa, der ebenfalls Georg hieß, hatte das Zelt im Jahr 1936 übernommen. 17 Jahre später übergab er die Bräurosl an Sohn Willy – und kümmerte sich fortan nur noch um die Großgaststätte Heide-Volm in Planegg, die bis heute von der Familie geführt wird. Wiesn-Legende Willy Heide wurde 1985 Sprecher der Wiesn-Wirte. 2011 verstarb er im Alter von 91 Jahren. Zehn Jahre zuvor hatte er die Bräurosl an seinen Sohn Georg übergeben.

Wiesn-Serie: Die Festzelte auf dem Oktoberfest

In unserer Serie begleiten wir die starken Frauen in den Wiesn-Zelten.

Oktoberfest: Der große Zelt-Vergleich

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Ramona Weise

Ramona Weise

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