Verein gegen betrügerisches Einschenken

Zu wenig Bier im Krug: Kritik an gesunkener Schankmoral

München - Der Verein gegen betrügerisches Einschenken wirft den Wiesn-Wirten vor, dass zu wenig Bier im Krug ist. Kommt in der Hektik tatsächlich vor - aber laut Stadt ist es nicht schlimmer als in anderen Jahren.

Der Verein gegen betrügerisches Einschenken e.V. (VGBE) ist ziemlich am Schäumen und äußert das mit folgenden Worten: "Wiesn-Chef schert sich einen Dreck um Verbraucherschutz!" Vorgestern Abend hat der Verein in den 13 großen Festzelten Stichproben gemacht und 67 Mass Bier überprüft. Vor drei Jahren beim letzten Test seien es noch 0,9 Liter gewesen, teilte der Verein am Donnerstag mit. Es gilt eine Toleranz von 0,1 Litern.

Die Mass Bier kostet in diesem Jahr zwischen 10,40 und 10,70 Euro. Das bedeute, dass der Gast bei 0,9 Litern um einen Euro betrogen werde, kritisierte der Verband. Das Ergebnis sei "verheerend": Im Schnitt waren im Masskrug nur 0,85 Liter Bier. Besonders grantig ist der Verein aufs Schützenfestzelt: "Hier bekommt man im Schnitt eine 0,77-Liter-Mass oder für 2,40 Euro kein Bier", stellen die Prüfer ernüchtert fest.

Im Schottenhamel und im Hacker-Festzelt waren die Krüge hingegen immerhin mit 0,9 Liter pro Mass gefüllt. Der Verein vermutet, dass das Kreisverwaltungsreferat heuer überhaupt nicht kontrolliert, um Umsatzeinbußen abzumildern. Die Verantwortlichen bei der Stadt kümmerten sich nicht genug um das Thema, kritisierte Vereinschef Jan-Ulrich Bittlinger.

"Es sind immer wieder Krüge dabei, die schlecht eingeschenkt sind"

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) prüfe täglich in Stichproben die Schankhöhe, sagte hingegen KVR-Sprecher Johannes Mayer. "Es hat auch dieses Jahr wie auf jeder Wiesn schon Beanstandungen gegeben. Es sind immer wieder Krüge dabei, die schlecht eingeschenkt sind." In diesen Fällen werde zunächst der Schankkellner abgemahnt, im Wiederholungsfall der Wirt. Die Beanstandungen lägen im Rahmen der Vorjahre, sagte Mayer.

Konkrete Zahlen nannte er aber nicht. Die Einschätzungen von Verein und KVR zum Skandalwert der schlecht eingeschenkten Maß lagen früher schon auseinander. Es gilt generell eine Toleranz von 15 Millimetern unter dem Eichstrich; sie wird angesichts des Massenbetriebes und der besonderen Hektik auf der Wiesn gewährt. Gemessen wird nach vier Minuten, wenn sich der Schaum gesetzt hat.

Insgesamt werden bei dem Volksfest sechs bis sieben Millionen Maß Bier verkauft.

Oktoberfest 2016: Öffnungszeiten, Wiesn im TV und Übersichtsseite

Beim Oktoberfest 2016 gibt es erstmals Eingangskontrollen und ein Rucksackverbot. Was Sie mit aufs Festgelände nehmen dürfen, erfahren Sie hier. Was kostet heuer die Mass Bier und welche Öffnungszeiten hat die Wiesn? Hier beantworten wir Ihnen alles, was Sie zum Oktoberfest wissen müssen. Sie schaffen es selbst nicht aufs größte Volksfest der Welt? Kein Problem: Hier läuft die Wiesn im TV und im Stream. Natürlich gibt es auf der Theresienwiese einige Regeln - hier erklären wir Ihnen, was Sie niemals auf dem Oktoberfest tun sollten. Alle News zur Wiesn finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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tz/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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Kommentare

NatterAntwort
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Ach so? Und das Betrügen beim Einschenken schon? Warum gibt es denn da einen Ermessensspielraum? Der Schaden ist sogar noch größer! Und es ist kein Einzelfall sondern geschieht regelmässig und wiederholt.

girgl
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Vor lauter Aufregung nehme ich zur Beruhigung erstmal ein Schaumbad :)

Semmelschubser
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Da ist jeder selber schuld, der da hingeht..

Für das Geld von 2 schlecht eingeschenke Mass'n bekomm ich a ganz Schachterl *Maxlrainer* - incl. Pfand und es bleibt sogar noch was übrig!