Sie gelten auch nach dem Oktoberfest, aber ...

Wiesn-Marken: Er erlebt beim Einlösen unschöne Überraschung

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Für Jürgen Heusser und seine Frau Anke fiel die Wiesn dieses Jahr leider ins Wasser. 

München - Unser User Jürgen Heusser wollte seine Wiesn-Marken fürs Armbrustschützenzelt nachträglich einlösen - doch dann erlebte er eine unschöne Überraschung. 

Weniger Besucher, mehr Platz und eine insgesamt großartige Stimmung: Das diesjährige Oktoberfest wird von vielen als Erfolg gehandelt. Doch obwohl dieses Jahr irgendwie alles anders und entgegen schlimmster Befürchtungen äußerst angenehm war - man konnte tatsächlich oft völlig entspannt durch die Wiesn-Gässchen schlendern, all die blinkenden Fahrgeschäfte bewundern oder zum mindestens hundersten Mal Andreas Gabaliers "Hulapalu" mit ungebrochener Leidenschaft mitgrölen  - taucht auch am Ende dieser 183. Wiesn ein altbekanntes Problem auf: Wohin mit all den übrig gebliebenen Wiesn Marken? 

Mit dieser komplizierten Thematik hatte auch der leidenschaftliche Wiesn-Gänger Jürgen Heusser zu kämpfen: Lange hatte sich der gebürtige Freiburger auf seinen Wiesnbesuch gefreut, sogar extra einen Tisch im Armbrustschützenzelt reserviert und Märkchen besorgt. Doch leider machte ihm eine schwere Erkältung einen Strich durch die Rechnung und den heiß ersehnten Wiesn-Besuch unmöglich. 

Um den Verlust so gering wie möglich zu halten, beschloss der kaufmännische Angestellte, seine Gutscheine nachträglich einzulösen. Dies ist bei Marken fürs Armbrustschützenzelt - wie auch in unserem Übersichtsartikel nachzulesen - bis zum 31.10.2016 in der Gaststätte "Ayingers" möglich. 

Doch als er im Platzl 1a in München angekommen war, erlebte Heusser eine unschöne Überraschung. Denn als wäre der Wermutstropfen, die Wiesn verpasst zu haben, nicht schon bitter genug, wurden Heusser jeweils 20 Prozent des Gutscheinwerts abgezogen.

Münchner Lichterglanz: Die Wiesn bei Nacht - wunderschön!

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"Werden die Gutscheine nicht im Festzeltbetrieb auf dem Oktoberfest eingelöst, müssen wir für die Bereitstellung der reservierten Plätze als pauschalierten entgangenen Umsatz sowie für überhöhten Verwaltungsaufwand einen Abzug von 20% des Gutscheinwertes vornehmen", heißt es dazu in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Armbrustschützenzeltes.

Heusser wusste nichts von dieser Regelung, die ihn doch ziemlich verärgerte. "Das ist eine Sauerei", meinte er im Gespräch mit unserer Onlineredaktion. Der leidenschaftliche Wiesn-Gänger kann nicht verstehen, wieso er nun auch noch ein Verlustgeschäft macht und diese Handhabung zudem nicht deutlicher an die Bevölkerung herangetragen wurde. "Wie ärgerlich ist das erst für Leute, die noch mehr als zwei Wiesn-Marken übrig haben?", merkt er an.

"Den Armbrustschützen werde ich meiden"

Ob, wann und wo sie ihre Wiesn Marken nachträglich einlösen können - darüber rätseln tausende Besucher jedes Jahr aufs Neue. Denn das Schicksal uneingelöster Gutscheine wird nicht etwa einheitlich, sondern von Zelt zu Zelt unterschiedlich gehandhabt.

Und zwar seit Urzeiten: Im Armbrustschützenzelt gebe es den um 20 Prozent gesunkenen Gutscheinwert nach Ende der Wiesn bereits seit 15 Jahren, erklärt Wiesnwirt Peter Inselkammer auf Anfrage unserer Onlineredaktion. Außerdem nennt er neben dem offiziellen Argument des überhöhten Verwaltungsaufwands einen weiteren Grund für diese individuelle Regelung: "Die Gutscheine sind für die Wiesn", meint er. 

Heusser ist da schlicht anderer Meinung. Er bezeichnete die Maßnahme als "Unverschämtheit". Er ist zwar nicht der erste Kunde, der sich über die Regelung ärgert -  laut Inselkammer ist er aber trotzdem eher ein Einzelfall: "Nur ab und zu regt sich mal einer auf", meint der Wiesn-Wirt. 

Es empfiehlt sich jedenfalls, die Marken schon auf der Wiesn einzulösen - oder die Bedingungen durchzulesen, um nicht beim nachträglichen Einlösen überrascht zu werden.

Wie, wann und wo Sie übrig gebliebene Wiesn-Gutscheine einlösen können, erfahren Sie hier.

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